Versand Deutsche Post testet Paket-Drohnen

Auch die Deutsche Post testet die Zustellung von Paketen per Drohne.

Nach Amazon testet nun auch die Deutsche Post den Versand per Drohne, gibt sich aber deutlich bescheidener. Schließlich steht den Projekten noch einiges im Weg - nicht nur die Frage, ob es technisch machbar ist.

In Sachen Marketing kann die Deutsche Post von Jeff Bezos noch etwas lernen. Als der Amazon-Gründer vergangene Woche seine Pläne für den Einsatz von Drohnen als Paketzusteller präsentierte, verkaufte er die Idee als das nächste große Ding. Über Probleme bei der Zulassung sprach er kaum, dafür hatte Bezos gleich ein Werbefilmchen parat.

Die Post gibt sich da bescheidener. Von diesem Montag an soll der sogenannte DHL-Paketkopter Päckchen ausliefern - allerdings zunächst nur in einem fünftägigen Probelauf in Bonn, und ohne Marketingkampagne. Die kleine Drohne solle Päckchen von einer Apotheke zur Unternehmenszentrale auf der anderen Rheinseite bringen, teilte das Unternehmen mit.

Konkrete Pläne, die Drohne im regulären Betrieb einzusetzen, hat die Post einer Sprecherin zufolge nicht. Das Projekt stehe noch ganz am Anfang. Denkbar sei der Einsatz des Paketkopters aber für den Transport eiliger Arzneimittel oder zu schwer zugänglichen Orten. Der Konzern investiert dafür seit einigen Jahren in ein Forschungszentrum in Troisdorf.

Das Problem: Weder in den USA noch in Deutschland gibt es eine generelle Zulassung für die zivile Nutzung von Drohnen im Luftraum. Die amerikanische Lufftfahrtbehörde FAA arbeitet derzeit an entsprechenden Regeln. Bis "Prime Air", wie Bezos sein Projekt nennt, umgesetzt wird, können aber noch Jahre vergehen.

Hierzulande erhalten unbemannte Fluggeräte aktuell nur bei einem Gewicht von bis zu fünf Kilogramm eine allgemeine Flugerlaubnis. Bei schwereren Geräten, wie sie bei der Paketzulieferung wohl eingesetzt werden müssten, muss noch für jeden Flug einzeln eine Genehmigung bei den Behörden eingeholt werden.