Die Kapitalvernichter GM und Chrysler rasen auf den Abgrund zu - und sind sich dennoch nicht zu schade, mehr monetären Brennstoff zu fordern.
Die Geschichte wiederholt sich und zwar mit ungeahntem Tempo. Die US-Autokonzerne General Motors und Chrysler sind wieder einmal praktisch pleite.
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Keine zwei Monate nachdem sie sich ihr Überleben mit Milliardeninfusionen aus dem Staatshaushalt gesichert hatten, sind ihre Kapitalreserven erneut so gut wie aufgebraucht. Nun sollen weitere Kredite her. Aus Benzinsäufern sind Milliardenschlucker geworden.
So handelte es sich bei den Dokumenten, die die Konzerne am Dienstagabend nach Washington schickten, auch weniger um Sanierungspläne als um Bittschriften.
Die Frage, wie sie jemals wieder zu wettbewerbsfähigen Unternehmen werden wollen, haben die Konkurskandidaten nicht beantwortet. Selbst am Rande des Ruins konnten die Manager von GM und Chrysler ihren Arbeitern und Gläubigern kaum Zugeständnisse abringen.
Die Gewerkschaft UAW ist zwar grundsätzlich bereit, der Absenkung der Lohnzusatzkosten auf das Niveau der ausländischen Konkurrenz zuzustimmen.
Aber das Hauptproblem der immensen Belastung durch die Gesundheitsversicherung für Pensionäre besteht fort. Noch unnachgiebiger waren die Gläubiger. Eine Einigung über die Umwandlung von Anleihen in Aktien, wie von Washington gefordert, wurde nicht erzielt.
Selbsttäuschung - oder Täuschungsversuch
Die Kapitalvernichter GM und Chrysler rasen also weiter auf den Abgrund zu - und sind sich dennoch nicht zu schade, mehr monetären Brennstoff zu fordern. Spätestens jetzt muss allen Politikern in Washington klar sein: Detroit, die Heimat der Autoindustrie, ist ein Milliardengrab. Auch die Zulieferer rufen nach Staatshilfen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis Ford, der dritte US-Hersteller, in Washington die Hand aufhält.
Die Manager der Autohersteller behaupten, höhere Gewalt verderbe ihnen das Geschäft, erst das teure Öl, dann die Rezession. Daher sprechen sie gern von Überbrückungskrediten. Es gelte doch bloß, ein konjunkturelles Tal zu überwinden.
Ob es sich dabei um Selbsttäuschung oder einen Täuschungsversuch handelt, ist schwer zu sagen. Sicher ist: Die zunehmende Sparsamkeit der Amerikaner, ihr wachsendes Umweltbewusstsein, das Sterben der Vororte und die Wiederentdeckung der Innenstädte werden zu einer dauerhaft niedrigeren Autonachfrage in den USA führen. Für die alten Großen Drei ist kein Platz im neuen Amerika.
Ex-Präsident George W. Bush hat seinem Nachfolger Barack Obama das Detroit-Desaster vererbt. Er war es, der den Konzernen die ersten 17,4 Milliarden Dollar zuschanzte, um ihnen ein paar Wochen Zeit zu kaufen. Obama darf diesen Fehler nicht wiederholen. Sonst wird im Sommer die nächste Milliardenüberweisung nach Detroit fällig.
Die amerikanische Autoindustrie kann nur überleben, wenn sie kleiner und innovationsfreudiger wird. Ein sorgsam vorbereiteter Insolvenzprozess ist die beste Chance auf einen solchen Neubeginn.
Die Manager von GM und Chrysler haben ihr Unvermögen lange genug unter Beweis gestellt. Der Gläubigerschutz erlaubt es, die Chefs zu feuern, Tarifverträge neu auszuhandeln und Schulden umzuschichten.
Auch der Konkurs wird Geld kosten. 30 Milliarden Dollar allein bei GM. Aber er vervielfacht die Chance, dass die Geschichte aufhört, sich zu wiederholen, und die Steuerzahler ihr Geld zurückbekommen, eines Tages.
