Krise, welche Krise? Nur ein Jahr nach dem Lehman-Kollaps steht die US-Wirtschaft schon wieder vor der Erholung, sagt US-Finanzminister Geithner. Und das hat Folgen.
Der Patient auf dem Wege der Besserung: Die US-Wirtschaftspolitik ist nach Einschätzung von Finanzminister Timothy Geithner reif für einen Kurswechsel. Die Konjunktur habe soviel an Kraft gewonnen, dass es möglich ist, von einem Rettungs- auf einen Wachstumskurs umzuschwenken, sagte Geithner.
Randale im Kongressausschuss: Mit Plakaten machten US-Bürger ihrem Ärger über die Wirtschaftspolitik der Vergangenheit Luft. (© Foto: dpa)
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"Unser Land hat im Laufe des vergangenen Jahres eine weite Strecke zurückgelegt", sagte Geithner. Nach Einschätzung des Weißen Hauses hat das Konjunkturprogramm die Wirtschaft des Landes sieben Monate nach seiner Verabschiedung spürbar belebt.
Die Regierung habe einen katastrophalen Zusammenbruch der Wirtschaft abgewendet, sagte Geithner vor einem Kongressausschuss, der für das Konjunkturprogramm der USA zuständig ist. Nun sei der Zeitpunkt gekommen, eine Strategie auf dem Weg vom Krisenmanagement zur wirtschaftlichen Erholung auszuarbeiten. Dabei werde auch die "außergewöhnliche Unterstützung" für den Finanzmarkt zurückgefahren.
Schritt für Schritt runterschrauben
Geithner sagte weiter, einige Maßnahmen zur Förderung des Kreditflusses seien nicht mehr notwendig und liefen nun schrittweise aus. Dennoch müsse der Finanzsektor weiter gestützt werden. Die US-Regierung werde nicht den Fehler begehen, die Stützungsmaßnahmen zur Beilegung einer Wirtschaftskrise zu früh einzustellen. Geithner zufolge wurden bislang 70 Milliarden Dollar der 250 Milliarden Dollar zurückgezahlt, die die US-Regierung in die Kreditmärkte gepumpt hatte. In den kommenden zwölf bis 18 Monaten werde der Staat voraussichtlich weitere 50 Milliarden Dollar zurückerhalten.
Das 787 Milliarden Dollar (540 Milliarden Euro) umfassende Investitionsprogramm habe bislang etwa eine Million Arbeitsplätze "gesichert oder neu geschaffen", hieß es in einem Regierungsbericht. Im dritten Quartal werde das Konjunkturprogramm die Wirtschaftsleistung der USA um drei Prozentpunkte steigern.
Vor allem dem Konjunkturprogramm sei es zu verdanken, dass sich der Abbau von Arbeitsplätzen in den vergangenen zwei Monaten verlangsamt habe, heißt es in dem Regierungsbericht. Zudem habe es für "besonders kräftige Impulse" in Sektoren wie der Bauwirtschaft, der Industrie und der Zeitarbeit gesorgt.
Vizepräsident Joe Biden sagte in einer Rede in Washington, das Programm habe "eine bedeutende Rolle" bei der Belebung der Konjunktur gespielt. "Anstatt über den Beginn einer neuen Depression zu sprechen, reden wir acht Monate nach Amtsantritt bereits über ein Ende der Rezession", sagte Biden.
Das Programm war im Kongress gegen den scharfen Widerstand der Republikaner mit den Stimmen der Demokraten verabschiedet worden. Es ist das größte staatliche Konjunkturpaket in der Geschichte des Landes.
Nach Angaben des US-Handelsministeriums weitete sich das Handelsdefizit im Juli zwar auf 32 Milliarden Dollar aus. Die steigende Nachfrage nach ausländischen Konsumgütern zeige jedoch, dass die US-Wirtschaft "über dem Berg" sei, sagte Analyst Christopher Cornell. Der Import legte im Juli um 4,7 Prozent zu - der höchste Anstieg seit Beginn der Veröffentlichung der Zahlen im Jahr 1992.
