Die amerikanische Autoindustrie ist ohne Obamas Unterstützung pleite - sie hat in den vergangenen Jahren einfach zu viele Fehler gemacht.
Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es schon wieder witzig. Die Deutsche Bank setzt das Kursziel für General Motors auf null. Nichts geht mehr.
Ein Polizist fotografiert auf der Detroit Motor Show einen Chevrolet Camaro Bumblebee mit seinem Handy (© Foto: dpa)
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Die jüngsten Quartalsergebnisse von General Motors und Ford bestätigen die finstersten Vorahnungen. Die einstigen Ikonen der amerikanischen Industrie sind wirtschaftlich abgewrackt.
GM und Ford verbrannten jeweils mehr als neun Milliarden Dollar allein im dritten Quartal. Das verträgt auf die Dauer keiner der beiden Konzerne, zumal es nun schon einige Jahre her ist, dass sie ordentlich verdient haben.
Bei Chrysler, dem dritten der "Big Three" aus Detroit, lässt sich nur ahnen, was wirklich los ist. Seit Daimler die Mehrheit an die Finanzfirma Cerberus verkauft hat, gibt es keine Berichte mehr, sondern nur Gerüchte.
Und die sind übel. Selbst GM-Chef Rick Wagoner sagt jetzt ganz offen, dass ohne Staatsknete aus Washington in der ersten Hälfte des kommenden Jahres die Lichter ausgehen am Detroit River im Hauptquartier von General Motors, dem Konzern mit weltweit 250.000 Beschäftigten.
Selber schuld, mag man da sagen. Wer jahrzehntelang gutes Geld verdiente mit dicksten Geländewagen und Pick-ups, darf sich nicht wundern, wenn bei steigenden Benzinpreisen und sinkenden Einkommen die Amerikaner sich allenfalls noch kleine Autos aus asiatischer Produktion leisten.
Branchenprimus Toyota kämpft ebenfalls
Oder trendige Cityflitzer wie den Smart von Daimler oder den Mini von BMW. Wer den Hybrid verschlafen hat und den sparsamen, spurtfreudigen modernen Diesel ignoriert - den bestraft das Leben. Wer sich zu lange auf den schrumpfenden nordamerikanischen Automarkt konzentrierte - der bekommt nun die Quittung.
Ganz so einfach ist es freilich inzwischen nicht mehr. Denn in Zeiten der Finanzkrise und eines beispiellosen Käuferstreiks auf dem weltweit größten Automarkt Nordamerika kommt selbst der Branchenprimus Toyota nicht mehr voran. Schon zum zweiten Mal im laufenden Geschäftsjahr mussten die erfolgsgewohnten Japaner ihre Gewinnprognose senken. Auch für luxuriöse Autos läuft derzeit nicht viel, wie man an BMW, Daimler und Porsche sieht.
Es sieht nicht danach aus, dass die Lage in absehbarer Zeit besser wird. Schwer erhältliche, teure Kredite, höhere Arbeitslosigkeit, niedrigere Einkommen, sinkende Aktienkurse, ein praktisch toter Immobilienmarkt - das ist in etwa die Wirtschaftslage, die Barack Obama bei seinem Amtsantritt als neuer amerikanischer Präsident vorfindet.
George W. Bush empfahl den Autoherstellern, doch einfach mehr gefragte Autos zu bauen. Die würden dann auch gekauft. Der nächste Präsident scheint mehr Verständnis für die Autokonzerne zu haben, von denen angesichts ihrer Werke in Kanada und Korea, Deutschland und Russland keiner mehr so recht weiß, wie sehr sie eigentlich noch amerikanisch sind. Nun soll Barack Obama alles richten. Staatsgeld nimmt zwar Ängste, lähmt aber auch. Staatshilfe wirkt zudem wie eine Droge - die Dosis reicht nie.
Bush hatte schon recht: Derzeit stehen in Amerika ein paar Autowerke zu viel. Die lassen sich nur erhalten mit neuen, attraktiven Autos zu Preisen, die sich der Konsument leisten kann und will.
Das Geld-Päckchen aus Washington darf daher kein Startschuss zu einem globalen Wettlauf um Subventionen sein, sondern nur eine einmalige Hilfe zur Selbsthilfe. Damit es für GM, Ford und Chrysler nicht heißt: "Letzte Ausfahrt Detroit".
- Opel: Leiden an General Motors Das Opel-Dilemma 11.11.2008
- General Motors Kursziel: null Euro 11.11.2008
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(SZ vom 12.11.2008/hgn)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
finanzielle Eingriff ins Wirtschaftsleben muss als Subvention betrachtet werden.
Man sollte das richtig formulieren, das Management hat zu viele Fehler gemacht. Das Management macht die Vorgaben, wonach sich die Mitarbeiter zu richten haben. Das Management bestimmt, wieviel es dafür zahlt und wieviel in die eigene Tasche kommt. Die Automanager von GM, Ford und Chrysler sind eigentlich nie unter 30 Millionen USD pro Jahr nach Hause gegangen, haben oft mehr als 100 Millionen im Jahr verdient. In den USA ein verdienter Lohne für Mist. Es ist ein Horror für den amerikanischen Kapitalismus und die Steuerzahler, wenn die so etwas jetzt auslöffeln sollen. Und die Manager werden angeblich gebraucht und kassieren weiter.
Lieber Herr Kuntz,
wenn Sie unter Käuferstreik nichts kaufen wegen nicht vorhandenem Geld oder zu viel Schulden verstehen, haben Sie sicher Recht.
kochen wohl die falschen Speisen und Karstadt hat das falsche Weihnachtssortiment. Würde er seine Waren verschenken, hätte er sicher weniger Absatzprobleme. Schlimm ist, dass wir von Politikern regiert werden, die sogar die einfachsten Zusammenhänge falsch deuten und von Wissenschaftlern auch noch darin bestärkt werden.
Meines Wissens ist der Preis der Gallone in den USA von 4 auf unter 2,5 $ gefallen, Preise wie 2005. Also am Spritpreis wird es nicht liegen. Wohl wie überall auf der Welt an der Umverteilung. Bei uns lief der Prozess schleichend innerhalb 30 Jahren, die USA hat er jetzt eingeholt.
Überall sind Billionen nach oben umverteilt worden, die sich im Weltcasino auch noch in den vergangenen 5 Jahren verdoppelten. In den USA wurde die Umverteilung durch ein excessives Kreditsystem lange Zeit kaschiert. Heute näheren diese sich Europa an, nirgends ist unten genügend Geld für ein stabiles Konsumklima vorhanden und oben ist viel Geld verbrannt.
Deutschland wird es besonders hart treffen, denn hier wurde alles nur auf die Exportkarte gesetzt und wenn die nicht mehr sticht - gute Nacht.
momentan sicher keine von beiden. Die Konsumklemme wird erstmal schön weitergehen.
Die Frage, die man sich nun stellen muss ist, wie man den Konsum in den USA wieder ankurbeln kann. Ich bin leider kein Wirtschaftsexperte aber ausser neuen Arbeitsplätzen und billigen Krediten fällt mir nicht viel ein. Mi anderen Worten, wird das Spiel wahrscheinlich genauso weitergehen wie zuvor oder hat jemand ein paar Lösungsvorschläge?
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