Wo steht der US-Präsident nach einem Jahr Amtszeit? Der Hype ist verflogen, und am besten lässt sich die Anti-Obama-Stimmung als ein Phänomen der Überforderung deuten.
Über die Zukunft der Weltwirtschaft wird am Dienstag in Massachusetts entschieden. An diesem Tag finden in dem US-Bundesstaat Nachwahlen zum Senat statt, und es ist gut möglich, dass die Demokraten den Sitz verlieren, den der legendäre Edward Kennedy 46 Jahre lang innehatte. In dem Falle würde ihnen im amerikanischen Senat jene entscheidende 60. Stimme fehlen, mit der sie sich vor Filibustern schützen können, also vor dem Versuch der Republikaner, Gesetze durch Endlosreden zu verhindern. Dann wäre nicht nur die Gesundheitsreform gefährdet, sondern auch die dringend benötigte Finanzmarkt-Reform.
US-Präsident Barack Obama. Jeder Wahlsieger wurde früher oder später entzaubert - nicht nur in den USA. (© Foto: AFP)
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Es ist nur ein knappes Jahr her, dass Barack Obama mit einem riesigen Erwartungsvorschuss ins Weiße Haus eingezogen ist, aber diese Zeit wirkt wie eine Ewigkeit. Nichts zeigt den Stimmungsumschwung besser als die Tatsache, dass der Präsident um die Mehrheit in einem Bundesstaat fürchten muss, der den Demokraten normalerweise so sicher ist, wie es Bayern früher für die CSU war - und das alles hat maßgeblich mit Obamas Wirtschaftspolitik zu tun. Diese Tatsache ist erklärungsbedürftig, schließlich ist die Bilanz des Präsidenten so schlecht nicht.
Der Präsident trat sein Amt am Tiefpunkt der Krise an. Wie man heute weiß, stürzte die Wirtschaft damals noch schneller ab als während der Weltwirtschaftskrise vor 80 Jahren. Dieser Absturz wurde gestoppt - nicht nur, aber auch und entscheidend wegen Obamas Politik. Das allein schon wäre Grund zum Feiern. Dass ihre Wirtschaft wieder wächst, haben die Amerikaner maßgeblich dem Konjunkturprogramm aus dem Weißen Haus zu verdanken.
Der Kurs des Präsidenten war durchweg gemäßigt und pragmatisch. Scheinbar radikale Maßnahmen wie die Verstaatlichung des Autokonzerns General Motors waren aus der Not geboren. Der Zusammenbruch der amerikanischen Autoindustrie wurde verhindert. Der Plan von Finanzminister Timothy Geithner gegen die Finanzkrise ist besser als sein Ruf. Seine Stresstests für die Banken - und die Tatsache, dass deren Ergebnisse veröffentlicht wurden - haben entscheidend zur Stabilisierung des Finanzsystems beigetragen.
Die Entzauberung des Wahlsiegers
Die Pläne der Regierung für neue, schärfere Finanzmarktregeln sind gut, sie müssen nur noch Gesetz werden. Und Obamas Versuch, allen Amerikanern eine bezahlbare Krankenversicherung zu verschaffen, ist die Einlösung eines seiner wichtigsten Wahlversprechen. Dennoch danken ihm die Wähler dies nicht - aus mehreren Gründen.
Noch fast jeder Wahlsieger ist entzaubert worden, nicht nur in den USA. Aber das Ausmaß der Ernüchterung geht bei Obama weit über das Normale hinaus. Ja, es gibt das, was der Publizist Richard Hofstadter einmal den "paranoiden Stil in der amerikanischen Politik" nannte. In diesem Sinne hat die konservative Graswurzelbewegung der "Tea Partys", die sich gegen Obama richtet, durchaus paranoide Züge. Aber der Präsident hat eben auch die Wähler der Mitte verloren, die ihn seinerzeit ins Amt brachten.
Am besten lässt sich die Anti-Obama-Stimmung als ein Phänomen der Überforderung deuten: Der Präsident hat sich zu viel vorgenommen; sein innen- und außenpolitisches Programm wäre auch in normalen Zeiten gewaltig gewesen. Nun kam die größte Wirtschafts- und Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg dazu. Der Präsident hat die Krise gestoppt, aber er ist jetzt auch ihr Opfer geworden. So wie der Afghanistan-Krieg inzwischen Obamas Krieg ist, wurde die Rezession zu "seiner" Krise. Die unvermeidlichen Krisenfolgen - Massenarbeitslosigkeit und Staatsschulden - werden ihm zugerechnet.
Inhaltlich hat der Präsident kaum Fehler gemacht, dafür umso mehr im politischen Management. Er unterschätzte das Arbeitslosenproblem und veröffentlichte zu optimistische Zahlen.
