41 Blöcke, vier Bieter - und eine Auktion, die über Wohl und Wehe entscheidet. Die Versteigerung der Mobilfunk-Frequenzen hat begonnen. Und der kleinste Anbieter überrascht mit einer Top-Offerte.
Vier Bieter kämpfen in Mainz um die Mobilfunk-Frequenzen der vierten Generation. Die vier in Deutschland tätigen Mobilfunkanbieter T-Mobile, Vodafone, O2 und E-Plus haben in der ersten Runde Gebote im Gesamtvolumen von rund 94,5 Millionen Euro abgegeben, wie die Bundesnetzagentur mitteilte.
Der Mobilfunkanbieter O2 ist bei der Auktion um die begehrten Mobilfunk-Frequenzen vorgeprescht. (© Foto: dpa)
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Für den Nachmittag seien noch zwei weitere Runden geplant, sagte ein Sprecher der Netzagentur.
Die Gebote auf einzelne Frequenzen hätten teils "deutlich über den Mindestgeboten gelegen", hieß es. Überraschend vorgeprescht ist in dieser ersten Runde offenbar ausgerechnet O2, der kleinste Netzbetreiber.
Für zwei Blöcke der besonders begehrten 800-Megahertz-Frequenzens hat die Telefonica-Tochter nach Angaben der Bundesnetzagentur insgesamt 15 Millionen Euro geboten - und damit dreimal so viel wie die Konkurrenten T-Mobile oder Vodafone. E-Plus kam gar nicht zum Zuge. Insgesamt sind 41 Frequenzblöcke zu vergeben.
Wie lange die Auktion dauern werde, lasse sich aus den ersten Geboten aber noch nicht ableiten, sagte der Sprecher der Netzagentur. Bei den UMTS-Mobilfunkfrequenzen hatte sich die Versteigerung zur Jahrtausendewende über Wochen hingezogen.
Auflagen für Käufer
Die neue 4G-Technologie soll deutlich schnelleres Internet ermöglichen als die bisherige Handy- und Festnetztechnik. Die Frequenzen um 800 Megahertz sind mit der Abschaltung des analogen Fernsehens über Antenne frei geworden und stehen bei den Mobilfunkkonzernen weit oben auf der Wunschliste. Auf diesem Frequenzband werden weniger Funkstationen für die Abdeckung einer Region gebraucht, was den Ausbau wesentlich günstiger macht. Sie sind daher besonders geeignet, um ländliche Gebiete zu versorgen.
Wer diese Frequenzen erwirbt, muss jedoch mit Auflagen rechnen. So müssen die Erwerber ab 1. Januar 2016 mindestens 90 Prozent der Bevölkerung in noch zu benennenden Städten und Gemeinden mit einem schnellen Internetanschluss versorgen. Der Ausbauplan erfolgt dabei nach vier Prioritätsstufen von Städten und Gemeinden mit 5000 Einwohnern und weniger bis 50.000 Einwohner und mehr.
Die Versteigerung der Frequenzen selbst erfolgt nach einem komplizierten Regelwerk. Während der Versteigerung gibt es unter anderem Aktivitätsphasen, Mindestgebote und Bietbefreiungen. Auch sind die Unternehmen mit unterschiedlichen Bietberechtigungen ausgestattet: So dürfen die Marktführer T-Mobile und Vodafone bei der digitalen Dividende weniger Blöcke ersteigern. Wie lange die Auktion dauern wird, ist noch offen, Experten rechnen mit einem Erlös im einstelligen Milliardenbereich. Die UMTS-Versteigerung, die im Jahr 2000 rund 50 Milliarden Euro in die Staatskassen spülte, dauerte drei Wochen.
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(sueddeutsche.de/AFP/Reuters/dpa/tob/mel)
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"Riesige Abschreibungen bei den Steuerzahlungen der Telekommunikationsunternehmen "
Nur als Denkanstoß: Dax-Unternehmen haben eine Steuer von im Mittel 25% laut Bilanz. Wenn die Unternehmen dem Staat also 50 Mrd zahlen, dann verliert dieser bestenfalls 12.5 Mrd an Steuern. Allerdings profitiert der Staat auch durch die bei UMTS geschaffenen Jobs nebst Nachfrage.
Glauben Sie, dass ein Internet-taugliches Handy ohne UMTS Datenseitig sinnig und zudem bezahlbar wäre? Mit der Mentalität der alten Bundespost hätten wir heute noch 56k Modems und ISDN Kanalbündelung, wir würden über DSL langsam nachdenken und in Großstädten Pilotprojekte haben.
... schnelles Internt auf dem Dorf. Ich gönne es den Leuten dort wirklich sehr, muss aber doch fragen, weshalb ich in der münchner City nur ein DSL 3000 von den T-eletubbies geboten bekomme und alles was schneller ist, nicht verfügbar ist.
Und nein: Ein 4G Anschluss zu Mondtarifen (analog zu UMTS) möchte ich nicht haben.
Was hat sich den in den letzten Jahren bei den Mobilfunkprodukten getan? Nichts, außer halbjährlich neuer Endgeräte und zunehmender Preissenkungen. Das sinnvolle bezahlbare EU-Roaming können sich die Netzbetreiber auch nicht auf die Fahne pinseln, sondern hier hat die EU selbst gehandelt. Vielleicht liegt es einfach auch nur daran dass die Verkäufer bei den Netzbetreibern deutlich in der Überzahl sind, die Technik und Anwendungen nur am Rande interessieren.
Wo sind denn die Angedachten schönen virtuellen Anwendungsmöglichkeiten der Netzbetreiber-Werbefilme der Jahre 1998 2003 geblieben. In der Schublade? Oder in der Entwicklung?
Vielleicht wird ja diesmal alles anders, vielleicht auch besser.
Und die 50 Milliarden für die UMTS-Lizenzen dereinst hat uns Bürgern was beschert?
Riesige Abschreibungen bei den Steuerzahlungen der Telekommunikationsunternehmen und die Tatsache, dass wir bis heute kein Flächendeckendes UMTS-Netz haben. Von adäquaten Preisen ganz zu schweigen.
Flächendeckendes schnelles Internet müßte schon kein Thema mehr sein, wäre die UMTS Entwicklung nicht schon in ihrer Anfangsphase derart ausgebremst worden.
Es bleibt nur zu hoffen, dass wenigstens diesmal der Aufbau einer ordentlichen Infrastruktur für unsere Informationsgesellschaft keine neuen Steine in den Weg gelegt werden, und sich der Preis für die Lizenzen im Rahmen hält!