Von Sebastian Schoepp

Präsident Hugo Chávez will einen multinationalen Energiekonzern aufbauen. Auf seiner Reise durch Lateinamerika schmiedet er Allianzen - nur mit Brasilien gerät er dabei in Konflikt.

Wenn es um die Zunahme von Einfluss geht, ist Hugo Chávez nichts zu teuer. Auf seiner Tour hat Venezuelas Präsident versprochen, die Energieprobleme Lateinamerikas für die "nächsten hundert Jahre" zu lösen. Garant dafür seien seine Ölreserven, die nach venezolanischen Angaben noch ein Jahrhundert reichen sollen.

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Venezuelas Präsident Hugo Chávez tauscht Öl und Geld gegen Einfluss bei den Nachbarländern. (© Foto: Reuters)

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Profitieren sollen allerdings nur Länder, die Chávez nahestehen. Mit Argentiniens Präsident Néstor Kirchner unterzeichnete er einen "Energiepakt", der auch den Bau einer Anlage zur Aufbereitung von Flüssiggas für 400 Millionen US-Dollar vorsieht. Wegen des strengen Winters hatte Venezuela bereits Öl zu Vorzugskonditionen nach Argentinien geliefert. Weitere Energiepakte mit Uruguay, Bolivien und Ecuador sollen in Kürze folgen.

Die bilateralen Allianzen sollen nach Chávez' Willen Grundlage eines multinationalen lateinamerikanischen Energiekonzerns sein, der ein Gegengewicht zu den USA bildet. Die Vereinigten Staaten, sagte Chávez in Buenos Aires im gewohnt US-feindlichen Stil, seien "ein energetischer Dracula", der einen großen Teil der weltweiten Vorräte verschlinge, um sein "destruktives Entwicklungsmodell" durchzusetzen.

Bislang setzt aber auch Venezuela einen großen Teil des Öls in den USA ab, Chávez arbeitet daran, die Gewichte anders zu verteilen. Er ließ auch dieses Mal keinen Zweifel daran, was er als Gegenleistung erwartet: In Argentinien betonte er den "unbegrenzten Willen zu einer Union" der beiden Länder, die "weit über eine Integration hinausgeht".

Während Chávez sich der Nähe Boliviens, Ecuadors und Nicaraguas sicher sein kann, war Argentinien bisher ein unsicherer Bundesgenosse. Der als selbstherrlich geltende Präsident Kirchner wechselte geschickt zwischen Chávez und seinem Rivalen, Brasiliens gemäßigt linkem Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Allerdings konstatierten konservative Medien in Argentinien in letzter Zeit einen "Linksruck". So forderte Kirchner erneut lautstark, Venezuela solle in die Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur integriert werden, wogegen sich Brasilien sperrt.

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