Optimismus in Wolfsburg: VW steigert trotz Finanzkrise und drohender Konjunkturprobleme Absatz und Gewinn. Trotzdem rüstet sich der Konzern für schlechte Zeiten.
Noch haben die Folgen der Finanzkrise Wolfsburg nicht erreicht, die Vorzeichen spürt jedoch auch Volkswagen. Weniger an finanziellen Kennzahlen, die sind nach wie vor - anders, als bei vielen Konkurrenten - gut. Trotzdem rüstet sich Europas größter Autobauer für schwere Zeiten.
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Volkswagen spürt noch wenig von der drohenden Konjunkturkrise. (© Foto: AP)
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Betriebsratschef Bernd Osterloh zufolge wird überlegt, die Weihnachtspause zu verlängern. "Wir werden oder sind gerade in der Überlegungsphase zu Weihnachten, die zwei Tage vor Heiligabend und Freitag, den 2. Januar, zu schließen. Es könnte auch sein, dass es Überlegungen gibt, damit die Lagerbestände nicht zu groß werden, dass man drei, vier oder fünf Tage dazu nimmt", sagte Osterloh.
"Die Krise erfasst auch Volkswagen, aber eben nicht in dem Maße, wie bei anderen", fügte er hinzu. Ein VW-Sprecher bestätigte die Überlegungen - betonte jedoch, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.
Erwartungen bestätigt
Unterdessen lassen die jüngsten Kennzahlen nichts von einer drohenden Absatzkrise erahnen. Denn trotz Finanzkrise und Konjunkturchaos hat Volkswagen in den ersten neun Monaten bei Umsatz und Gewinn noch zugelegt. Der Wolfsburger Konzern bestätigte - anders als viele Konkurrenten - seine Erwartungen für das Jahr 2008.
VW gehe unverändert davon aus, bei Absatz, Umsatz und operativem Ergebnis die Vorjahreswerte zu übertreffen, teilte VW mit. "Mit seiner jungen und umweltfreundlichen Modellpalette, einer flexiblen Produktion, soliden Finanzen und einer herausragenden Mannschaft steht der Konzern auf einem festen Fundament", sagte Konzernchef Martin Winterkorn.
Das operative Konzernergebnis stieg von Januar bis September 2008 um 15 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro im Vergleich zur Vorjahresperiode. Die Umsatzerlöse lagen mit 85,4 Milliarden Euro um 5,5 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 3,7 Milliarden Euro, 28,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Weltweit lieferte VW 4,8 Millionen Autos aus, eine Steigerung von 3,9 Prozent. Der weltweite Pkw-Marktanteil habe sich damit von 9,6 auf 10,1 Prozent erhöht. Trotz Finanzkrise und eines schwachen Branchenumfeldes legte VW auch im September mit 550.000 Auslieferungen noch um 0,7 Prozent zu.
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(sueddeutsche.de/dpa/AP/tob/mel)
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