Die ehemalige Star-Managerin Carly Fiorina kämft für das Wirtschaftsprogramm der Republikaner. Kein Sturm zwingt sie nieder.
Carly Fiorina weiß, was Karrierebrüche sind. Die heute 53 Jahre alte Star-Managerin führte von 1999 bis 2005 den Computerkonzern Hewlett-Packard (HP)und galt damals als mächtigste Frau der Vereinigten Staaten. Sie erzwang die Fusion von HP mit dem Konkurrenten Compaq, musste dann aber erleben, wie der Aktienkurs einbrach und der Verwaltungsrat sie schließlich vor die Tür setzte. Möglicherweise fühlt sie sich gerade deshalb John McCain nahe.
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Die ehemalige HP-Chefin Carly Fiorina heute: Buchautorin, Wirtschaftsberaterin und Kommentatorin von Nachrichten. (© Foto: AP)
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Auch der republikanische Senator von Arizona kennt derartige Brüche. 2000 bewarb er sich zum ersten Mal um das Amt des Präsidenten, unterlag aber George W. Bush. Auch sein zweiter Anlauf scheiterte fast. Im vergangenen Sommer schien sein Team am Ende, ohne Geld und mit miserablen Umfragewerten. Aber McCain schaffte die Wende und ist jetzt der designierte Kandidat der Republikaner.
Spenden sammeln für neue Wahlkampfideen
"Ich weiß, was Höhen und Tiefen sind", sagte Carly Fiorina jetzt in einem Interview und fügte hinzu: McCains Karriere sei "etwas ganz Besonderes". Der Kandidat falle auch im Sturm nie um. Zuvor hatte der Senator Fiorina offiziell zur Vorsitzenden des "Siegfonds" der Republikanischen Partei ernannt, zur wichtigsten Spendensammlerin McCains im Wahlkampf. Der Posten ist von strategischer Bedeutung. Bis jetzt liegen die Republikaner hinter den Demokraten deutlich zurück, was Umfragewerte und Geld betrifft. Während Hillary Clinton und Barack Obama aber noch bis zum Sommer brauchen dürften, um herauszufinden, wer von beiden die Mehrheit der Partei hinter sich hat, hat McCain jetzt eine Atempause und kann diese ganz für die Geldbeschaffung nutzen.
Eine glamouröse Managerin vom Range Fiorinas ist dabei ideal. Bis heute plagt den Vietnam-Veteranen McCain das Image, er sei zwar ein guter Sicherheitspolitiker, habe aber keine Ahnung von Wirtschaft. Dabei enthält seine Wahlkampf-Plattform ein durchaus konsistentes Wirtschaftsprogramm; als einziger der namhaften Kandidaten beider Parteien erlag er bisher nicht der Versuchung, in der Wirtschaftskrise mit protektionistischen Parolen zu punkten. In der Öffentlichkeit ist das aber bisher nicht angekommen. Fiorina soll für ihn daher Wirtschaftskompetenz demonstrieren.
Eine ungewöhnliche Frau
Die Managerin ist eingetragene Republikanerin. Nach ihrem Rauswurf bei HP übernahm sie mehrere Aufgaben im Grenzbereich zwischen Gesellschaft und Politik. Sie gründete eine philanthropische Stiftung und schrieb ihre Autobiographie ("Mit harten Bandagen"), die in Amerika zum Bestseller wurde. Sie beriet den Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger. Rupert Murdochs Wirtschaftssender Fox Business News engagierte Fiorina als Kommentatorin. Außerdem leitet sie den externen Beirat des US-Geheimdienstes CIA. John McCain traf sie zum ersten Mal 2000, als sie im Kongress über die Besteuerung von Internet-Geschäften aussagen sollte. Sie erzählte dem Senator, warum sie eine derartige Besteuerung für fatal hält. "Er begriff es sofort", sagt sie heute. Womit ein gemeinsames Thema von John McCain und Carly Fiorina klar sein dürfte: niedrigere Steuern.
(SZ vom 14.03.2008/sme)
Großprojekte in Berlin
was sie jetzt wieder hineininterpretieren. es steht dass sie im besten fall pech hatte, im schlechtesten fall inkompetent war. was es war traut sich dort keiner zu sagen. o.k. sie hat riskant gespielt und gearbeitet. und dass lucent nach ihrem abgang probleme hatte kann für oder gegen sie sprechen. in dem artikel steht nur dass die lucent zeit kritischer gesehen wird. sie bewerten das als heruntergewirtschaftet. nette anti-propaganda die höchstens beweist dass sie unqualifiziert und herabwürdigend über andere urteilen. sonst nichts.
ich habe nur etwas von niedrigen steuern gelesen. nichts davon wofür die steuern ausgegeben werden sollen. ich bin sicher kein freund der republikaner aber bei mccain bin ich mir nicht sicher ob er tatsächlich so auf der bush linie liegt. und wenn bush eine starke wirtschaftsberaterin gehabt hätte, dann hätte die es entweder nicht lange bei ihm ausgehalten oder es wäre weniger geld in den militärhaushalt geflossen. ich glaube so eine katastrophe wie gwb gibt es selbst in den usa nur alle 15 jahre. oder wieviele jahre sind seit ronnie r. vergangen?
... ja auch schon jahrelang über von all dem Geld ! Und für die 60 Millionen , die keine Krankenversicherung haben , auch noch soziale Leistungen zu finanzieren , wäre die reine Verschwendung . Die Notenpresse läuft eh schon heiß für den Militärhaushalt ...
Viel Spass , Mc Cain ! Sie machen das schon !
wie kommen sie zu diesen feststellungen. einfach mal drauf los kritisieren ohne sich zu informieren ? wenn sie lucent abgewirtschaftet hätte wäre sie wohl kaum zu hp berufen worden. ein auszug aus businessweek über ihre lucent tätigkeit vom 2.8.99:
Fiorina managed the highly successful spin-off of Lucent in 1996. She then launched a bold, $90 million brand-building campaign that helped transform the company from a humdrum maker of phone equipment into an Internet player supplying the gear for the New Economy. And in 1998, after being promoted to president of Lucent's $19 billion global service-provider business, she helped to turbocharge product development by the long-coddled Bell Labs engineers.
Respekt. Ich habe allmählich den Eindruck, dass McCain tatsächlich unterschätzt wird und bei all dem Hillbarack-Hype es am Ende doch gut für die Republikaner laufen könnte.