Ein Kommentar von Michael Kuntz

Die Autos der Marke VW sind wahre Ingenieurs-Kunstwerke, an denen sich leider aber nichts verdienen lässt. Der VW-Aufsichtsrat ist deswegen in eine zweitägige Klausur gegangen. Von ihm wird vor allem eines verlangt: Mut zu unpopulären Entscheidungen.

Nun ist die Zeit der Zaghaftigkeit vorbei. Bei Europas größtem Autohersteller lassen sich die Verhältnisse nicht mehr schönreden. Volkswagen wird schon zu lange von seiner Edeltochter Audi und den Finanzdienstleistungen alimentiert. Das Geld aus Ingolstadt oder dem Geschäft mit Leasing und Krediten wird im großen Volkswagen-Reich versenkt - zu einem großen Teil jedenfalls.

Zum Sparen gezwungen: VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder vor der Presse in Wolfsburg. (© Foto: AP)

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Die Autos der Marke VW sind auf für den Hersteller sehr kostspielige Art kundenorientiert: Die Käufer bekommen eine luxuriöse Hinterachse und manch anderen technischen Schnickschnack. Das Werk verdient fast nichts an diesen Ingenieurs-Kunstwerken, die - hier liegt eine gewisse Tragik - in Europa so gefragt sind wie die Erzeugnisse keiner anderen Autofirma.

Seit Mittwoch um 17 Uhr nun haben sich die Mitglieder des Aufsichtsrates von Volkswagen in Wolfsburg bei einer auf zwei Tage angesetzten Sondersitzung eingeschlossen.

Anforderungen

Von den jeweils zehn Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer wird vor allem eines verlangt: Mut zu unpopulären Entscheidungen.

Vorstandsvorsitzender Bernd Pischetsrieder, seit vier Jahren im Amt, hat zwar diverse Sparprogramme angeschoben, diese reichen aber offenbar bei weitem noch nicht.

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