Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist eine gute Nachricht, über die sich alle freuen können. Doch es gibt keinen Grund für Euphorie.
Das teure Öl und die Finanzkrise könnten sich bald auch am Arbeitsmarkt auswirken. Noch sind es vor allem Banken und Versicherungen, die mit Entlassungen auf die Kreditkrise reagieren. In einigen Monaten könnten auch andere Branchen in den Abwärtssog geraten, wenn sich die Konjunktur eintrübt. Das teure Öl treibt die Energiekosten der ganzen Wirtschaft hoch. Da Firmen am einfachsten bei den Personalkosten sparen können, dürfte das nicht ohne Folgen für den Arbeitsmarkt bleiben. Außerdem sind viele Stellenstreichungen bisher nur geplant, aber noch nicht realisiert, wie die jüngsten von Siemens oder der Hypo-Vereinsbank.
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(© Foto: ddp)
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Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich die Konjunktur immer erst Monate später am Arbeitsmarkt auswirkt. Wenn Politiker nun das Ziel der Vollbeschäftigung bekräftigen, dann müssen sie den Menschen auch sagen, dass Deutschland davon noch weit entfernt und der Weg dorthin nicht gefahrlos ist. Vollbeschäftigung herrscht, wenn die Arbeitslosigkeit bei drei bis fünf Prozent liegt - derzeit sind es 7,5 Prozent.
Gesagt werden muss auch, dass mehr als eine Million Menschen in der offiziellen Statistik gar nicht auftauchen, weil sie in staatlichen Programmen stecken. Sie machen etwa als Ein-Euro-Jobber Parkanlagen sauber oder spülen Geschirr in Großküchen. Oft sind das Menschen, die sich aus unterschiedlichen Gründen nicht für den Arbeitsmarkt qualifizieren. Gäbe es kein staatliches Netz, dann wären diese Menschen offiziell arbeitslos. Mehr Ehrlichkeit am Arbeitsmarkt wäre angebracht.
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(SZ vom 02.07.2008/mel)
Großprojekte in Berlin
Mehr als eine Million Arbeitslose werden von der Statistik gar nicht erfasst; mehr als eine Million Arbeitslose werden mit miesen Tricks als 'Vollbeschäftigt' hingelogen!
Und würde man die Herren Arbeits- und Finanzminister befragen für wieviele Menschen sie Sozialleistungen bereitstellen, dann kämen wir auf gute 8 Millionen. (Und selbst dann wären noch nicht alle erfasst, da 'zu vermögend' ein Grund ist nicht als Arbeitslos erfasst zu werden.)
Die ersten Ansätze der Prognosen von Fr. Haas sehen wir bereits heute! Siemens wartet nicht bis die Banken ihre Immobilienkrise mit Massenentlassung bestraft. Siemens wirft sofort 17000 tausend Leute raus. Und natürlich wird die Automobilindustrie nachlegen... denn in der USA stockt der Verkauf der leistungsstarken Benzinschleudern, und bei uns geht auch der Trend zu Benzinarmen.
Man kann nur wünschen, daß der Kommentar von Fr. Haas bald wieder aus dem Archiv in die Tagespresse wandert. Andererseits sollte dieses unsäglich verlogene 'Sommermärchen' der offiziellen Arbeitslosenstatistik zügig und auf Dauer verschwinden.
Wenn die Leute das hören, denken die meisten an Wohlstand. Dabei ist der Begriff nur das Resultat bestimmter definitorischer Vorfestlegungen, Frau Haas sagt's ja: Wenn die Arbeitslosenqoute einen bestimmten Wert unterschreitet, dann sprechen die Arbeitsmarktpolitiker von Vollbeschäftigung.
Der Begriff ist irreführend und das soll er auch sein, denn er ist das zentrale Versprechen auf Sicherheit, das diese Gesellschaft zusammenhält, nur kann dieses Versprechen bei 400-Euro-Jobs und Ein-Euro-JObs heutzutage für viele nicht mehr erfüllt werden, SELBST WENN sie "Arbeit" haben.
Zur Unehrlichkeit der Debatte gehört demzufolge nicht nur das Nicht-Wahrnehmen-Wollen der realen Zahlen, sondern auch die Vermeidung einer inhaltlichen Füllung des Begriffs "Arbeit".
Denn "sozial" ist nicht, was "Arbeit" schafft - sondern nur eine solche Arbeit ist sozial, von der der Einzelne ohne Armutsrisiko leben kann.
Hier findet man die richtigen Zahlen.
http://www.egon-w-kreutzer.de/
http://www.egon-w-kreutzer.de/Arbeitsmarktberichte/mai08.html
Naomi Klein hatte eine Petition im Bundestag eingereicht, um die falschen Zahlen der Bundesanstalt für Arbeit endlich korrigieren zu lassen.
Ich bin gespannt, wann diese gelogenen Zahlen den Bürgern endlich korrekt präsentiert werden.
Das wird wohl nicht so schnell passieren, da die Bundesregierung dann erst recht die Linke gewinnen sähe.
Schön geschrieben. Das einzige was den ganzen unsinn dieser Lage beweisen könnte, wäre eine Volkszählung. Aber das mögen die Menschen irgendwie nicht. Die Politiker übrigens auch nicht, dann schon aus zwei Gründen.
Die Zahlen sind scheinbar gut, aber was steckt dahinter?
40 Millionen Beschäftigte, das ist mit leichten Schwankungen schon seit 20 Jahren so, aber nur 27 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, das ist für 20 Millionen Rentner viel zu wenig.
Irgend wann werden alle Arbeitslosen in 1-Euro-Jobs, in 400-Euro-Jobs oder in Scheinselbständigkeit untergekommen sein.
Dann jubelt die deutsche Presse: WIR HABEN DIE ARBEITSLOSIGKEIT BESIEGT!
Interessant wären andere Zahlen: Was haben alle Unselbständigen zusammen vor 10 Jahren verdient und was verdienen sie heute? Wie hoch waren die Einkommen aus Gewinnen und Vermögen vor 10 Jahren und wie hoch sind sie heute? Diese Zahlen haben soziale Sprengkraft und werden geflissentlich gedeckelt.
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