Der Retter aus der Wüste - ein böser Zauber? Das Emirat Katar pocht schneller als ursprünglich geplant auf mehr Macht bei Volkswagen. Und riskiert Zoff mit den Familien Porsche und Piëch.
Erst Porsche gerettet - und jetzt deutlich mehr Einfluss im Aufsichtsrat von Volkswagen: Das Emirat Katar will offenbar schneller mehr Macht und Einfluss bei VW als bislang bekannt. Die Scheichs dringen auf einen zweiten Sitz im VW-Kontrollgremium, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf VW-Aufsichtsratskreise. Droht den Familien Porsche und Piëch ein herber Rückschlag im VW-Aufsichtsrat?
Porsche, vom Emirat gerettet, gehört jetzt zu Volkswagen - und dort wollen die Scheichs jetzt ihren Einfluss im Aufsichtsrat ausbauen. (© Foto: ddp)
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Es bestehe Einvernehmen darüber, dass Katar "bei nächster Gelegenheit" einen weiteren Platz im Volkswagen-Aufsichtsrat besetzen solle, zitiert das Blatt Kreise der niedersächsischen Landesregierung. Volkswagen wollte den Bericht nicht kommentieren.
VW und Porsche dürften spätestens 2011 zum integrierten Autokonzern verschmelzen. Bislang galten zwei Sitze für den Golfstaat nur als mittelfristige Perspektive. Doch was heißt schon mittelfristig?
Familienclans unter Zugzwang
Der Wunsch der Scheichs setzt vor allem Porsche-Clan-Chef Wolfgang Porsche und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch massiv unter Druck. Denn sollte keiner aus dem Familienclan freiwillig seinen Aufsichtsratsstuhl räumen, müsste ein externer Kontrolleur weichen.
Es gebe "keinerlei Überlegungen, dass ein Familienmitglied sich aus dem Aufsichtsrat zurückzieht", berichtet das Wirtschaftsblatt aus dem Umfeld von Porsche-Chefaufseher Wolfgang Porsche. Neben Wolfgang Porsche und seinem Cousin Ferdinand Piëch gehören auch Piëchs Bruder Hans Michel und Neffe Ferdinand Oliver Porsche dem Kontrollgremium an. Der Rückzug eines Familienmitglieds würde auch das ach so wichtige familiäre Stammesgefüge im Kontrollgremium durcheinanderwirbeln.
Bleibt also nur der (un-)freiwillige Rückzug eines externen Kontrolleurs? Offenbar ist das das Kalkül des Familienclans. Denn machen die Energiemanager Jürgen Großmann (RWE) und Hans Michael Gaul (ehemals Eon) oder Tui-Chef Michael Frenzel für das Emirat Katar Platz im VW-Aufsichtsrat, müsste keiner aus der Familie Porsche/Piëch zurückstecken. Als schwächster Kandidat gilt offenbar Gaul. Dem Land Niedersachsen, Großaktionär mit 20 Prozent der VW-Anteile, stehen per Satzung zwei Sitzung im Aufsichtsrat zu.
Katar war Mitte August vergangenen Jahres mit einer mehrere Milliarden Euro schweren Beteiligung bei VW/Porsche eingestiegen. Der erste Vertreter des Emirats, das am Ende gut 17 Prozent am kombinierten Autobauer VW-Porsche halten dürfte, steht auf der VW-Hauptversammlung im April zur Wahl. Hussain Ali Al-Abdulla, Manager der Katar-Holding, soll den Unternehmer Roland Oetker ersetzen.
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(sueddeutsche.de/dpa/mel/hgn)
Ihr Hinweis auf die vermeintlich wohltuende Wirkung vom damaligen "Freeze" ist m.E. zutreffend. Aber ich bezweifle es, dass sich die Redaktion ernsthaft damit auseinandersetzen möchte, zumal es mit dem Medium Internet immer verlockender wird, irgendetwas schnell und ebenso schnell betittelt (...) unter die Leute zu bringen.
Grüsse
zack34
ps.
Dem Sog hat sich bisher m.W. keine einzige Redaktion in diesem Lande entziehen können, allen voran DER SPIEGEL und die Konsorten, die sich selbst gerne zu den sog. Qualitätsmedien dazu zählen...
Wenn das Printmedium SZ auf gleichem Niveau berichten würde, gäbe es sicherlich viel weniger Leser.
So reißerische und unsachliche Artikel lassen sich nur im Internet produzieren. Und man wundert sich, wieso das Niveau der Leserschaft gesunken ist? Ich erinnere hier an den Freeze der angeblich zu einer höheren Qualität der Lesermeinungen beitragen soll. Sowas nennt man auch Heuchelei.
im Prinzip verstehe ich deren Interessen, immerhin wollen diese auch schauen, wo ihr Geld hingeflossen ist!
da haben doch einige angst, ihren Sessel zu räumen, den sie jahrelang bewegungslos durchgesessen haben
Ganz richtig. Alles was hier an nüchternen Tatsachen berichtet wurde, ergibt sich aus deutschem Aktien- und Mitbestimmungsrecht. Seriöse Wirtschaftsberichterstattung sieht anders aus.
als die Ölscheichs dumme Geldgeber waren. Das muss nun auch Herr Piëch lernen. Vor allen Dingen haben sie auch noch in Harvard usw. studiert. Kein leichtes Spiel mehr. Aber auch richtig so. Der für die Party bezahlt, soll auch bestellen können.