Die EU-Wirtschaftsminister wollen Vorschriften für Verpackungsgrößen abschaffen - doch bislang verweigert das Parlament seine Zustimmung.
Schokolade in 78 Gramm-Packungen, Milch in 1,3 Liter-Flaschen - schon bald sollen bislang einheitliche Verpackungsgrößen bei rund 70 Produkten der Vergangenheit angehören. Jedenfalls, wenn es nach dem Willen der EU-Wirtschaftsminister geht, die auf diese Weise überflüssige Bürokratie abbauen wollen.
Könnte bald Vergangenheit sein: Milch in der einheitlichen 1-Liter-Verpackung. (© Foto: AP)
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Ursprünglich dienten einheitliche Verpackungsgrößen dem Schutz der Verbraucher, für die so ein problemloser Preisvergleich möglich war. Da aber inzwischen der Preis stets auch je Gewichtseinheit angegeben werden muss, ist die Begründung der leichteren Vergleichbarkeit hinfällig.
Keine Ausnahme für Deutschland
Allerdings stimmten nicht alle Minister diesem Vorhaben vorbehaltlos zu: Italien, Frankreich und Spanien handelten Übergangsfristen für Produkte wie Trockennudeln oder Kaffee aus. In Deutschland soll die Liberalisierung der Verpackungsgrößen jedoch uneingeschränkt gültig werden.
Noch allerdings muss das zentimeterweise verkaufte Nähgarn und die Butter im 187 Gramm-Pack die Hürde der parlamentarischen Zustimmung überwinden: Bislang wollten die Abgeordneten eine derartig weithegende Änderung der bestehenden Verpackungsvorschriften nicht billigen.
Sollten das europäische Parlament seine Meinung jedoch ändern und dem ausgehandelten Kompromiss zustimmen, kann es weitere zwei Jahre dauern, bis die Mitgliedstaaten die EU-Vorschrift in nationales Recht umgewandelt haben. Die Verbraucher müssen sich also zunächst noch mit dem klassischen Kilo Zucker und der traditionellen 100 Gramm-Tafel Schokolade zufrieden geben.
(sueddeutsche.de)
Machtkampf in der Linken