Aus der Nokia-Standortverlagerung von Bochum nach Rumänien kann eine Lehre gezogen werden: Konsumenten und Aktionäre sollten ihre Macht nutzen.
Noch vor wenigen Wochen war Nokia ein angesehenes Unternehmen. Im Imageranking eines Marktforschungsinstituts lag der finnische Handyhersteller auf dem ersten Platz - nun ist er auf den letzten abgestürzt. In einer Umfrage erklärte jeder zweite Bundesbürger, er wolle keine Handys des Unternehmens mehr kaufen. Die SPD hat eine Anti-Nokia-Kampagne gestartet. Und ein Internet-Unternehmer kündigte an, er wolle 50000 Handys von Nokia sammeln und sie vor dem Werk in Bochum verschrotten.
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Kein Zweifel: Die Verlagerung des Bochumer Nokia-Werks mit mehr als 2000 Arbeitsplätzen nach Rumänien erregt die Deutschen. Und sie wirft mal wieder die Frage auf: Können die Bürger beeinflussen, was Manager kühl betriebswirtschaftlich entscheiden? Und sollen sie es überhaupt?
Die Hybris der Investoren
Es ist in einer Marktwirtschaft zunächst einmal Sache der Unternehmen, wo sie was herstellen. Die staatliche Lenkung der Produktion führt sowohl in der harten Variante à la DDR als auch in der sanften à la Frankreich zu niedrigerem Wohlstand, weil der Staat nach aller Erfahrung ein schlechter Manager ist. Außerdem bringt die Globalisierung, zu der auch die weltweite Arbeitsteilung gehört, für die Deutschen viele Vorteile. Wenn in Rumänien Tausende gut bezahlte Stellen entstehen, verdienen diese Rumänen mehr als bisher und können mehr Hochwertiges Made in Germany kaufen.
Doch auch wer als Marktwirtschaftler solche Grundsätze akzeptiert, muss nicht alles billigen, was internationale Konzerne treiben. Beispiel Nokia: Die Finnen verlagern das profitable Bochumer Werk unter anderem, weil sie ihre Gewinnmarge auf 16 Prozent steigern möchten. Diese Rendite erwarteten die Aktionäre, lautet eine der Begründungen. Warum aber sollen nur internationale Investoren über die angepeilte Rendite einer Firma entscheiden? Darf man hinnehmen, dass die Investoren die Fertigung in Hochlohnländern wie der Bundesrepublik damit teilweise unmöglich machen? Warum sind die 13 Prozent zu wenig, die Nokia bisher verdient hat?
Natürlich gibt es andere Gründe für die Verlagerung, etwa den Trend zu Billighandys, die dann auch günstig produziert werden müssen. Doch es geht um etwas Grundsätzliches. Tatsache ist, dass in den vergangenen Jahren die Finanzmärkte die Deutungshoheit darüber gewonnen haben, wie Firmen wirtschaften und wie viele Menschen sie beschäftigen sollen. Viele Investoren fordern die Maximierung der Rendite zu Lasten der Beschäftigung - und deshalb das Abstoßen auch profitabler Geschäfte. Es ist in einer demokratischen Gesellschaft das gute Recht jedes Bürgers, diesen absoluten Machtanspruch der Investoren anzuzweifeln. Die Deutschen eröffnen im richtigen Moment die Debatte darüber, wie sich Gewinn und Beschäftigung besser vereinbaren lassen als bei Nokia.
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Machtkampf in der Linken
Das hab ich gestern Abend im fernsehen gesehen und wie Ärmlich und erbärmlich die Menschen um der Baustelle Nokia Hausen, aber der benzin kostet halt nur 1,00 der Liter ein Hotdog 0,85 Cent. Und wenn sich dort ein Deutscher bewerben möchte ist er eher störend. als willkommen, das gleiche Schema, Ausländer raus, ihr nehmt uns unsere Arbeit nicht weck.
"In der Realität haben die Deutschen ihre Kritik an Entscheidungen eines Unternehmens meist nur in Umfragen geäußert und die Sache danach schnell vergessen. Das ist angenehm für die Firmen, die nach ein paar wohlwollenden Werbeanzeigen weitermachen können wie geplant."
Dann sollten vielleicht auch die Medien darüber nachdenken für was sie werben möchten und für was nicht.
So könnte auch sueddeutsche.de statt indirekt mit ihrem Service "Nachrichten Mobil" für Nokia zu werben (http://www.sueddeutsche.de/service/app/187/81106/), diese Marke in ihrer Werbung boykottieren.
"Außerdem bringt die Globalisierung, zu der auch die weltweite Arbeitsteilung gehört, für die Deutschen viele Vorteile. Wenn in Rumänien Tausende gut bezahlte Stellen entstehen, verdienen diese Rumänen mehr als bisher und können mehr Hochwertiges Made in Germany kaufen."
so ein Schmarrn, wie soll sich denn bitte ein Rumäne mit 1500 Euro brutto einen Passat/Mercedes/Audi leisten können? Und der Deutsche, der 3000 Euro brutto hatte, der kriegt Stütze und kauft keinen Passat mehr.
Und wenn die Rumänen dann 3000 Euro brutto bekommen, dann wandert Nokia eben nach Kasachstan.
"Globalisierung" ist meiner Ansicht nach mehr mit einer Saftpresse vergleichbar, aus der Gewinn der Firmen und Tränen der Arbeiter und Angestellten herauslaufen. Und erst dann, wenn ausreichend Käufermärkte durch diese Presse vernichtet worden sind, wird sich das System resetten.
Und die Befürworter der Globalisierung und des Haifischkapitalismus hoffentlich eine Quittung bekommen.
"Emotionale Proteste und suggestive Slogans führen leicht dazu, dass in der Diskussion Fakten untergehen. Der Aufstand der Verbraucher darf nicht im Antikapitalismus münden. Denn Manager versuchen, den Erwartungen ihres Umfelds gerecht zu werden."
Verbraucher müssen nicht Fakten bei ihren Käufen berückischtigen. Sei können völlig irrational einkaufen. Das ist die Basis eine Multimilliarden Werbemarktes. Warum soll das jetzt bei Nokia plötzlich anders sein? Das gutmenschliche Glaubensbekenntnisse, dass "Manager versuchen, den Erwartungen ihres Umfelds gerecht zu werden" ist genauso irrational. Kein Mensch hat von den Siemens-Managern erwartet, dass die in grossen Horden korrupt und kriminell sind. Bei Nokia hat auch niemand erwrtet, dass die Manager die Erwartungen in ihrem fünftgrössten Absatzmarkt, die mit millionenschweren Subventionen untermauert wurden, so grobschächtig missachten.
Die Marke Nokia ist in Deutschland zerstört worden von unfähigen finnischen Managern. Ind er Bilanz 2008 werden wir sehen, wie gross der finanzielle Schaden ist, den sie angerichtet haben.
Den Kommentar hier am Wochenende vor weiteren Kommentatoren zu verstecken um am Wochenanfang dann als Suchspiel zu gestalten, ist keine journalistische Glanzleistung.