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(sueddeutsche.de/AFP/Reuters/mel/tob)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
Geithners verbreitet Zweckoptimismus, denn die Krise ist noch lange nicht vorbei. Mit dem Zusammenbruch des Immobilienmarktes in den USA hat es begonnen. Die toxischen Wertpapiere waren und sind nur deshalb toxisch, weil die Immobilien, die den Wert dieser Papiere absicherten, nichts mehr oder zumindest viel weniger wert sind. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
Der US-Immobilienmarkt hat sich nicht erholt. Er wird durch Getrickse von Banken, Immobilenhandel und Politik als weniger desaströs dargestellt. Würden tatsächlich alle Immobilien, die den Banken jetzt gehören, auf dem Markt angeboten, dann würden die Preise für Immobilien ins Bodenlose fallen. Also tun die Banken das nicht. Sie halten die Immobilien zurück und bewerten ihren Wert auch nicht neu. Dadurch stehen die Banken auc besser dar, denn der Wert der Immobilien wird im "Haben" verbucht.
Der "Bankenfitnesstest" der Obama-Regierung hat den Banken die Möglichkeit gegeben sich selbst schönzurechnen. Das hat den Banken erstmal psychologisch geholfen aber finanziell geht es vielen Instituten nicht wirklich besser. Die Tasache, das einige der Banken bereits Kredite zurückgezahlt haben, darf darüber nicht hinwegtäuschen.
Gleichzeitig hat die US-Regierung ein Programm zur Wohnungsbauförderung für Menschen mit geringem Einkommen so aufgeblasen, das im Prinzip jeder sie nutzen kann (So wie in Deutschland die Abwrackprämie). D.h. die US-Regierung pumpt Hunderte von Millionen Dollar in den Immobilien und stützt so die Bauindustrie.
Amerika lebt auf Pump. Nur wenige Menschen sind dort ohne Kreditkarte. Aber viele Amerikaner haben Schulden, die sie nicht zurückzahlen können. Das gilt ganz besonders jetzt. Wer seinen Job und sein Haus verloren hat, der lebt eben auch mit seiner Karte auf Pump. Amerikanische Kreditkartenfirmen wie American Express werden durch Banken gestützt. Brechen diese Firmen unter der Last fauler Kredite zusammen, dann rutscht Amerika in die nächste Krise.
"""Und übrigens, wann hast Du das Geld für Deine Ölbohrung zusammen? """
Kommt Geld, kommt Bohrung................alles braucht seine Zeit...........
Danke für die Rechschreibkorrektur.
Du hast hier von Ideal-Verkäufen und --Käufen an der Börse geschrieben und zu Höchstkursen verkaufen und bei Niedrigskursen zu kaufen gelingt nur dem lieben Gott, aber niemals solch einen Aufschneider wie Du es bist.
Deine Märchen (Verkauf: VW Höchstkurs über 1000 Euro und das nur wenige Sekunden an einem einzigen Tag, Infineon zum Niedrigstkurs etc.) kannst Du einem naiven Kindchen erzählen, aber nicht mir.
Ich kenne das Geschäft und weiss, dass man erst ein paar mal pleitegehen muss um die knallharte Psyche zu bekommen, bei Schalmeienklang zu verkaufen und bei Grabesstimmung zu kaufen.
Das ist eine Kunst und die beherrschen nur wenige und wer sie beherrscht ist dezent in der Öffentlichkeit und posaunt niemals seine getätigten positiven Aktien-Engagements aus.
Nur aufmerksamkeitsheischende Blender tun dies.
(ist) NICHTS ALS AUF ZERSTÖRUNG UND PUMP AUFGEBAUTER SCHEIN".
TINA, lieber enigma, there is no alternative.
Zumindest im "alten Europa" ist die Luft besser, das Wasser reiner und die Landwirtschaft bis auf einige genkondaminierte Felder gesund. Warum soll das in 20 Jahren nicht überall so sein?
Auf Pump aufgebauter Schein? Solange die Lebensqualität stimmt, kann es dem Bürger egal sein, auf was sein Da-sein aufgebaut ist. Ärgerlich ist, dass sich ein Teil der Bevölkerung zuviel pumpt und sich beharrlich weigert, seine Gier einzuschränken. Und weil es leichter ist, die Schulden der Masse aufzuladen, erleben wir derzeit die wunderbare Finanzmarktrettung.
1 Milliarde Bürger müssen pro Jahr auf 1000 Euro verzichten, das sind 1 Billion Euro. Damit können 20 Billionen Staatsschulden bedient werden. HOKUS POKUS, trallala.
Zitat "Ich glaube hier verwechseln einige Leute den "FinanzKapitalismus" mit der Marktwirtschaft."
Willst Du auf den ideologisch konstruierten Unterschied zwischen "raffendem und schaffendem Kapital" abheben? Das geschieht in der Regel, um der vorgeblich ordentlich funktionierenden "Realwirtschaft" einen Persilschein auszustellen...
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