Verstöße in den USA Commerzbank soll mehr als eine Milliarde Dollar zahlen

  • Die Commerzbank muss wohl in einem Vergleich mit US-Behörden mehr als eine Milliarde Dollar (etwa 800 Millionen Euro) zahlen.
  • Ihr wird vorgeworfen, gegen Sanktionen verstoßen und mit Geldwäsche-Regeln zu lax umgegangen zu sein.
  • Die französische Bank BNP Parisbas musste wegen ähnlicher Vorwürfe fast neun Milliarden US-Dollar zahlen.

Teurer Vergleich mit US-Behörden

Die Commerzbank muss in den USA sehr viel mehr zahlen, um einem Gerichtsverfahren zu entgehen, als gedacht. Der Bank wird vorgeworfen, gegen Sanktionen verstoßen und Geldwäsche-Regeln missachtet zu haben. Der Vergleich, über den die zweitgrößte deutsche Bank mit Regulierern und Strafverfolgungsbehörden verhandelt, dürfte sie mehr als eine Milliarde US-Dollar (etwa 800 Millionen Euro) kosten, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Das hatte zuvor auch die Financial Times (FT) berichtet. Die Commerzbank wollte die Berichte gegenüber der Süddeutschen Zeitung nicht kommentieren.

In den möglichen Vergleich sind vier Regulierungs- und Justizbehörden eingebunden - vom Justizministerium bis zur New Yorker Finanzaufsicht. Die Untersuchungen laufen schon seit 2010. Mit der Einigung könnte die Commerzbank ein Gerichtsverfahren umgehen.

Auch andere Banken unter Verdacht

Mit der Zahlung käme die Commerzbank relativ glimpflich davon. Die französische Großbank BNP Paribas hatte im Frühjahr wegen ähnlicher Verstöße akzeptieren müssen, 8,9 Milliarden Dollar an die USA zu zahlen. Auch der Deutschen Bank drohen in den USA Strafzahlungen wegen Verstößen gegen Embargos.

Die möglichen Verstöße der Bank

Die USA verdächtigen die Commerzbank, gegen Sanktionen verstoßen zu haben, die das Land gegen Iran verhängt hat. Die Bank hatte Finanzkreisen zufolge schon im September kurz vor einer Einigung gestanden, für eine deutlich geringere Summe. Damals ging es aber nur um die Sanktionen. Dann drängte die Staatsanwaltschaft in Manhattan darauf, auch den Vorwurf eines zu laxen Umgangs der Bank mit Geldwäsche-Regeln mit zu verhandeln.

Dabei ging es um einen Bilanzskandal des japanischen Olympus-Konzerns. 2011 hatte das Unternehmen eingeräumt, mehr als zehn Jahre lang die Bücher frisiert zu haben, um massive Verluste mit Finanzanlagen zu verbergen. Die Commerzbank soll dabei Transaktionen im Wert von Hunderten Millionen Dollar abgewickelt haben, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht.

Höhe der Rückstellungen unklar

In der Bankenkrise 2008 hatte die Commerzbank schwer gelitten. Wegen der Kreditrisiken der kurz zuvor übernommenen Dresdner Bank musste die Commerzbank Mittel aus dem staatlichen Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) in Anspruch nehmen. Später wurde die Bank teilverstaatlicht. Bis heute liegen in einer internen Bad Bank faule Kreditpapiere in Milliardenhöhe.

Wie viel die Bank für den Rechtsstreit zurückgelegt hat, ist unklar. Analysten waren im Sommer von gut 300 Millionen Euro ausgegangen, zwischenzeitlich könnte sie die Summe allerdings aufgestockt haben. Im Quartalsbericht der Bank war von einem "nicht unerheblichen Geldbetrag" die Rede, den ein Vergleich kosten könnte.