Volkswagen-Großaktionär Katar wirft Millionen von VW-Vorzugsaktien auf den Markt - und will zugleich seinen Einfluss bei den Wolfsburgern erhöhen.
Das Golf-Emirat Katar macht mit seinen VW-Anteilen im großen Stil Kasse. Der Investor nutzt den Kursanstieg der Vorzugsaktien von Volkswagen in den vergangenen Monaten und verkauft bis zu 25 Millionen Papiere, wie die Qatar Holding mitteilte.
Katar könnte zum Auslaufen seiner Optionen im Dezember seinen Anteil an den VW-Stämmen erhöhen - vermuten Analysten. (© Foto: AP)
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Bis zu 1,6 Milliarden Euro sollen die Aktien einbringen, die die beiden Investmentbanken Credit Suisse und Goldman Sachs im beschleunigten Verfahren bei Investoren platzieren. Das Angebot umfasst 23,8 Prozent aller VW-Vorzüge. Bankern zufolge hält Katar bisher rund 50 Millionen der stimmrechtslosen Aktien.
Kurseinbruch an der Börse
Das Emirat hat sich nach eigenen Angaben verpflichtet, die zweite Hälfte davon bis zum Jahresende zu halten. Der Kurs der Papiere sackte an der Börse um mehr als zwölf Prozent auf 63 Euro ab. Ihren Jahreshöchststand hatten die VW-Vorzüge Anfang Oktober mit 82,90 Euro erreicht.
Händlern zufolge werden die Papiere zwischen 60 und 65 Euro je Stück angeboten. Die VW-Stammaktien büßten knapp zwei Prozent ein. Volkswagen bleibe trotz des Verkaufs ein Schlüsselinvestment für Katar, betonte der Investor.
Das Emirat wolle seinen Stimmrechts-Anteil an Europas größtem Autobauer wie geplant auf 17 Prozent erhöhen. Katar hält seit Sommer sieben Prozent der Stammaktien, nachdem das Emirat einen Teil seiner von Porsche übernommenen Optionen ausübte.
Analysten sehen den Zeitpunkt der Transaktion als Indiz, dass Katar bis zum Auslaufen seiner Optionen im Dezember seinen Anteil an den VW-Stämmen erhöhen wird. Damit sei dann der Tausch der Stämme gegen die Vorzüge im Dax wieder ein Thema, erklärten die Experten. Mit dem Verkauf der Vorzüge beschaffe sich das Emirat das Geld zur Aufstockung bei den Stämmen.
Spekulationen um Kapitalerhöhung
Katar ist auch mit zehn Prozent am Stammkapital von Porsche beteiligt. Der Sportwagenbauern hatte sich beim Versuch verhoben, VW ganz unter seinen Kontrolle zu bringen. Um die milliardenschwere Schuldenlast abzubauen, stimmten die Porsche-Eigner Ende Juli nach einem fast vierjährigen Machtkampf mit dem Wolfsburger Konzern der Eingliederung in VW zu.
Porsche hält seit Anfang des Jahres knapp 51 Prozent der VW-Stimmrechte. VW will seinerseits bis zum Jahresende knapp 50 Prozent des Porsche-Sportwagengeschäfts übernehmen und sich auf einer außerordentlichen Hauptversammlung Anfang Dezember die Zustimmung für die Ausgabe von bis zu 135 Millionen neuen Vorzügen holen. Zum aktuellen Kurs könnte VW damit 8,5 Milliarden Euro einsammeln. Eine erste Kapitalerhöhung um rund vier Milliarden Euro ist für das erste Halbjahr 2010 geplant.
Die Größe des geplanten Kapitalrahmens hatte Spekulationen über weitere Zukäufe wie die Mehrheitsübernahme des Lkw-Herstellers MAN und den japanischen Kleinwagenspezialisten Suzuki geschürt.
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(sueddeutsche.de/Reuters/hgn/tob)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Die Empfehlungen von Investmentbankern sind ohnehin nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben sind. Eine nutzlosere Spezie für die Gesellschaft als Investmentbanker(Zocker) kann es gar nicht geben! Vorzüge empfehlen, obwohl die keinen Einfluss auf das Unternehmen haben, halte ich für Scharlatanerie!
Wenn, dann Stämme kaufen - denn die wollen auch die Scheichs in Katar, um die Kontrolle bei VW zu bekommen.
Merrill-Lynch-Analysten bewerten die VW-Vorzüge mit "Buy" und einem Ziel von 100,-. Es darf wieder gezockt werden. Die Investmentbanker sehen wieder Land und feiern Partys auf ihren Yachten. Der plötzliche Verkauf der Anteile von Katar hatte zwar die Börse (gemeint sind Spekulanten und Zocker) erschüttert, aber im Ernstfall springt der blöde Steuerzahler ein.
Wieso sollte eigentlich langfristig Katar Interesse an stimmrechtslosen Vorzugsaktien von VW haben? Diese dienten nur der Spekulation und der anschließenden Gewinnmitnahme um andere Ziele zu verfolgen.
Warum sollte also der für sein Alter vorsorgende Kleinaktionär jetzt in die VW-Vorzüge einsteigen? Etwa auf die Empfehlung von Merrill-Lynch hin? Dann wäre er ganz schön blöd! Denn wer glaubt schon Blendern und Täuschern?!
...und da soll noch einer sagen, die Zockerei von Wiedeking und Härter hätten keinen Schaden angerichtet und seien ein Geniestreich gewesen.
*ironiemodus ein*
Was schreibe ich denn da, hat nicht der Ex-BDI-Präsident Henkel in gewohnt aristokratischer Manier verlauten lassen, wir bräuchten mehr Wiedekings in Deutschland? Da muss ich jetzt dann wohl umdenken.
*ironiemodus aus*