Von Klaus Ott

Einflussreiche Siemens-Aufsichtsräte wollen nach der Berufung des neuen Vorstandschefs Peter Löscher die Konzernspitze weiter umbauen.

Weitere Vorstandsmitglieder könnten als Folge des Korruptionsskandals ihren Job verlieren, verlautete aus Kreisen des Konzerns.

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Ein Thema bleibt ausgespart, wenn sich der Aufsichtsrat der Siemens AG am kommenden Mittwoch in München trifft. Laut Tagesordnung sind keine Personalentscheidungen auf Vorstandsebene vorgesehen, obwohl das eigentlich längst an der Zeit wäre.

Am 31. März 2008 enden die Verträge von Uriel Sharef, der sich um die Kraftwerkssparte kümmert, und Klaus Wucherer, der unter anderem für das Transportgeschäft zuständig ist.

Bei Aktiengesellschaften wie Siemens ist es üblich, Vorstände frühzeitig im Amt zu bestätigen, sofern sie im Dienst bleiben sollen. Doch in dem weltweit tätigen Technologie-Konzern mit Hauptsitz in München sind keine Absichten erkennbar, an Sharef und Wucherer festzuhalten.

Beide sind 63 Jahre alt und haben die Pensionsgrenze noch nicht erreicht. Sie könnten nach Angaben aus Konzernkreisen als Folge des Skandals um schwarze Kassen und Schmiergeldzahlungen ihren Job verlieren, obwohl keine Anhaltspunkte für eine persönliche Verwicklung der beiden vorliegen.

Keine Siemens-Stellungnahme

Ein neuer Vertrag für Sharef komme "nicht in Frage'', heißt es aus dem Aufsichtsrat. Nach inzwischen vorliegenden Erkenntnissen sei auch die Sparte Power Generation (PG), also die Kraftwerkstochter, stark von dem Korruptionsskandal betroffen.

Ähnlich wie im Konzernbereich Telekommunikation (Com) seien offenbar auch bei PG über viele Jahre hinweg schwarze Kassen geschaffen und Auftraggeber bestochen worden.

Die US-Anwaltskanzlei Debevoise, die Siemens im Auftrag des Aufsichtsrats durchleuchtet, ist auf fragwürdige Zahlungsvorgänge bei PG in Höhe von insgesamt fast 300 Millionen Euro gestoßen. Das haben Debevoise-Juristen dem Aufsichtsrat berichtet.

Siemens wollte sich am Donnerstag nicht dazu äußern, ob Sharef und Wucherer den Konzern mit Ablauf ihrer Verträge verlassen müssen. Das Unternehmen teilte auf Anfrage lediglich mit, die Bestellung von Vorstandsmitgliedern sei Sache des Aufsichtsrats, "der darüber zu gegebener Zeit entscheidet''.

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