Voith Hydro Wasserkraft-Projekt gestoppt

Der Kraftwerksausrüster zieht Konsequenzen nach dem Mord an einer Umweltaktivistin in Honduras und stellt die Lieferung von Turbinen ein.

Von Christoph Giesen

Nach dem Mord an der honduranischen Umweltschützerin Berta Cáceres hat der Turbinenhersteller Voith Hydro, an dem auch der Siemens-Konzern eine Minderheitsbeteiligung hält, seine Lieferungen für das umstrittene Wasserkraftprojekt Agua Zarca eingestellt.

Der Grund: Anfang der Woche waren vier Tatverdächtige in Honduras festgenommen worden, ihnen wird vorgeworfen, am Mord an der Umweltaktivistin beteiligt gewesen zu sein. Cáceres war Anfang März in ihrem Haus erschossen worden. Sie hatte sich seit Jahren für die Rechte der Lenca-Indianer eingesetzt und gegen den Bau des Wasserkraftwerks Agua Zarca gekämpft.

Wie nun zu hören ist, soll es sich bei einem der Festgenommen um einen Manager des Energiekonzerns Desarrollos Energéticos S.A. (Desa) handeln, also just jenem Unternehmen, das Voith Hydro den Auftrag zum Bau der Turbinen erteilt hat. Die Desa hatte bislang eine Beteiligung an dem Mord bestritten.

Siemens unterstützte die Entscheidung des Partners. "Die Entscheidung von Voith, die Lieferungen nach Honduras zu stoppen, war notwendig und ist richtig", teilte das Unternehmen mit. "Wir begrüßen dies ausdrücklich - genauso wie die Schritte der Behörden, vor Ort für Aufklärung der Verbrechen zu sorgen. Wir beobachten die Ermittlungen und mögliche Gerichtsprozesse mit höchster Aufmerksamkeit und verurteilen jegliche Form von Gewalt aufs Schärfste."