Verdacht auf Goldpreis-Manipulationen Goldhändler klagt gegen fünf Großbanken

Haben sich die am Gold-Fixing beteiligten Banken abgesprochen? Ihnen droht nun eine Sammelklage.

Fünf Geldinstitute setzen täglich den Goldpreis fest - und sollen sich dabei abgestimmt haben. Ein New Yorker Goldhändler hat eine entsprechende Klage eingereicht. Die mitbeschuldigte Deutsche Bank weist den Manipulationsverdacht zurück.

Die fünf am Gold-Fixing beteiligten Banken sind mit einer ersten Klage wegen der Manipulation des täglichen Referenzpreises konfrontiert. Der New Yorker Gold-Händler Kevin Maher reichte vor einem Bundesgericht in Manhattan eine Schadenersatzklage gegen die Deutsche Bank und die übrigen Institute ein. Das meldete die Nachrichtenagentur Reuters und berief sich dabei auf ihr vorliegende Gerichtsdokumente. Auch Bloomberg hatte zuvor über die Klage berichtet.

Maher wirft den Banken demnach vor, sich über die Manipulation des Gold-Fixings abgesprochen zu haben. Er strebt eine Sammelklage im Namen aller Investoren an, die seit 2004 Gold oder Gold-Derivate gehandelt haben, deren Preis sich am Fixing orientiert. Unklar blieb zunächst, um wieviel Geld es dabei geht.

Der Verdacht, dass auch der quasi-offizielle Gold-Preis manipuliert worden sein könnte, hatte zahlreiche Aufsichtsbehörden - darunter die deutsche Finanzaufsicht BaFin - schon vor Monaten aufgeschreckt. Greifbare Ergebnisse ihrer Untersuchungen sind aber noch nicht bekannt. Die Londoner Finanzaufsicht hatte alle Institute, die zu wichtigen Devisen-, Öl-, Gold- und anderen Indizes beitragen, aufgefordert, bis Juli 2014 zu überprüfen, ob sie die neuen weltweiten Regeln für deren Ermittlung einhielten. Die Banken sollen dabei erklären, was sie aus dem Skandal um die Manipulation des Referenz-Zinssatzes Libor gelernt hätten.

Deutsche Bank weist Vorwürfe zurück

Auch das Devisen-Fixing steht im Verdacht der jahrelangen Manipulation. Insgesamt sind fünf Institute am Gold-Fixing beteiligt. Der Preis wird in einer Telefonkonferenz des exklusiven Klubs zweimal am Tag festgelegt. Die Deutsche Bank ist als einzige Bank aus Deutschland dabei. Bei den anderen Instituten handelt es sich um die britischen Banken Barclays und HSBC, die kanadische Bank of Nova Scotia-Mocatta und Societe Generale aus Frankreich.

Die Deutsche Bank erklärte, die Klage in New York sei gegenstandslos. Sie werde sich dagegen entschlossen verteidigen. Ähnlich äußerte sich Societe Generale. Barclays und HSBC lehnten Reuters zufolge einen Kommentar ab, Nova Scotia war für die Agentur für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Deutsche Bank hatte im Januar beschlossen, sich aus der Feststellung der offiziellen Referenzpreise für Gold und Silber zurückzuziehen, auch weil sie ihr Rohstoff-Geschäft deutlich verkleinert. Ihr Platz als Mitglied der London Bullion Market Association, die das Fixing organisiert, steht zum Verkauf. Als Favorit für dessen Übernahme gilt die südafrikanische Standard Bank.