Vermögensungleichheit in Großbritannien Fünf britische Familien sind reicher als das ärmste Fünftel

Reichtum auf die britische Art: Zuschauer der Upper class treffen sich beim Pferderennen in Ascot

(Foto: REUTERS)

Die Aristokratenfamilie des Duke of Westminster besitzt Milliarden Pfund, während Millionen Briten trotz Arbeit kaum über die Runden kommen. Die Aktivisten von Oxfam geißeln die Ungleichheit in Großbritannien.

Wie unfair ist der Wohlstand in Großbritannien verteilt? Die Aktivisten der Organisation Oxfam rechnen nun vor: Die fünf reichsten Familien im Vereinigten Königreich besitzen zusammen mehr Vermögen als die 20 ärmsten Prozent der Bevölkerung.

Oxfam fordert nun den britischen Schatzkanzler George Osborne auf, in seiner jährlichen Rede zum Staatshaushalt auf das Problem der wachsenden Ungleichheit einzugehen, wie die britische Zeitung The Guardian berichtet. Er solle Steuertricks der Reichen verbieten, ein Mindesteinkommen und eine Vermögensteuer einführen.

Zu den fünf reichsten Familien gehören gemäß der aktuellen Liste des Forbes-Magazin die Aristokratenfamilie des Duke of Westminster, Gerald Grosvenor, denen ein Vermögen von etwa 7,9 Milliarden Pfund (9,5 Milliarden Euro) zugerechnet wird. An zweiter Stelle sind die Unternehmer-Brüder Simon und David Reuben mit einem geschätzten Vermögen von 6,9 Milliarden Pfund. Ihnen folgt ein weiteres Geschwisterpaar: die Brüder Srichand und Gopichand Hinduja, die einem internationalen Unternehmen vorstehen, das seine Wurzeln im Textilhandel hat und ein Vermögen von etwa sechs Milliarden britischen Pfund vorweisen kann. Dazu kommen noch die Cadogan-Familie (vier Milliarden Pfund), deren Firma mit Grundstücken und Immobilien handelt, und der Geschäftsmann Mike Ashley (3,3 Milliarden Pfund), dem unter anderem der Fußballklub Newscastle United gehört.

Schatzkanzler Osborne von der Konservativen Partei verkündet am Mittwoch das Haushaltsbudget. Die Regierung von David Cameron wird voraussichtlich eine moderate Steuersenkung verkünden, indem sie die Freibeträge erhöht. Zugleich kommen weitere Kürzungen auf Staatsangestellte zu, um die Ausgaben zu senken.

Ben Phillips, Kampagnendirektor von Oxfam, äußert sich im Guardian äußerst besorgt: "Großbritannien wird zu einem tief gespaltenen Land, in dem sich die Einkommen der wohlhabenden Elite in einer Aufwärtsspirale befinden, während Millionen Familien kaum über die Runden kommen." Zum ersten Mal gäbe es auf der Insel mehr arbeitstätige Familien, die in Armut leben müssten, als Familien ohne Arbeit.