Die Investmentbranche spricht vom schlimmsten Monat aller Zeiten. Doch die Optimisten unter den Fachleuten erkennen schon wieder Chancen.
Der Monat Oktober geht wegen extrem schlechter Zahlen in die Geschichte der deutschen Fonds ein. Insgesamt 46 Milliarden Euro zogen Anleger im Vergleich zu September aus Publikumsfonds. Das entspricht sieben Prozent des Gesamtvermögens. "Eine solche Kapitalflucht gab es noch nie zuvor", so der Bundesverband BVI.
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Handelsraum einer deutschen Bank: Der massive Einbruch an den Märkten verdirbt das Geschäft. (© Foto: dpa)
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Die Nachricht mag zunächst nicht allzu sehr überraschen, schließlich stecken die Finanzmärkte in einer tiefen Vertrauenskrise, die Börsen sind gerade im Oktober massiv eingebrochen.
Folgerichtig haben Investoren den Aktienfonds innerhalb eines Monats 4,9 Milliarden Euro entzogen. Auch dieser Betrag ist ein Negativrekord, die Summe liegt gut 60 Prozent über dem Wert vom Januar 2008, als die Börsen das erste Mal in diesem Jahr einbrachen. "Dennoch hätte ich für Aktienfonds schlechtere Zahlen erwartet", sagt Werner Hedrich, Chefanalyst der Fondsratingagentur Morningstar.
30 Milliarden Euro sind perdu
"Wahrscheinlich kam der Kursabsturz im Oktober zu überfallartig. Anleger konnten kaum noch reagieren und dachten zum Schluss, dass es sich nun auch nicht mehr lohne, die Aktienfonds zu verkaufen", meint Hedrich.
Überraschend an der BVI-Statistik ist, dass rund zwei Drittel der Kapitalabflüsse Geldmarktfonds sowie geldmarktnahe und Kurzläufer-Rentenfonds betroffen hat. 30 Milliarden Euro sind perdu in dieser Produktkategorie.
"Zum einen verunsicherte die Mitteilung, dass der Gesetzgeber steuerorientierte Geldmarktfonds schärfer besteuern will", sagte BVI-Präsident Wolfgang Mansfeld. Anleger verkaufen, weil sie die Kursgewinne anders als bisher versteuern müssen, voraussichtlich ab dem Jahr 2010.
"Darüber hinaus gab die Bundesregierung im Oktober eine Garantie für Bankeinlagen ab, was Fondsanleger verunsicherte", so Mansfeld.
Keine Garantie der Bundesregierung
Rüdiger Sälzle von der Beratungsfirma Fondsconsult vermutet, dass Anleger zunächst in den sicher wirkenden Geldmarktfonds blieben. Als die Garantie der Bundesregierung kam, schichteten sie zu Tages- oder Festgeld um, weil sie ihre Banken wieder für sicher hielten.
Wer sein Geld nicht sofort benötigt, könnte sich das auch jetzt überlegen, findet Sälzle. "Wer sein Geld auf zwölf Monate festlegen kann, dem winken attraktive Zinsen." Wer in Geldmarktfonds einsteigt, muss dagegen Gebühren zahlen. "Für Privatanleger sind Geldmarktfonds nichts, Festgeld bringt mehr Rendite", sagt Analyst Hedrich von Morningstar. In Geldmarktfonds seien deshalb hauptsächlich Profis investiert.
Für die Fondsbranche waren die letzten Wochen sehr ernüchternd. Offenbar glaubten viele Anleger, Fonds seien ausfallgefährdet, zumal die Bundesregierung für diese Produkte keine Garantie aussprach. Doch die benötigen Fonds gar nicht, weil sie als Sondervermögen niemals in die Konkursmasse einer Bank fließen. Das Geld in Fonds gehört also den Anlegern.
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Zitat: "Für die Fondsbranche waren die letzten Wochen sehr ernüchternd. Offenbar glaubten viele Anleger, Fonds seien ausfallgefährdet, zumal die Bundesregierung für diese Produkte keine Garantie aussprach. Doch die benötigen Fonds gar nicht, weil sie als Sondervermögen niemals in die Konkursmasse einer Bank fließen. Das Geld in Fonds gehört also den Anlegern."
wer sich die Performance der Geldmarktfonds genau anschaut, wird eigenartige Kursverläufe entdecken, gabe es doch einige Papiere in diesen Fonds die ausgefallen sind, dazu wurden andere Papiere zu schlechten Kursen liquidiert, um zurückgegebene Anteile auszahlen zu können. Das alles wird gern verschiwegen, drückt es doch die Performance teils weit unter die Tagesgeldzinsen und die sind nun mal bei staatlicher Garantie der Schuldsumme die flexiblere Wahl.
Wenn ich Fondsmanager wäre, würde ich auch Optimismus verbreiten - verdiene ich doch, wie im Artikel beschrieben, mit. Jedoch gerade bei Aktienfonds kann niemand den Tiefpunkt abschätzen. Und auch das Unternehmensvermögen könnte der Deflation unterliegen. Und sollte die Krise tatsächlich fünf Jahre andauern, sind auch Unternehmen wie Daimler oder BASF gefährdet, so absurd dies jetzt auch klingen mag. Und es ist deshalb nicht sinnvoll in Fonds zu investieren, eben weil man das Risiko selber trägt.
Der Artikel ist aber gut, weil er dies auch transparent macht und die beschriebenen Optimisten mit Skepsis unterlegt.
"Der unabhängige Vermögensberater Bert Flossbach rät Anlegern"
Er rät! ;-)