Der Konsumklimaindex der Marktforschungsgesellschaft GfK setzte trotz positiver Signale aus der Wirtschaft im Juli seine Talfahrt zum vierten Mal in Folge fort.
Das Barometer sank von 3,4 auf 2,9 Punkte. Die Nürnberger Konsumforscher halbierten am Mittwoch ihre Wachstumserwartungen bei der privaten Inlandsnachfrage von 0,4 auf nur noch 0,2 Prozent.
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"Neben der schwachen Konjunkturlage dürften vor allem die Diskussionen um eine mögliche Mehrwertsteuererhöhung die Einkommensstimmung negativ beeinflussen", hieß es in dem Gfk-Bericht.
Der entsprechende Indikator der verfügbaren finanziellen Mittel sei um knapp 5 Punkte abgestürzt und habe mit minus 14,8 wieder einen schlechten Wert wie vor einem Jahr erreicht.
Größere Anschaffungen werden vorgezogen
Den pessimistischen Erwartungen zum Trotz machte die Neigung der Deutschen zu größeren Anschaffungen einen deutlichen Sprung nach oben und legte um 13 Punkte zu.
Einen Grund für den kurzfristigen Anstieg sehen die Forscher aber ebenfalls in der Mehrwertsteuerdebatte: "Die Konsumenten erwarten, dass vom nächsten Jahr an viele Güter und Dienstleistungen teurer werden", heißt es in ihrem Monatsbericht. Deshalb würden die Verbraucher nötige größere Anschaffungen lieber in naher Zukunft machen als weiter aufzuschieben.
Allerdings erwarten die Forscher, dass der Privatkonsum, wenn sich dieser Trend verstärkt, höchstens noch den ursprünglich erwarteten Zuwachs von 0,4 erreichen könnte. "Hierfür sind insbesondere die hohen Ölpreise, die die privaten Budgets übermäßig belasten, verantwortlich", hieß es.
Auch die Aussicht auf einen möglichen Regierungswechsel habe sich bei den Konsumenten bislang nicht in Optimismus niedergeschlagen: "Die Verbraucher erwarten derzeit keine konjunkturelle Belebung", erklären die GfK-Experten. Der Indikator für die Konjunkturerwartung sei im Gegenteil um gut zwei Punkte auf minus 15,7 weiter gesunken.
"Das Vorgeplänkel zur vorgezogenen Bundestagswahl im September über Fragen, ob und um wie viel die Mehrwertsteuer erhöht wird, und was dem Bürger sonst noch blüht, ist offensichtlich nicht geeignet, die tiefsitzende Verunsicherung abzuschwächen", urteilen die Marktforscher.
(sueddeutsche.de/dpa)