Finanzinstitute müssen Anleger bei der Beratung auf deutliche Pressekritik an den empfohlenen Kapitalanlagen hinweisen. Sie müssen aber nicht sämtliche Branchendienste auswerten.
Das folgt aus einem am Montag veröffentlichten Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe. Danach muss die Bank die "anerkannte" Wirtschaftspresse auf aktuelle Informationen über ihre Anlageprodukte auswerten.
Vom BGH entschieden: Banken müssen Kunden über Kritik an ihren Finanzprodukten informieren. (© Foto: ddp)
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Tauchen in Blättern wie Börsen-Zeitung, Financial Times Deutschland, Handelsblatt oder Frankfurter Allgemeine Zeitung "zeitnahe und gehäufte" negative Berichte auf, muss der Kunde davon unterrichtet werden. Brancheninformationsdienste müssen die Banken dagegen normalerweise nicht im Blick haben.
Urteil aus Stuttgart hinfällig
Damit hob der BGH ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Stuttgart auf, das der Schadenersatzklage einer Anlegerin gegen eine Volksbank stattgegeben hatte. Die Frau - Stammkundin bei der Bank - hatte sich von der Volksbank einen geschlossenen Immobilienfonds empfehlen lassen, der sich nicht als lukrativ erwies. Was sie nicht wusste: Der zugehörige Verkaufsprospekt enthielt nach Einschätzung eines Brancheninformationsdienstes nicht alle für eine umfassende wirtschaftliche Beurteilung notwendigen Informationen. Zudem würden Anleger "zu sehr reich gerechnet", hieß es dort.
Der BGH hob das Urteil auf und verwies es zur neuen Prüfung zurück. Nach seinem Urteil muss die Bank den Kunden im Rahmen einer Anlageberatung zwar über alle Risiken aufklären, die für dessen Entscheidung wichtig sind - sei es Konjunkturlage oder Börsenentwicklung, sei es ein Kurs-, Zins- oder Währungsrisiko.
Allerdings muss das Geldinstitut nicht sämtliche Brancheninformationsdienste uneingeschränkt auswerten - dies würde laut BGH zu einer "uferlosen, kaum erfüllbaren Ausweitung der Pflichten von Anlageberatern" führen. Erhält sie dennoch Kenntnis von solchen kritischen Berichten, muss sie ihre Anlageobjekte unter Umständen noch einmal näher untersuchen.
(Az: XI ZR 89/07 vom 7. Oktober 2008)
(sueddeutsche.de/dpa/mel/hgn)
Früher waren besonders die kleinen Volks- und Raiffeisenbanken der Inbegriff für Seriosität und Vertrauen. Die Kunden folgten fast blind den Empfehlungen der Persönlichkeit am Bankschalter. So kam es auch, dass rund 20.000 Anlager in Deutschland die Fonds der DG-Anlage gezeichnet haben, die über die genossenschaftlichen Banken vertrieben wurden. Die Fonds sind heute pleite, die anleger haben ihr ganzes Geld verloren. Die meisten Volks- und Raiffeisenbanken wollen von ihrer Verantwortung nichts wissen und lehnen Entschädigungsforderungen der Anleger ab. Teure Anwälte werden angeheutert, um die Anleger "klein" zu machen.
Gleichzeitig werden immense Summen investiert, um in allen Tages- und Wochenzeitungen sowie in den Nachrichtenblättern mit großflächigen Anzeigen für Vertrauen zu werben. Vertrauen, das die Genossen längst vor der Finanzkrise verspielt haben.
Die einst so kundennahem Banken haben ihre Daseinsberechtigung verloren.
Ich verzichte schon seit einiger Zeit auf die Banken. Kürzlich habe ich ein Fondsdepot über einen Fondsvermittler eröffnet. Unter www.fondsshop-vergleich.de sind alle Anbieter im Überblick.
Günstiger ist es, auf die Beratung der Banlen zu verzichten und die Geldanlage selbst in die Hand zu nehmen. Dazu witziges Video bei YouTube: http://de.youtube.com/watch?v=g0OOxMb44Qk
Anleger bei der Beratung zu unterstützen, dies sollte das Motto der Banken sein, wird aber leider nicht immer umgesetzte, aber zu sehr den freien Markt zu kontrollieren ist auch nicht der richtige Weg.
Es muss auch mehr Eigenverantwortung her. Ich habe Ihre Artikel über Banken und deren Fondsberatungen, die Finanzkrise und Anlageverhalten im Allgemeinen in letzter Zeit verfolgt und bin durch einen Leserkommentar auf eine Webseite aufmerksam geworden: fondsshop-vergleich. Hier überzeugt mich ein Fondsvermittler und daher habe ich vor kurzem mein Fondsdepot von der Bank über diesen Fondsvermittler auf eine Fondsbank übertragen.
Nun bekomme ich für meine bestehenden Fonds eine jährliche Vergütung und ein
Fondskauf erfolgt ohne Ausgabeaufschlag. Meine anfängliche Skepsis war unbegründet,
denn die Abwicklung ist sicher und seriös.
Als Fazit kann ich daher nur weitergeben, dass man als Selbstberater das Heft in die Hand nehmen kann.
Also mal ehrlich, da kann man doch das Verkaufen komplett verbieten! Da stellt dann Jemand einen negativen Bericht über Produkt XY in die FTD (lassen die sich gut bezahlen) und schon hat sich das Produkt erledigt. "Lieber Kunde ich muß sie warnen, in der Auto Motor Sport steht das unsere Opel Modelle eher rosten als BMW's"
Das ist doch totaler Unsinn, schaffen wir die Marktwirschaft ab und führen den Sozialismus ein. Dann bedarf es keiner eigenen Mühen mehr, macht alles Staat für mich.
Natürlich sollen Verbraucher geschützt werden aber solche Urteil überspannen den Bogen erheblich und sind bar jeglicher Realität. Ganz gruselige Entwicklung sind das....