Umstrittener E10-Kraftstoff EU plant Biosprit-Reform

Bisher fördert die Europäische Union Kraftstoffe wie E10, doch nun vollzieht sie offenbar eine Kehrtwende. Die Subventionierung von Biosprit könnte in einigen Jahren eingestellt werden.

Die Europäische Union will offenbar die Nutzung von Biokraftstoffen beschränken. Das geht aus einem Gesetzesentwurf hervor, über den die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Bisher fördert die EU Biosprit massiv. Kommt der Gesetzentwurf, aus dem Reuters zitiert, würde sich diese Strategie radikal ändern.

Eine Sprecherin der EU-Kommission bestätigte der Süddeutschen Zeitung, dass die EU an einem Gesetzesentwurf zum Thema Biokraftstoff arbeite, der im Herbst vorliegen würde. Zum Inhalt des Entwurfes wollte sie sich nicht äußern.

Auslöser für die Kehrtwende der EU sind angeblich wissenschaftliche Studien. Ihnen zufolge belastet die Nutzung von Biokraftstoff, der aus Palmöl, Sojabohnen oder Raps hergestellt wird, das Klima stärker als bislang angenommen. Genau das kritisieren Umweltgruppen seit langem.

Dem Entwurf zufolge soll die Subventionierung von Biosprit in ein paar Jahren komplett eingestellt werden. Außerdem soll der Anteil von Biokraftstoffen 2020 auf fünf Prozent des gesamten Energieverbrauchs im Transportsektor begrenzt werden.

Nach einer europäischen Richtlinie sind bislang alle Mitgliedsstaaten bis 2020 verpflichtet, zehn Prozent des Verkehrstreibstoffes aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen. Die Einführung von E10-Kraftstoff war in Deutschland auf erhebliche Vorbehalte bei Autofahrern gestoßen.