Verdeckte Geschäfte Maschmeyer will Sarasin-Bank verklagen

Der Investor Carsten Maschmeyer will nach SZ-Informationen die Schweizer Privatbank Sarasin auf einen hohen Millionenbetrag verklagen. Hintergrund sollen verdeckte Geschäfte von Sarasin zu Lasten des deutschen Fiskus sein.

Von ok

Der Geschäftsmann und Investor Carsten Maschmeyer will nach SZ-Informationen die Schweizer Privatbank J. Safra Sarasin auf einen hohen Millionenbetrag verklagen. Maschmeyer, der in Deutschland mit dem Finanzvertrieb AWD Karriere und Schlagzeilen machte, hat dem Vernehmen nach über Sarasin 40 bis 50 Millionen Euro in einem Fonds angelegt, der mit der Rückzahlung des Geldes säumig sein soll. Ein Sprecher Maschmeyers erklärte, die Bank sei "noch hohe Beträge aus diesem Investment schuldig". Maschmeyer plane, Sarasin auf "Rückabwicklung wegen verletzter Aufklärungspflichten zu verklagen".

Das erinnert an einen Streit zwischen dem deutschen Drogerie-Kaufmann Erwin Müller und Sarasin, den das Landgericht Ulm beschäftigt. Müller hatte über Sarasin rund 50 Millionen Euro in einen Fonds investiert, bei dem angeblich Profite auf Kosten des deutschen Fiskus erzielt werden sollten. Komplizierte Börsengeschäfte, bei denen Aktien mit (Cum) und ohne (Ex) Dividendenanspruch rasant schnell gehandelt wurden, sollen nur einen Zweck gehabt haben: Mehr Steuern erstattet zu bekommen, als gezahlt worden seien. Müller trägt über seinen Anwalt Eckardt Seith bei Gericht vor, er sei getäuscht worden und habe Anspruch auf Rückzahlung der 50 Millionen Euro.

Sarasin weist die Vorwürfe bei Gericht zurück. Das 1841 gegründete Geldinstitut wurde zu einem Zeitpunkt, als diese Geschäfte bereits gelaufen waren, von der südamerikanischen Bankiers-Familie Safra und deren Unternehmensgruppe übernommen und heißt seitdem J. Safra Sarasin. Die neuen Inhaber haben offenbar mit Altlasten zu kämpfen und nun auch mit Maschmeyer. Der zählt zu den bekanntesten Geschäftsleuten in Deutschland. Sein Vermögen wird auf mehrere 100 Millionen Euro geschätzt.