Versandhaus in Not Die Quelle der CSU
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Wirtschaftsminister Guttenberg versagt Arcandor staatliche Millionen, und sein Parteichef Seehofer stützt die Konzerntochter Quelle - die CSU ist mehr denn je eine Partei voller Widersprüche.
Man wüsste gerne, was Karl-Theodor zu Guttenberg über den Fall Quelle denkt. Ein Unternehmen aus Bayern ist pleite. Ein Unternehmen aus Franken, wo der Bundeswirtschaftsminister zu Hause ist. Guttenberg schweigt aus gutem Grund. Denn die Oberen seiner Partei, allen voran Horst Seehofer, missachten in der Causa Quelle all das, was der alerte Minister in den vergangenen Wochen vorgegeben hat. Sie missachten seinen Aufruf, dass der Staat nur im äußersten Notfall ein Unternehmen retten soll. Und sie missachten seinen Rat, mit Steuergeld äußerst vorsichtig umzugehen, wenn Firmenchefs um Hilfe betteln.
Quelle braucht dringend frisches Kapital - das Land Bayern will helfen.
(Foto: Foto: dpa)Anzeige
Es gehört zum Wesen der Seehofer-CSU, dass dies weder den Ministerpräsidenten und Parteichef, noch die anderen Protagonisten schert. Die CSU ist, mehr denn je, eine Partei voller Widersprüche; verglichen mit ihr verfolgt die SPD eine geradezu einheitliche Linie. Seehofer ist in der Lage, morgens dies, nachmittags jenes und am nächsten Tag etwas anderes zu behaupten. Und so versucht er nun, ganz der sorgende Landesvater, ein Unternehmen zu retten, dessen Mutterkonzern Arcandor bei Guttenberg bereits abgeblitzt war. Der Wirtschaftsminister versagte Arcandor staatliche Millionen, weil das Unternehmen nicht durch die Finanzkrise in Not geraten war, sondern durch Fehler des Managements.
Quelle ist ein Unternehmen mit einer traditionsreichen, eingeführten Marke. Auch die CSU ist eine eingeführte Marke. Solch eine Marke verträgt es, wenn sie ein wenig schillert. Die Marke kann aber auch zerstört werden, wenn die Menschen nicht mehr wissen, wofür sie steht. Die Kunden hatten dafür bei Quelle ein feines Gespür, bei der CSU könnten es die Wähler irgendwann auch haben.