Volkswagen Gefürchteter US-Anwalt greift VW an

Der amerikanische Anwalt Hausfeld, der sich auf Sammelklagen spezialisiert hat, gilt als unangenehmer Gegner.

(Foto: dpa)

Die Kanzlei Hausfeld hat bereits Milliarden für Zwangsarbeiter in der Nazizeit und Gegner der Zigarettenindustrie erstritten.

Von Markus Balser

Der juristische Druck auf den VW-Konzern in der Affäre um Abgasmanipulationen wächst. Nach einer Gruppe mächtiger Investoren beginnt nun auch die gefürchtete amerikanische Kanzlei Hausfeld damit, in Deutschland gegen den VW-Konzern vorzugehen. In einem Schreiben an Konzernchef Matthias Müller, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt, erklären Hausfeld und der deutsche Kartellrechtsspezialist der Kanzlei, Christopher Rotter, man sei von deutschen Kunden und Unternehmen beauftragt worden, ihre Rechte in Verbindung mit dem Kauf von VW-, Audi-, Seat- und Škoda-Fahrzeugen wahrzunehmen.

Für VW könnte das unangenehm und teuer werden. Unter Konzernen gilt der Washingtoner Anwalt Hausfeld als unangenehmer Gegner. Er hat sich auf Sammelklagen spezialisiert und sowohl die Zwangsarbeiter der Nazizeit, die Opfer einer Ölpest und Kläger gegen die Zigarettenindustrie vertreten und jeweils Milliardensummen für die Klienten erstritten.

In der VW-Affäre spielt der Anwalt nicht nur im Schadenersatzverfahren in den USA eine führende Rolle. Er vertritt nun nach eigenen Angaben etwa Betreiber von Fahrzeugflotten. Zudem startet die Kanzlei derzeit ein Großprojekt für Privatkunden, das VW teuer kommen könnte. Über eine Webseite sollen Kunden ihre Rechte an einen Dienstleister abtreten. Hausfeld will dann für deutsche Kunden ähnlich kulante Regelungen erkämpfen wie in den USA, wo VW-Käufer zusätzlich zu den Reparaturen mit 1000 Dollar entschädigt werden.

Das Schreiben an VW gilt als Auftakt für das juristische Tauziehen. Die Kanzlei fordert den VW-Chef darin ultimativ zu einem Gespräch binnen zwei Wochen auf, "um einen Prozess zwischen dem Konzern und seinen Kunden in Deutschland und Europa zu starten", der in einem frühen und für alle zufriedenstellenden Abschluss enden könne. Damit deutet die Kanzlei die Bereitschaft zu einem Vergleich an.

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