Die Vermittlung von Erwerbslosen funktioniert dort am besten, wo die Bundesagentur für Arbeit mitverantwortlich ist - das ist der Tenor einer umstrittenen Studie, die die Behörde veröffentlichte. Nun hagelt es Kritik.
Die Bundesagentur für Arbeit ist wegen einer Studie über die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen in die Kritik geraten. Die Nürnberger Behörde hat am Mittwoch eine Untersuchung veröffentlicht, derzufolge die Vermittlung von Erwerbslosen in einen Job dort am besten funktioniert, wo die Bundesagentur mitverantwortlich dafür ist.
Umstrittene Studie - während Bund und Länder über eine Neuorganisation der Arbeitslosenbetreuung verhandeln. (© Foto: dpa)
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"Ungesicherte und tendenziöse Ergebnisse"
In jenen Kommunen, die eigenverantwortlich die Vermittlung betreiben, laufe es schlechter. Der Präsident des deutschen Landkreistages, Hans Jörg Duppré, erklärte, die Ergebnisse seien "ungesichert und tendenziös". "Fachlich und methodisch ist die Auswertung höchst fragwürdig. Dies gilt für den Untersuchungszeitraum, herangezogene Merkmale und Hypothesen", so Duppré. Auch die Arbeitsmarktexpertin der Grünen, Brigitte Pothmer, warf der Bundesagentur "Instrumentalisierung" der Ergebnisse vor.
Die Studienergebnisse sind insofern heikel, als Politiker von Bund und Ländern derzeit über die Neuorganisation der Arbeitslosenbetreuung verhandeln. Diese ist notwendig geworden, nachdem das Bundesverfassungsgericht im Dezember das organisatorische Herzstück von Hartz IV, die Jobcenter, für verfassungswidrig erklärt hatte. Nun ist ein alter Streit darüber neu aufgeflammt, ob die Kommunen oder der Bund - letzterer in Gestalt der Bundesagentur - oder beide zusammen die Betreuung und Vermittlung der Arbeitslosen in der Hand haben sollen.
Bei der Neuorganisation geht es um viel Geld
Bisher dominiert ein Modell, in dem Kommunen und Bundesagentur kooperieren. Es gibt aber 69 sogenannte Optionskommunen, die eigenverantwortlich arbeiten. "Erste empirische Befunde belegen, dass in den Arbeitsagenturen und Arbeitsgemeinschaften die Integration in Beschäftigung besser gelingt als bei den ... Optionskommunen", heißt es in der Studie der Arbeitsagentur. Der Landkreistag wertete dies als Versuch, in der aktuellen Diskussion "die Position der Bundesagentur zu stärken, indem sie eigene Erfolge in der Arbeitsvermittlung verkündet und die Arbeit der Optionskommunen herabwürdigt".
In dem Konflikt um die Neuorganisation geht es um viel: Von der Reform sind etwa fünf Millionen Empfänger von Hartz-IV-Leistungen betroffen, außerdem geht es um hohe Summen für die Arbeitslosenbetreuung sowie die Zukunft von 55.000 Mitarbeitern in den Jobcentern. Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) hat bereits ein Modell für ein "kooperatives Jobcenter" vorgelegt, das seiner Meinung nach die bisherigen Arbeitsgemeinschaften von Kommunen und Arbeitsagenturen ablösen soll. Eine Arbeitsgruppe der Bundesländer will bis Ende dieses Monats einen eigenen Vorschlag präsentieren, wie es weitergehen könnte.
Die Grünen-Politikerin Pothmer forderte Scholz auf, sich zügig mit den Ländern zu einigen. Wichtig sei, dass die Vermittlung schnell besser werde. Laut der Studie der Bundesagentur schaffen jeden Monat nur 3,4 Prozent der Langzeitarbeitslosen den Sprung aus der Arbeitslosigkeit in einen sozialversicherungspflichtigen Job. Im ersten Halbjahr 2007 wurden insgesamt 13,4 Prozent der Empfänger von Hartz-IV-Leistungen in eine reguläre Arbeit vermittelt. Laut Frank-Jürgen Weise, Vorsitzender der Bundesagentur, sind die zersplitterten Zuständigkeiten ein Grund für die niedrigen Vermittlungszahlen.
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(SZ vom 19.06.2008/jkr)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
Es ist ein Witz, was bei diesen Institutionen abgeht. Ein Antrag wird in einem Zeitraum von etwa 6 bis 8 Wochen bearbeitet, dann wird er rückwirkend vom Antragsdatum auf ein halbes Jahr im Voraus datiert. Das bedeutet, dass er vom Erstellungsdatum nach zwei Monaten noch ca. vier Monate Gültigkeit hat. Angeblich ist das normal. Ebenso normal ist, dass in der Zeit - da der Antrag ja noch nicht bearbeitet wurde - keine weiteren Aktivitäten festzustellen sind außer einem sogenannten Bewerbertraining, das für einige Menschen sinnvoll sein mag, aber ohne Rücksicht auf die persönlichen Qualifikationen in einem gemischten Kurs stattfindet. Das kann zu der schönen Situation führen, dass der IT-Fachmann oder die Sekretärin neben jemandem sitzt, der der deutschen Sprache nur teilweise mächtig ist und einen PC bisher bestenfalls im Katalog gesehen hat. Wenn von der Mouse die Rede ist, wird erschreckt auf den Boden geguckt, wo das Tierchen denn jetzt rumläuft.
