Der US-Aufschwung ist alles andere als nachhaltig, und wer immer so tut, als wäre die Welt zur Normalität zurückgekehrt, lebt gefährlich. Nichts ist derzeit normal.
Gute Nachrichten aus Amerika. Die Wirtschaft ist im zweiten Quartal deutlich stärker gewachsen als erwartet. Zumindest inoffiziell ist die Rezession in der weltweit größten Volkswirtschaft zu Ende - und dies nur ein gutes halbes Jahr, nachdem mancher eine Wiederholung der Weltwirtschaftskrise fürchtete. Das ist zunächst ein Erfolg für Präsident Barack Obama. Seine mutige Entscheidung, unmittelbar nach Amtsantritt ein gigantisches Konjunkturprogramm aufzulegen und ein Rekorddefizit hinzunehmen, hat sich ausgezahlt. Ohne dieses Programm läge die US-Wirtschaft vermutlich weiter am Boden - mit allen bösen Folgen für die Weltwirtschaft.
Der Patient US-Konjunktur ist bereits auf dem Wege der Besserung, hängt aber immer noch am Tropf. (© Foto: iStock)
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Aber es gibt auch schlechte Nachrichten: Der Aufschwung ist alles andere als nachhaltig, und wer immer heute so tut, als wäre die Welt zur Normalität zurückgekehrt, lebt gefährlich. Nichts ist derzeit normal, die Wirtschaft hängt am Tropf des Staates.
Vor allem drei Daten zeigen, wie schwach der Aufschwung noch ist: Erstens sind die Investitionen im dritten Quartal erneut gesunken, die Unternehmen vertrauen also noch nicht auf eine bessere Zukunft. Zweitens steigt die Arbeitslosigkeit weiter; und wer um seinen Job fürchtet, wird nicht dauerhaft mehr Geld ausgeben. Und drittens ist im zweiten Quartal die Sparquote der Amerikaner schon wieder gesunken. Dass sie in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts so niedrig war, gehörte zu den Auslösern der Krise.
Es ist unabdingbar, dass die US-Haushalte in Zukunft mehr sparen: Dies wird das Wachstum des Konsums dämpfen. Nicht abzusehen ist daher, wann die Notenbanken und Regierungen ihre lebensrettenden Maßnahmen für die Weltwirtschaft zurücknehmen können.
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(SZ vom 30.10.2009/mel)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Es ist zwar nett, die amerikanischen Haushalte zum sparen aufzufordern, allerdings ist das bei derart niedrigen Zinsen eher zum Scheitern verurteilt. Warum soll man sparen, wenn man keine Zinsen bekommt und Kredite billig sind? Oder man kauft halt wieder risikoreiche Zertifikate, damit man wenigstens messbare Renditen bekommt. Die Bedingungen sind immer noch so, dass sich spekulieren auf Kredit fast lohnt, wenn man die Nerven dafuer aufbringt.
Wie soll eine Politik des billigen Gelds und eine hohe Sparquote zusammenkommen, wenn man nicht gerade die Mentalitaet eines Durchschnittchinesen hat? Die letzte Blase war schon durch billiges Geld und niedrige Zinsen befeuert worden. Die Inflation bei Gebrauchsguertern hat man mit Globalisierung und chinesischen Importen erfolgreich bekaempft. Geklappt hat das in anderen Branchen nicht wirklich, was man an Immobilien und Rohstoffen sehen kann. Warum soll sich das im Moment aendern. Es gibt nur immer mehr billiges Geld. Und vermutlich dann auch irgendwann mehr Inflation.
Da haben Sie recht. Schuldenmachen ist in den USA und Deutschland gleich bescheuert.
In hohen Tönen lobt die SZ einmal mehr den US-Präsidenten und seine Schuldenmacherei: "Seine mutige Entscheidung... ein Rekorddefizit hinzunehmen".
Wenn die neue deutsche Bundesregierung das Gleiche tut und Schulden hinnimmt, um die Steuerlast der Bürger zu senken, wird sie hier in der SZ mit Spott und Häme überschüttet.
Journalistische Fairness?
Erwähnenswert wäre noch, dass es genau so lange aufwärts geht, so lange die gigantischen Konjunktur- und Bankenrettungspakete der Regierungen und Zentralbanken immer wieder und immer wieder neu aufgelegt werden. Bestes Beispiel brachte ja die SZ am 27.10.09. W w w.sueddeutsche.de/finanzen/60/492417/text/
----- US-Immobilien - Und wieder Boom bei Subprime-Darlehen -----
Und / oder
W w w.handelsblatt.com/finanzen/boerse-inside/marc-faber-finale-krise-steht-noch-bevor;2474174
Querdenker Marc Faber: "Finale Krise steht noch bevor"
Er warnt vor den Folgen der explodierenden Verschuldung und hält einen "totalen Kollaps" langfristig für unvermeidbar. Eigentlich auch logisch. Ohne diese gigantische Verschuldung könnten wir uns den Abgrund schon längst von unten anschauen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
----- Der erträumte Aufschwung Eine Fata Morgana -----