Ex-EADS-Chef Noël Forgeard ist gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt worden - doch nun hat er ein Ermittlungsverfahren am Hals. Auch Airbus-Chef Thomas Enders ist im Visier der Justiz.

Im Skandal um mutmaßlichen Insiderhandel beim europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hat die französische Justiz nach Angaben des Radiosenders France Info ein förmliches Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Co-Chef Noël Forgeard eingeleitet.

Der frühere EADS-Chef Noël Forgeard auf dem Weg zu einer Vernehmung bei der Pariser Finanzpolizei. (© Foto: Reuters)

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Nach 35 Stunden im Polizeigewahrsam sei der langjährige Airbus-Chef am Donnerstagabend unter Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt worden, sagte Anwalt Jean-Alain Michel. Dafür musste er allerdings eine Kaution in Höhe von einer Million Euro entrichten. Die Einleitung eines förmlichen Ermittlungsverfahrens bedeutet in Frankreich noch keine Anklage und muss daher auch nicht zwingend zu einem Prozess führen.

Die Insider-Ermittlungen rund um den europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern wurden aufgenommen, nachdem die Verzögerungen beim Superjumbo A380 im Juni 2006 zu einem Absturz des EADS-Aktienkurses geführt hatten.

Der 61-jährige Forgeard und eine Reihe von anderen aktuellen und ehemaligen Managern des Konzerns hatten im März 2006 von ihrem Recht zum Verkauf von Aktienoptionen Gebrauch gemacht. Ein Fehlverhalten weisen sie zurück.

Forgeard weist Vorwürfe zurück

Forgeard hatte EADS-Aktien mit Millionengewinn verkauft, bevor im Juni 2006 die Probleme bei der Fertigung der Airbus A380 bekanntgegeben wurden und der Aktienkurs einbrach. Der frühere Top- Manager hat bislang öffentlich stets jeden Verdacht eines Insiderdeliktes von sich gewiesen.

Wie Forgeard stehen die Großaktionäre Lagardère und Daimler sowie die Hälfte der aktuellen Konzernführung unter Insiderverdacht, darunter der jetzige Airbus-Chef Thomas Enders, sein Stellvertreter Fabrice Brégier und Finanzchef Hans-Peter Ring.

Der Konzern lehnt eine Stellungnahme zu dem Thema ab. "Es gibt eine absolute Regel: die Unschuldsvermutung", sagte Konzernchef Louis Gallois dem Magazin Point. Die Betroffenen hätten sein "volles Vertrauen". Gallois bezeichnete es als eine seiner Aufgaben, "dafür zu sorgen, dass die betroffenen Führungskräfte ihre ganze Autorität" behielten.

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(sueddeutsche.de/Reuters/dpa/AFP/jkr/tob)