Ruhelos entwickelt Dunstone immer neue Geschäftsideen. Nicht alles funktioniert perfekt. 2006 startete er seinen Breitband-Internetservice Talk Talk zum Nulltarif. Doch Dunstone hatte den Ansturm der Kunden unterschätzt. Mehr als 40.000 Anmeldungen pro Minute registrierte die entsprechende Website von Carphone. Das System brach zusammen, die Kunden waren vergrätzt.

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Dunstone mag es martialisch: Das sei sein Irak-Krieg gewesen, sagt er in Anspielung auf den Misserfolg der Amerikaner. Doch Dunstone konnte seine Probleme lösen, Talk Talk gehört mittlerweile zu den erfolgreichsten Anbietern in Großbritannien. Mit einem billigen Festnetz-Telefonanschluss macht Dunstone jetzt traditionellen Telefonanbietern wie British Telecom Konkurrenz.

Schiff und Firma auf Kurs

Aufgewachsen ist der Unternehmer in der Stadt Saffron Walden in Essex. Als Sohn eines wohlhabenden BP-Managers konnte er eine teure Privatschule besuchen. Damals habe er einen Sinn fürs Geschäftliche entwickelt und Feuerzeuge und Kugelschreiber an seine Kameraden verkauft, erzählen Schulfreunde. Später studierte er Wirtschaftswissenschaften an der Universität Liverpool, doch das Interesse an einem akademischen Abschluss erlahmte schnell. Er brach sein Studium ab und heuerte beim japanischen Elektronikunternehmen NEC an.

Dort konnte er sein Verkaufstalent mit damals noch handkoffergroßen Autotelefonen unter Beweis stellen. "Ich entdeckte, welches enormes Potential in der Mobiltelefonie steckte", sagt Dunstone. Wenig später eröffnete er sein eigenes Geschäft in London. Es folgte ein stürmisches Wachstum der Carphone-Kette, die im Jahr 2000 an die Börse ging. Seitdem gilt Dunstone im Londoner Finanzviertel auch als Goldjunge der City, obwohl der Aktienkurs seit Beginn des Jahres unter den Folgen der Konjunkturabschwächung in Großbritannien leidet.

"Persönlich habe ich oft Selbstzweifel und bin ein eher scheuer Mensch", sagte der Unternehmer in einem Interview über sich selbst. Er sei eigentlich der "Mister Normal". Seine Mitarbeiter schätzen ihn wegen seines kooperativen Führungsstils. Den bewahrt er sich auch als Skipper auf seiner Privatyacht. Mitsegler loben Dunstone wegen seiner unprätentiösen Art. So hält er sein Schiff und sein Unternehmen auf Kurs.

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(SZ vom 06.06.2008/tob)