Sichtlich zufrieden kommentierte der BDA-Präsident Dieter Hundt den Koalitionsvertrag der neuen Regierung aus Union und FDP. Er hat Grund zur Zufriedenheit. Der Arbeitgeberausstieg aus der paritätischen Finanzierung der Sozialversicherung wird fortgesetzt.
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Norbert Blüm (CDU) war von 1982 bis 1998 Minister für Arbeit und Sozialordnung. (© Foto: dpa)
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Schon in der großen Koalition stiegen die Arbeitgeber zuerst aus der Finanzierung der Riester-Rente aus, dann mussten die Arbeitnehmer bei der Krankenversicherung 0,9 Prozentpunkte Solobeitrag übernehmen, den bislang die Arbeitgeber gezahlt hatten. Es waren die Vorboten des Arbeitgeber-Abschieds von der gemeinsamen Sozialversicherung.
Jetzt kommt der nächste Schritt: Die geplante Kopfpauschale in der Krankenversicherung soll exklusiv von den Arbeitnehmern bezahlt, der Arbeitgeberbeitrag eingefroren werden. Kostensteigerungen in der Krankenversicherung zahlen also fortan nur die Arbeitnehmer. Die Arbeitgeber sind aus dem Schneider. Schleichend machen sie sich vom Acker des Sozialstaates.
Was sie nicht merken: Sie werden einen Preis dafür zahlen. Zukünftig geht jede Beitragserhöhung der Krankenversicherung voll in die Lohnverhandlungen ein. Bisher galt bei Tarifverhandlungen das ungeschriebene Gesetz, die Beitragssteigerungen in der Sozialversicherung nicht in die Rechnung einzubeziehen, weil diese von Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam bezahlt wurden.
Das ändert sich nun.
Die einseitigen Arbeitnehmerbeiträge werden Teil der allgemeinen Preissteigerung, und die ist neben der Produktivitätsentwicklung die wichtigste Begründung aller Lohnforderungen. Die Ersparnis durch eingefrorene Beiträge kommt die Arbeitgeber noch teuer zu stehen. Kurzsichtigkeit kostet auf lange Sicht viel Geld.
Die Katze aus dem Sack gelassen
Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Hans Heinrich Driftmann, hat jetzt die Katze ganz aus dem Sack gelassen. Er will die Arbeitgeberbeiträge völlig in allen Sozialversicherungen streichen und durch Steuergelder ersetzen.
Es geht aber nicht nur ums Geld. Der Arbeitgeberbeitrag ist nicht nur Kostenbestandteil, sondern hat eine hohe symbolische Funktion: Der Sozialstaat funktioniert durch die Partnerschaft von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Die gemeinsame Finanzierung der Sozialversicherung ist das Fundament der gemeinsamen Verantwortung der Sozialpartner.
Tarifverträge und Selbstverwaltung waren die Schule der Sozialpartnerschaft. Hier lernten sich die Kontrahenten kennen und schätzen. Dies hat unserer Gesellschaft den Klassenkampf erspart. Soll das jetzt aufgegeben werden? Konsequenterweise müssten die Arbeitgeberverbände jetzt auch die Selbstverwaltung der Sozialversicherungen verlassen, wo bislang die Sozialpartner gemeinsam entscheiden.
Die Privatisierer sind die fünfte Kolonne der Verstaatlicher. Es fehlt den deutschen Arbeitgebern die strategische Begabung, die einst so eindrucksvolle Interessenvertreter wie Hanns Martin Schleyer, Hans-Günther Sohl oder Gerhard Erdmann demonstrierten. Es dominieren die Taktiker. Wie der Hund beim Wurstschnappen kennen sie nur den Reflex: Beim Hund ist's die Wurst, beim Arbeitgeber das schnelle Geld.
Es gibt Baumpfleger, die sägen den Ast ab, auf dem sie sitzen. Und wundern sich anschließend im Krankenhaus, dass sie vom Baum gefallen sind.
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(SZ vom 10.11.2009/mel/odg)
Gysi gegen Lafontaine
Solange der Arbeitslose bei der Arge eine "Vereinbarung" unterschreiben MUSS, in der er unterschreibt, dass er jede Tätigkeit annimmt, die bis zu 30 % (!) unter Tarifgehalt entlohnt wird, ist das alles leeres Gesülze, wenn staatliche Stellen über die Aushebelung der Tarifautonomie wettern. Das wird vom Staat durch diese Vereinbarungen unterstützt und gefördert. Manchmal denke ich, DAS ist das oft zitierte Fördern, was gemeint war als von Fordern und Fördern die Rede war. Subventionen für die Wirtschaft in Form von Lohnzuschüssen werden in Sozialhaushalten versteckt, damit dann von den Vertretern der Wirtschaft gejammert werden kann, dass die Sozialausgaben in diesem unseren Lande zu hoch sind. Die Globalisierung muss für alles herhalten, sehr schön beschrieben in dem Artikel am Beispiel des Friseurs oder Fensterputzers. Man kann auch noch den Fliesenleger, Elektriker, jeden Handwerker und jeden Dienstleister nehmen. Warum werden eigentlich nur die unteren Lohngruppen an den Niedriglohnländern orientiert? Die Bosse des Ganzen orientieren sich gerne an den bestbezahlten Managern weltweit - weil - Leistung muss ja entsprechend honoriert werden........
Den ich dem Norbert Blüm wirklich nicht mehr zugetraut hätte!
So ziemlich alle Argumente gegen den offensichtlichen Sozial-Abbau der Neuen sitzt!
Und die Sprüche der Neoliberalen aus den Funktionärs- und den Manager-Eliten sprechen eine derart klare Sprache, dass es für die Oppositionsparteien eigentlich ein Leichtes ist, sie derart intensiv und immer wieder aufzuspiessen, bis auch wenigstens einige deutsche Medien sich umbesinnen!
Norbert Blüm wird der bestmöglich, der kompetenteste Zeuge dabei sein!
außer, daß Sie zur Sache offensichtlich doch nichts mehr hier beizutragen haben?
Was fehlt Ihnen denn dabei selber eigentlich so sehr?
Sie vermuten etwas, was hat das denn mit den globalen Problemen der Welt zu tun?
Doch nur mit Ihren eigenen Problemen lediglich.
B. D.
sollten Sie besser schweigen und sich schämen ... :-((
dann werden auch alle die ungelösten Probleme der Welt nun zum Gemeineigentum.
Nicht nur die Sahnestückchen, auch das Gegenteil davon.
Daß alle Menschen dann immer besser leben könnten, das ist dann vorbei, es wird eine Anpassung und ein Strecken nach der gemeinsam immer kürzer werdenden Decke geben müssen.
Tja, das ist dann die Lage der nächsten Jahrhunderte, sparen an allem für Alle, die Effektivität erhöhen mildert das zwar ab, mehr leisten und sich mehr dabei anstrengen ist aber in jedem Fall dazu dann ebenfalls notwendig.
B. D.
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