Erst Ende der neunziger Jahre verbesserte sich ihre Lage wieder. Inzwischen laufen die Geschäfte so gut, dass von einem Goldrausch die Rede ist. Die Zellentrakte füllen sich im Rekordtempo. Vor allem das harte Vorgehen der Behörden gegen illegale Einwanderer erweist sich aus Sicht der Gefängnisbetreiber als Segen.
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Der Kongress in Washington hat die Mittel für die Internierung von Immigranten in der vergangenen Legislaturperiode verdoppelt. Indirekt ist das ein Resultat der Rezession. In den neunziger Jahren, als der Arbeitsmarkt boomte, waren die billigen Arbeiter aus Lateinamerika willkommen. Sie machten Jobs, für die sich andere zu schade waren. Sie schufteten auf den Feldern von Agrarbetrieben oder putzen die Küchen von Restaurants. Verhaftungen oder gar Abschiebungen waren selten.
Zahl neuer Jobs stagniert
Doch der Boom auf dem Arbeitsmarkt ist vorbei, schon seit Jahren stagniert die Zahl der neu geschaffenen Jobs. Die Konjunkturkrise hat die Konkurrenz um Arbeit weiter verschärft und damit den Druck auf die Regierung erhöht, härter gegen die Immigranten vorzugehen. Gerade in den Südstaaten wächst der Protest der eingesessenen, meist weißen Bevölkerung. "Die Einwanderer nehmen uns die Arbeitsplätze" - die Parolen und Ressentiments klingen vertraut. Wie Anfang der neunziger Jahre in Deutschland kommt es nun auch in den USA immer öfter zu Übergriffen auf Einwanderer. Die Behörden beugen sich dem Druck. Eine Verhaftungswelle rollt durch die Einwandererviertel der USA, und jeder inhaftierte Immigrant bringt den Gefängnisfirmen etwa 100 Dollar pro Tag.
Die Situation wird sich in diesem Jahr nicht entspannen. Im Gegenteil: Die Notenbank rechnet damit, dass die Arbeitslosenquote in Amerika 2009 auf mehr als acht Prozent steigen wird. Viele Experten halten selbst das für zu niedrig gegriffen. Kein Wunder, dass Damon Hininger, Vorstandsmitglied der Corrections Corporation, erst kürzlich in einem Interview frohlockte: "Für uns ist die Zukunft voller Chancen."
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(SZ vom 05./06.01.2009/mel)
Demonstrationen in Hamburg
Zitat:"Die Rezession hält das Land im Griff. Am Freitag veröffentlichte Zahlen zeigen, dass die amerikanische Industrie im Dezember so stark geschrumpft ist wie seit 28 Jahren nicht mehr."
und:"Gefängnisfirmen blicken optimistisch in die Zukunft."
Und wenn erst die ganzen Schuldner untergebracht werden müssen, dann wird die Branche so richtig brummen. Allerdings so ganz falsch ist das Konzept nicht. Auch in Deutschland sind Gefängnisse überaltert und verkommen. Geld für den Bau von neuen Haftanstalten ist nicht da (Stichworte: Berlin, JVA Moabit). Ist halt die Frage, welchem Zweck eine Haftanstallt dienen soll? Knäste in den USA sind doch meist reine Wegsperranstalten. Gefangene sind auch quasi rechtlos. So lassen sich Knäste natürlich recht simpel betreiben.
Gute Idee. Schneller, gerechter, härter, konsequent billig. Direkte Zahlungen an Ihre GmbH bleiben selbstverständlich möglich. Gewisse Kreise sollen sich ja trotz der Reform nicht verschlechtern! :)
Die SZ sollte längst eine Rubrik aufgemacht haben mit dem Titel:
"Neuigkeiten aus dem Obervolta mit Atomraketen"
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