(sueddeutsche.de/hgn/mel)
Für GM und Chrysler gilt das darwinistische Prinzip der Auslese: Die Guten werden überleben. Angesichts eines weltweit notwendigen Konsolidierungsprozesses der Autoindustrie, angesichts enormer Überkapazitäten ist es nur logisch, wenn die Schwächsten, die am weitesten heruntergewirtschaftet sind, gleich in Konkurs gehen, statt mühsam noch mit Steuermilliarden gepäppelt zu werden. Das würde lediglich den Wettbewerb verzerren und die Besseren auch schwächen - bis sie ebenfalls Staatshilfe benötigen.
Merke: nur aus der Asche wächst neues Leben, nicht im (Subventions)Sumpf.
seit wann sind wir Steuerzahler die " cash cowe" der Automotive industrie?
Take a bike!
NEIN!!
warum nicht?
weil die Politik nichts zu suchen in dieses Segment der Freie Marktwirtschaft, die Konkurrenz wird die Lücke der "GM" füllen! Dass sind die Gesetze der Markwirtschaft, nicht der Politik.
Herr Rüttgers sitzt bei einem lame duck in Detroit im chefsessel, der Mis-Management gemacht hat, falsche Modellenpolitik, falsche Marketingtrategie, Arroganz, keine neue Konzepte, nur bla, bla.
Manager die nicht die kraft haben oder Kreativität oder Visionen haben, sollten abgesetzt werden,m und ja keinen Subventionen geben.Wer soll dass bezahlen?? Jawohl, wir die Steuerzahler.
Ach so, ja, die Wahlen stehen uns bevor, darum ist einer der Union in Detroit auf unserer Kosten!
Die Menschheit wurde ein fairer technischer Fortschritt vorenthalten. Satz 1
Sie wurde zum Beuteobjekt gemacht. Satz 2
Sie wird weiter wie eine Beute betrachtet und behandelt. Satz 3
Sie wird wie eine Kuh geschlachtet. Satz 4
Denn die "Kuh" wehrt sich nicht. Satz 5
Es herrscht der Grundsatz vor, zum Beispiel:
- Der Klügere gibt nach!
- Die dort oben machen ohnehin was sie wollen!
- Es genügt, sich um seine eigenen Dinge zu kümmern, dann würde schon alles gut!
- Die Politik ist ein schmutziges Geschäft! Da mische ich mich nicht ein!
ERGEBNIS:
Treibenlassen bis zum offensichtlichen Untergang.
Was soll man bei dieser Weltbevölkerung noch sagen und fragen:
das Schicksal verdient?
GM wurde in einem Umfeld des Laufenlassens groß. GM betrieb Gewinnmaximierung solange, bis es krachte. Bei einer so unqualifizierten Nachfrageseite verwundert diese Qualität der Angebotsseite und ihre Arroganz überhaupt nicht.
Man könnte höchstens sagen: die Massen wurden erbärmlich, schäbigst hinter`s Licht geführt, in einer Scheinsicherheit gewogen. Weltweit!
Ich verstehe nicht, weshalb auf einmal so vehement von vielen Politikern das Loslösen von Opel vom Mutterkonzern gefordert wird. Steckt da vielleicht zu viel Nostalgie oder Patriotismus dahinter?
Fakt ist, dass für den Fall einer Selbständigkeit Opels Staats- oder Ländermilliarden fließen müssen, das streitet auch kein Politiker ab. Opel ist weit vom Standard hiesiger oder japanischer Autobauer entfernt, was erst einmal viel Zeit und Geld kostet. Außerdem stände Opel, das ja noch in die GM-Logistik eingebunden ist zunächst einmal ziemlich nackt da, was wieder enormen Investitionsbedarf bedeutet.
Brauchen wir wirklich auch so ein Automobil-Milliardengrab?
Falls GM sich wirklich von Opel trennen sollte, dann sicherlich eher deshalb, weil man ein Problem loswerden möchte. Wollen wir ein solches Probelm haben?
Paging