Seltsame Kehrtwende: VW-Chefkontrolleur Piëch hat plötzlich kein Problem mehr mit dem Einfluss von Porsche. Die Belegschaft des Konzerns ist verwundert.
Der Schweiger hat gesprochen: Ferdinand Piëch, 71, der Aufsichtsratschef von VW, der zugleich Gesellschafter des Sportwagenherstellers und VW-Großaktionärs Porsche ist, sagte in der Bild-Zeitung, er habe gegen die Beherrschung von VW durch Porsche "überhaupt nichts einzuwenden". Das klingt versöhnlich.
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VW-Chefaufseher Ferdinand Piëch geht auf Porsche zu. (© Foto: ddp)
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Seit Wochen schwelt der Streit zwischen VW und Porsche. Im September hatte die VW-Belegschaft in Wolfsburg massiv gegen den neuen Eigentümer aus Zuffenhausen demonstriert. Es hatte damals den Anschein, als habe Piëch, der von 1993 bis 2001 auch Vorstandschef des Wolfsburger Konzerns war, den Aufmarsch gegen Porsche klammheimlich gutgeheißen. Jetzt will Piëch offenbar die Spannung aus dem verkrampften Verhältnis von Porsche und VW nehmen, indem er sagt, er sei für die Führung durch Porsche.
Die Worte von Piëch, der sich selten öffentlich äußert, haben den Betriebsrat von VW aber offenbar verschreckt. So sagt Piëch, das VW-Gesetz, das den VW-Arbeitnehmern besondere Rechte gibt, sei "für den Erfolg des Unternehmens nicht unbedingt wichtig". Das tut den Betriebsräten weh. Sie kämpfen mit aller Kraft für den Erhalt dieses Gesetzes.
Die Arbeitnehmervertreter hatten in Piëch immer ihren größten Verbündeten. Das völlige Einvernehmen scheint vorbei zu sein. Denn Piëch hat in dem Interview nichts dazu gesagt, wie er zu dem geplanten Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag für VW steht, den Porsche klar erkennbar anstrebt.
Lebhafte Spekulationen
Porsche-Chef Wendelin Wiedeking will spätestens im Dezember mehr als 50 Prozent der VW-Aktien halten und noch darüber hinaus gehen. "Wir sind strikt gegen einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag mit Porsche". Der Betriebsrat werde "alles in unseren Möglichkeiten Stehende tun", um eine solche Abmachung zu verhindern. Der Porsche-Vorstand habe mit seinen Attacken auf die Belegschaft bewiesen, dass er nicht in der Lage sei, verantwortungsvoll mit den Beschäftigten eines Weltkonzerns zu arbeiten.
Warum Piëch jetzt auf Porsche zugeht, ist Gegenstand lebhafter Spekulationen. Seine oft durchschimmernde Haltung gegen den Porsche-Einzug in Wolfsburg wirkte immer sehr merkwürdig. Denn Porsche gehört den Familien Piëch und Porsche. Ferdinand Piëch hat als Porsche-Gesellschafter der VW-Übernahme zugestimmt, die er in seiner Rolle als VW-Oberkontrolleur aber zu bekämpfen schien.
Möglicherweise haben ihn seine Brüder und Vettern ermahnt, sich versöhnlich zu geben. Es ist zu hören, dass am Wochenende der Porsche-Piëch-Familienrat tagte.
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(SZ vom 24.10.2008/tob)
Großprojekte in Berlin
1. Da ist meiner Ansicht nach noch gar nichts entschieden. herr Piech fiel doch immer durch äußerstes taktieren auf. Wenn man von Herrn Piech geküßt wird sollte man sehr auf der Hut sein.
2. Der VW Aktienkurs, der 'jedem' Rätsel aufgab wird vielleicht bald erklärbar sein wenn klar wird wer da gekauft hat. Keine Ahnung aber schon sehr undurchsichtig das ganze.
Da gabs wohl was von der Familie auf die Glatze...