Immerhin keine Verluste: Volkswagen rettet sich dank des Verkaufs einer Tochterfirma und einer Steuergutschrift in die Gewinnzone - und warnt zugleich vor Euphorie.

Das Management von Volkswagen kann erst einmal tief durchatmen. Der Autohersteller aus Wolfsburg muss für das erste Quartal nun doch keine Verluste melden. Bislang wollte der Konzern rote Zahlen für die ersten drei Monate des Jahres nicht ausschließen. 243 Millionen Euro fuhr der Dax-Konzern nun im ersten Quartal ein, das sind zwar 76 Prozent weniger als im Vorjahr - doch immerhin noch ein Gewinn.

Volkswagen, AP

Volkswagen meldet schwarze Zahlen - dank einiger Sondereffekte. (© Foto: AP)

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Doch es ist ein Gewinn, der auf wackeligen Beinen steht. Ohne den Verkauf einer Tochtergesellschaft sowie einer Steuergutschrift, hätten die Zahlen ziemlich mies ausgesehen. Die Wolfsburger hatten ihr brasilianisches Nutzfahrzeug-Geschäfts an MAN verkauft, dieser Deal spülte 600 Millionen Euro in die Kasse. Dazu kam eine Steuergutschrift in Höhe von 200 Millionen Euro.

Vor Steuern verdiente der VW-Konzern im Zeitraum von Januar bis März nur noch 52 Millionen Euro nach 1,37 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Umsatz ging um 11,2 Prozent auf knapp 24 Milliarden Euro zurück. Die weltweiten Auslieferungen lagen rund elf Prozent im Minus - bei 1,4 Millionen Fahrzeugen. Details zu den Zahlen will der Konzern am 29. April vorlegen.

Rückläufiger Absatz erwartet

An der Börse wurden die Zahlen zunächst positiv aufgenommen. Die VW-Aktie drehte ins Plus und legte zwischenzeitlich auf bis zu 242,39 Euro zu. Gegen Mittag notierte das Papier bei 236,55 Euro mit 0,19 Prozent im Minus. In einer ersten Reaktion sagte ein Händler, sowohl Umsatz als auch das operative Ergebnis lägen zwar deutlich unter den Vorjahreswerten, fielen insgesamt aber "ganz gut" aus.

Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern unverändert mit einem rückläufigen Absatz und Umsatz sowie einem Ergebnis unter den Vorjahren. 2008 war bei einem Umsatz von 113,8 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis von 6,33 Milliarden Euro sowie ein Überschuss von 4,7 Milliarden Euro erwirtschaftet worden. Bisherigen Angaben zufolge stellt sich Volkswagen auf ein Absatzminus von zehn Prozent ein.

VW machte die weltweite Wirtschaftskrise für die schwache Geschäftsentwicklung verantwortlich. Allerdings sei der Auto-Weltmarkt noch viel stärker als der eigene Absatz eingebrochen, teilte VW mit. In wichtigen Regionen habe der Konzern so Marktanteile gewonnen.

In diesem Jahr will das Unternehmen mit den Marken VW, Audi, Seat Skoda "eine Vielzahl neuer und verbrauchsarmer Modelle präsentieren", die in auch bisher nicht nicht bediente Marktsegmente vorstoßen. Unterdessen vergab Volkswagen zwei große Produktionsaufträge ins Ausland: Der kleine Geländewagen Audi Q3 soll in Spanien gebaut werden, der unter dem Namen Up! geplante Miniwagen in der Slowakei. Dazu will der Konzern mehr als 600 Millionen Euro investieren.

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(sueddeutsche.de/dpa-AFX/AP/tob/mel)