Volkswagen forciert die Übernahme von Porsche. Doch das Vorhaben ist in Gefahr - wegen möglicher Steuerforderungen in Milliardenhöhe.
Die Übernahme des Sportwagenherstellers Porsche durch den Autokonzern Volkswagen könnte noch an den Finanzbehörden scheitern. Denn bei dem Geschäft drohen mögliche Steuerzahlungen in Höhe von bis zu drei Milliarden Euro.
Die Übernahme des Sportwagenherstellers Porsche durch den Autokonzern Volkswagen könnte noch an den Finanzbehörden scheitern. (© Foto: AP)
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Es werde nach Wegen gesucht, die Zahlungen an den Fiskus zu vermeiden, gelinge das nicht, dann "ist der Deal hinfällig", heißt es in Aufsichtsratskreisen von Porsche. Ein entsprechender Vorbehalt ist auch in der Grundlagenvereinbarung enthalten, die am Donnerstag von den Aufsichtsräten von Porsche und VW verabschiedet werden soll.
Volkswagen hatte sich zuvor im monatelangen Machtkampf mit Porsche durchgesetzt. Der Konzern aus Wolfsburg will das Unternehmen aus Stuttgart-Zuffenhausen für acht Milliarden Euro übernehmen. Der Sportwagenbauer hatte seinerseits versucht, den viel größeren Konzern zu übernehmen.
Hück: Aufruf an Oettinger
Der Grundlagenvereinbarung zufolge will VW den Rivalen nun in zwei Schritten schlucken. In einem ersten Schritt will VW 49 Prozent von Porsche übernehmen, in einem zweiten die übrigen 51 Prozent. Die Familien Porsche und Piech als bisherige Haupteigentümer von Porsche sollen an dem neuen VW-Konzern die Mehrheit halten, Niedersachsen besäße gut 20 Prozent der Anteile, dem Emirat Katar würden maximal 19,9 Prozent zufallen.
Doch das Geschäft könnte noch am Finanzamt scheitern, da bei der Übernahme Ertragsteuern in Milliardenhöhe anfallen könnten. "Es gibt diese Problematik", bestätigte ein Porsche-Sprecher.
Nach Angaben aus Porsche-Kreisen hat VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch einen Weg aufgezeigt, wie sich eine hohe Steuerbelastung vermeiden lasse. Dazu soll die Gründung neuer Gesellschaften notwendig sein. Ein VW-Sprecher sagte auf Anfrage: "Zu Inhalten unseres Konzepts äußern wir uns nicht."
Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück lehnt ein Entgegenkommen der Finanzbehörden strikt ab. Er verlangt von Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger, "keine Steuergeschenke zu machen". Dies wäre "gegen die Interessen des Autolandes Baden-Württemberg". In Baden-Württemberg könnte ein beträchtlicher Teil der Steuern anfallen, dort ist Porsche ansässig.
Vermögen "aufs Spiel gesetzt"
Die Steuerdebatte sorgt für neuen Zündstoff zwischen Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) und Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking. Wulff, der dem VW-Aufsichtsrat angehört, vermutet offenbar Wiedeking als Urheber der Diskussion um mögliche Steuerzahlungen.
Ein Sprecher der niedersächsischen Landesregierung warf dem Porsche-Chef vor, dieser habe mit seiner Strategie bei Porsche das "gesamte Vermögen" der Familien Porsche und Piëch, "aufs Spiel gesetzt". Es sei unbegreiflich, dass Wiedeking auch noch die Rettung des Familienvermögens torpediere. Wiedeking hatte den VW-Konzern übernehmen wollen und dabei mehr als zehn Milliarden Euro Schulden angehäuft, die Porsche belasten.
Inzwischen gibt es erstmals Signale von Wiedeking, dass er zu einem Rückzug bereit sei. In Aufsichtsratskreisen von Porsche wird er mit den Worten zitiert: "Ich kann nicht versprechen, dass ich bleibe, wenn Porsche verkauft wird." Als neuer Vorstandsvorsitzender ist der bisherige Produktionschef von Porsche, der 48 Jahre alte Michael Macht, im Gespräch.
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(SZ vom 20.07.2009/tob)
Machtkampf in der Linken
Gratuliere, endlich mal jemand, der kapiert hat wie das Ganze abgelaufen ist! Durch das Ausweichmanöver Porsche vs. VW wurde dies, ohne die eigene Familienschatulle plündern zu müssen, erst möglich. Wenn es anders herum wäre, dann würde Holger Härter samt Wiedeking längst in der sprichwörlichen Wüste und stünden unter Anklage.
Alles finanziert von VW (dem Staat) und der Marionette Scheich Gutgläubig! Einfach genial!
Ich korrigiere:
Laut dem Internet-Handelsregister ist die Porsche SE im HR Stuttgart unter: HRB724512 eingetragen.
In diesem Eintrag ist kein Niederlassungshinweis.
Meine Mitteilung, daß die Porsche SE in Salzburg sitzt, ist somit falsch (meine Meinung gab ich kund aufgrund einer offensichtlich falschen Inhaltsveröffentlichung in einer deutschen Zeitung).
Sorry.
Merkwürdig, dass Porsche VW schlucken wollte, akzeptierte der Porsche-Betriebsratsvorsitzende. Sah es wohl als weiteren Ausbau auch seiner Machtposition. Die Idee war ja auch, dass die Produktionsplattformen von Porsche und VW besser miteinander verbändelt werden sollten. Und nun, umgekehrt, ist das alles verkehrt und schädlich. Die spielen wohl alle irgendwie verrückt und mit Vernunft hat das nichts mehr zu tun.
Die Moderation hat wieder mal zugeschlagen...!
Nochmals in Zeitlupe:
Es sieht wirklich danach aus, als wenn der Deal Porsche schluckt VW ein Schattenmanöver gewesen sei, um den Familien Porsche und Piech die Übernahme von VW zu erleichtern. Das ist doch grandios gelungen. Beide Familien hätten selbst bei Zusammenlegung ihres gesamten Vermögens dies nie stemmen können. Der Schachzug mit dem Scheich ist einfach genial. Er hat mit seinen 19,9% nicht mal ein Vetorecht! Das sieht nach einer Scharade von Piech aus. Er ist jetzt 74. Es ist somit überschaubar, ab wann VW wieder freier atmen kann...!
Ich bin erschüttert. Jetzt sollen große Unternehmen auch noch Steuern zahlen? Ich dachte der Reichtum der Familien Piech und Porsche sei systemimmanent, äh relevant.
Zumindest wäre es gut - auch wenn solche Artikel nur der Meinungsmache dienen -, wenn derartige Beiträge von Mitarbeitern geschrieben werden, die grundsätzlich etwas vom Themenbereich verstehen und die sich auch die Zeit nehmen, sich mit dem Sachverhalt angemessen auseinander zu setzen.
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