Erleichterung in den USA: Die Konjunktur entwickelt sich besser als erwartet. Doch der Konsum bleibt schwach - und könnte den Abschwung antreiben.
Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal 2008 nicht wie befürchtet ins Minus gestürzt. Das Bruttoinlandsprodukt der größten Volkswirtschaft der Welt wuchs in den ersten drei Monaten um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit blieb die Wachstumsrate im Vergleich zum Schlussquartal des Vorjahres unverändert. Manche Beobachter hatten befürchtet, die Konjunktur der USA stecke bereits in einer Rezession.
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Nur ein flaues Konjunkturlüftchen, aber immerhin: Die US-Konjunktur ist um 0,6 Prozent gewachsen. (© Foto: AP)
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Positive Zahlen kamen auch vom Arbeitsmarkt. Eine Umfrage unter Unternehmen hat ergeben, dass die US-Firmen im April offenbar per Saldo Arbeitsplätze geschaffen haben.
Konsum weiter schwach
Getragen wird der geringe Aufschwung von der Exportwirtschaft. Nach 6,5 Prozent im Vorquartal legten die Exporte noch einmal um 5,5 Prozent zu. Nachgegeben hat hingegen die wichtigste Stütze der US-Konjunktur: Die Konsumausgaben verzeichneten in dem Quartal einen Zuwachs von nur noch 1,0 Prozent, so wenig wie zuletzt 2001. Im Vorquartal waren sie noch um 2,3 Prozent gewachsen.
Analysten rechnen damit, dass die schwächelnden Konsumausgaben auch im weiteren Jahresverlauf die Konjunktur belasten werden. Im laufenden Quartal sei mit einem deutlichen Einbruch des US-Wachstums zwischen 0,75 und 1,0 Prozent auf Jahressicht zu rechnen, heißt es in einer Studie der Unicredit-Bank. Es sei anzunehmen, dass die Verbraucher Steuererleichterungen durch das US-Konjunkturpaket eher zur Schuldentilgung oder zu Sparzwecken als zum Konsum nutzten.
Börse reagiert erleichtert
Besonders belastend für das Gesamtergebnis wirkte sich abermals die Krise auf dem Immobiliensektor aus. Investitionen in dem Bereich gingen in dem Quartal um 26,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück, im Quartal zuvor hatte der Wert bei minus 25,2 Prozent gelegen. Auch die betrieblichen Investitionen außerhalb des Immobiliensektors fielen um 2,5 Prozent - so stark wie seit vier Jahren nicht mehr.
Die Börse reagierte erleichtert auf die offensichtliche Konjunkturentspannung. Es wird jetzt davon ausgegangen, dass die Gewinne der Unternehmen nicht so stark unter der Kreditkrise leiden wie befürchtet.
(sueddeutsche.de/afp/dpa/jkf/tob)
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