Versandhändler Amazon liefert bald auch Gemüse

Kunden können in Großbritannien online frische Produkte bestellen. Noch ist das in Europa aber nur ein Experiment.

Amazon verschärft die Konkurrenz im ohnehin umkämpften britischen Einzelhandel mit einem Lieferangebot für frische Lebensmittel. Der US-Internethändler verbündet sich dazu mit der Supermarktkette Morrisons.

Diese wird künftig frische Produkte und Tiefkühlkost liefern, die bestimmte Amazon-Kunden online bestellen können, teilte das Unternehmen mit. Bislang hat Amazon lediglich in den USA in einigen Städten frische Lebensmittel im Sortiment.

Der Online-Händler bietet schon seit längerer Zeit Lebensmittel an. Im November startete das Unternehmen im Kampf um Kunden in Großbritannien ein neues Angebot: das "Pantry"-Paket. Prime-Kunden, die eine jährliche Gebühr bezahlen, erhalten auf Wunsch eine Box etwa mit haltbaren Lebensmitteln, Waschmitteln, Haushaltswaren oder Pflegeprodukten. Auch in Deutschland gibt es dieses Angebot. An den Amazon-Fresh-Dienst, den der Internet-Dienstleister bislang in den USA anbietet und der auch die Belieferung mit gekühlten, gefrorenen und verderblichen Gütern umfasst, reicht Pantry aber nicht heran. Branchenexperten vermuten, dass Amazon Fresh in diesem Jahr auch in Großbritannien starten könnte.

Vorerst aber wird der stationäre Einzelhändler Morrisons die Auslieferung der online bestellten Ware übernehmen. Die Kooperation gefiel den Anlegern. Die Aktien der viertgrößten britischen Supermarktkette stiegen an der Londoner Börse zeitweise um etwa sieben Prozent auf den höchsten Stand seit knapp einem Jahr. Die Aktien des Online-Supermarkts Ocado, mit dem Morrisons ebenfalls eine Liefervereinbarung hat, brachen dagegen um gut neun Prozent ein.