Als besonders verhängnisvoll erwies es sich, dass er sich aus vielen Details der Wirtschaftspolitik heraushielt und die Entscheidungen dem überforderten Kongress überließ. Seine Gesundheitsreform ist deswegen inzwischen ein hässliches Monstrum, in dem auch noch der letzte Hinterbänkler der Demokraten seine Eigeninteressen unterzubringen versuchte. Für nicht versicherte Amerikaner würde das Gesetz immer noch mehr bringen als der gegenwärtige Zustand, aber zur Senkung der Gesundheitskosten trägt es kaum etwas bei. Das kann katastrophale Folgen für die Staatsfinanzen der USA haben. Auch die Finanzmarktreform kann noch komplett scheitern, wenn die Demokraten die Wahl an diesem Dienstag verlieren und die Republikaner bei ihrer Fundamentalopposition bleiben.
Für Obama bleibt jetzt nur eines: Er muss das zeigen, was man in Amerika "Leadership" nennt. Er muss klar machen, was er will. Am wichtigsten ist dies bei der Sanierung der Staatsfinanzen. Die große Krise hat zu einer bis vor kurzem kaum vorstellbaren Staatsverschuldung geführt. Ohne eine klare Sanierungsstrategie droht den Vereinigten Staaten eine Krise der Staatsfinanzen, des Dollars - und ihrer politischen Führungsrolle. Diese Strategie wird ein mangelhaft funktionierender und mit sich selbst beschäftigter Kongress nicht liefern. Obama muss führen.
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(SZ vom 18.01.2010/cag/mel)
Linke mit neuer Führung
Was wäre die Welt ohne die allgegenwärtigen Miesmacher.
Da kommt ein Mann an die Macht, er ist ausgestattet mit derzeit so seltenen Eigenschaften wie Anstand, Würde, Charisma und vor allem Intelligenz. Jemand der noch Ambitionen hat, dafür zu sorgen, daß es denen besser geht um die sich in einem Land alles dreht nämlich die Menschen. Oh Gott und der fragt doch tatsächlich nicht die Lobbyisten, was zu tun ist, sondern sieht und denkt und versucht zu handeln.
Ja und was passiert? Nein dieser Mann bekommt keine Unterstützung. Wie die Geier warten die "wunderbaren" Schreiberlinge und Pseudokritiker darauf sich wieder mal auszulassen. Da werden Entscheidungen schon vorher kritisiert, da werden dunkle Aussichten geschürt. Praktisch alles gemacht, was geht um ihn niederzumachen. Komisch nur, daß diese Personenkreise dies im eigenen Land nicht auch tun. Ach nein ich vergaß!! Wo die Führung nichts tut und schon lange vergessen hat um wen sich ihre Politik (oder was sie dafür halten) drehen sollte da kann man ja auch nichts öffentlich kritisieren. Fragt sich nur welche Führung letztlich die Schlimmere sein wird. Jene die sich Mühe gibt oder jene die dümmlich lächelnd abwartet bis es zu spät ist.
nein eine ganze Riege von Journalisten hat darauf gewartet Barack Obama endlich runtermachen zu können. Es ist schon erstaunlich, wie wichtig sich diese Herrschaften nehmen und die Hoffnung auf eine bessere Welt ganz schnell zunichtre machen, wenn es um das eigene Süppchen geht.
Ich hoffe, dass Obama stärker ist als die vermeintlich so großartigen Damen und Herren der Medien. Leicht wird es nicht sein, aber wir können, nein wir müssen es uns allen wünschen.
Sein minderbegabter Vorgänger hat so viel Mist hinterlassen, dass das in einem Jahr nicht aufzuräumen ist. Das hätte er klar sagen müssen. Die USA haben 2 Kriege, die enorm Geld fressen. Die Menschenrechte liegen am Boden. In Guanatanmo gibt es Folter light und immer noch keine ordentliche Gerichtsbarkeit. Sozialpolitsch befindet sich Amerika dort, wo sich Europa vor 100 Jahren befunden hat. Das geht gar nicht so schnell aufzuräumen.
Was der Dilettant Bush in 8 Jahren dermassen an die Wand gefahren hat kann man nach 12 Monaten nicht reparieren. Wähler sind nun mal naiv - sie wollen von heute auf morgen die heile Welt. Obama ist auf dem richtigen Weg. Vor allem die Turbokapitalisten und "nach mir die Sintflut" Manager gehören richtig zur Kasse gebenten und an die Kandarre genommen. Das ist kein Kommunismus, sondern die Bewahrung von Werten und vor allem an Anstand - ein Wort das spiessig und altbacken sowie weltfremd ist - ich weiß.
Nun lassen Sie Herrn Piper doch seinen Kreuzzug, wenn schon die übrigen Sprachrohre der INSM verstummt oder kleinstlaut geworden sind.
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