Von Ansgar Siemens

Die Vorstände von Deutschlands größten Konzernen dürfen in diesem Jahr mit einem Gehaltssprung rechnen. Managementberater nennen bereits konkrete Zahlen.

Die gute Konjunktur verspricht den Bossen deutscher Konzerne in diesem Jahr ein saftiges Gehaltsplus. Um zehn bis 15 Prozent dürfte das Gesamtsalär von Dax-Vorständen 2007 steigen - im Schnitt. Das schätzt die renommierte Managementberatung Kienbaum. Der Aktienindex Dax vereint die 30 größten Aktiengesellschaften Deutschlands.

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Seit 1976 stiegen die Gehälter der Top-Manager jährlich um mehr als sieben Prozent im Schnitt. (© Foto: AP)

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"Vor allem die variablen Gehaltsbestandteile werden für den Zuwachs verantwortlich sein", sagte Kienbaum-Geschäftsführer Alexander von Preen zu sueddeutsche.de. Etwa 70 Prozent des Einkommens von Dax-Vorständen sei erfolgsabhängig, nur 30 Prozent fest vereinbart.

Die aktuell starke Wirtschaft kommt den Top-Managern zupass. "Weil die Konjunktur brummt, laufen die Geschäfte vieler Unternehmen gut. Dadurch steigen die Vorstands-Gehälter oft automatisch", sagte von Preen.

Die Prognosen für 2007 liegen deutlich über dem Schnitt der vergangenen 30 Jahre. Nach Kienbaum-Statistiken legten die Vorstandsgehälter in den größten 100 Unternehmen seit 1976 jährlich um 7,45 Prozent zu.

Ein neues Rekordniveau bei den Vorstandsgehältern erwartet von Preen 2007 dennoch nicht. Es gibt derzeit viele neue Top-Manager. Und "weil neue Top-Manager zunächst meist weniger verdienen als ihre Vorgänger, dürfte die Summe der Einkommen in diesem Jahr kaum steigen." Im vergangenen Geschäftsjahr verdienten alle Dax-Vorstände zusammen 614 Millionen Euro.

Siemens-Chefs dürften 2007 deutlich besser verdienen

Der Kienbaum-Geschäftsführer sieht deutliche Unterschiede zwischen Unternehmen und Branchen. Während etwa bei der Telekom die Gesamtgehälter des Vorstands nach unten tendieren dürften, sei bei Siemens 2007 mit einem Einkommenssprung zu rechnen.

Die Geschäfte beim Münchner Konzern laufen trotz jüngster Skandale gut. Generell seien Vorstände bei Versicherungen und Autofirmen besser dran als bei Energieunternehmen.

Die Bild-Zeitung hatte berichtet, die fünf Vorstände des Autobauers VW sollten in diesem Jahr bis zu 15 Prozent mehr Gehalt bekommen. Der Aufsichtsrat müsse den Vorschlag noch absegnen.

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(sueddeutsche.de)