Wie motivierend das für jemanden ist, für den Internet-Recherche, Email-Bewerbung und das komplette Office-Paket eine Selbstverständlichkeit ist, die auch in dem Profil für die Arge angegeben wurde, dürfte einleuchten. Aber - Hauptsache Zeit abgesessen. Bei Nichtteilnahme wird der Antrag gar nicht erst bearbeitet, so dass man also keine Chance hat. Wer einen Nebenjob hat und trotzdem ALG II beantragt hat, kann den Nebenjob in der Zeit nicht ausüben, verdient also KEIN Geld, kriegt aber den Ausfall natürlich nicht erstattet. Jeder Betroffene könnte sicherlich Romane schreiben über die Ungereimtheiten, die Unverschämtheiten und die teilweise doppelte oder dreifache Überprüfung ein und desselben Vorganges durch zwei oder drei Mitarbeiter - wobei natürlich jedesmal die Unterlagen neu eingereicht werden müssen. Tipp für Betroffene: Niemals nur eine Kopie von Unterlagen machen, besser drei oder vier. Wahrscheinlich werden sie so oft von den Sachbearbeitern angefordert. Wo die bleiben? Keine Ahnung - ich hatte schon den Verdacht, dass teilweise noch Ofenheizungen im Keller stehen, die mit dem Papierwust beheizt werden......
"außerdem geht es um hohe Summen für die Arbeitslosenbetreuung sowie die Zukunft von 55.000 Mitarbeitern in den Jobcentern. "
Aus dem jahresbericht 2007:
"Der Haushaltsplan 2008 umfasst auf der Ausgabenseite 12,3 Milliarden EUR
für die Leistungen der aktiven Arbeitsförderung Eingliederungstitel und
weitere Leistungen. Das sind bei einer voraussichtlich zurückgehenden
Kundenzahl etwa 1,6 Milliarden EUR mehr als im Jahr 2007 in diesem
Förderbereich und für die zusätzlichen, aus dem Eingliederungstitel
finanzierten Arbeitsvermittler ausgegeben wurde. 21,9 Milliarden EUR sind
für das Arbeitslosengeld, den neuen Eingliederungsbeitrag der BA im Rahmen
der Grundsicherung für Arbeitsuchende und das Insolvenzgeld bestimmt
sowie 6,4 Milliarden EUR für die Kosten des Beitragseinzugs und die
Verwaltungsausgaben der BA für die Rechtskreise SGB II und SGB III. Die
Verwaltungsausgaben im Rahmen der Durchführung der Grundsicherung für
Arbeitsuchende sind erstmals im Haushalt der BA veranschlagt."
22 Mrd Arbeitslosengeld und 12 Mrd für meistens sinnlose Weiterbildungen oder subventionierte Löhe ... super. Und das bei 6.4 Mrd Euro Verwaltungskosten, was bei 55.000 Beschäftigten der BA pro Kopf Ausgaben von 116.000 Euro sind. Das ist nahezu doppelt so viel wie die Krankenkassen je Mitarbeiter ausgeben.
Meine Güte, die Zahlen schocken wirklich. Vor allem, da ich die Vermittlungserfolge des Arbeitsamtes bei halbwegs gebildeten Menschen mit Eigeninitiative nahe bei Null sehe.
... ihrer Arbeitsergebnisse zur Perfektion gebracht . Sie ist dann aber darüber gestolpert , nachdem ein Insider in Berlin erfolgreich zur Kenntnis bringen konnte , dass nur ein Drittel der in der Statistik stolz verkündeten Vermittlungszahlen seriös waren ... . Die Crème ihrer Hierarchie bekam darauf ein echtes Problem .
"Die Politik" in Berlin wird sich hoffentlich nicht darauf verlassen , dass bei der neuen "Agentur" die Frisierkünste noch ganz unentwickelt geblieben sind ...
Arbeitslos / Arbeitsuchend ohne Leistungsbezug
oder
Wie man auch diese Gruppe in die moderne Leibeigenschaft der Arbeitsagentur zwingt
Siehe dazu hier:
http://wir-zeitung.blogspot.com/2008/05/arbeitslos-arbeitsuchend-ohne.html
kann bestätigen, dass diese Studie mit der Aussage: ZITAT Die Nürnberger Behörde hat am Mittwoch eine Untersuchung veröffentlicht, derzufolge die Vermittlung von Erwerbslosen in einen Job dort am besten funktioniert, wo die Bundesagentur mitverantwortlich dafür ist. ZITAT ENDE
nur erstunken und erlogen sein kann. Genau das Gegenteil ist der Fall.
Von der Agentur für Arbeit bekommt man meist nur Vermittlungsvorschläge die entweder unbezahlte Praktikas, Arbeitnehmerüberlassung oder Leiharbeit beinhalten.
Obwohl es eigentlich die Aufgabe der Arbeitsämter ist echte Jobs zu vermitteln, vermitteln sie nur einen weitern Vermittler (Leiharbeitsfirmen).
Einfach lächerlich: Der Vermittler vermittelt einen weitern Vermittler.
Das ist nicht nur dürftig, nein hier machen sich die Agenturen zum Steigbügelhalter und Erfüllungsgehilfen für noch größere Ausbeutung durch Leiharbeit und ihrer Auswüchse.
Oft erpressen sie auch die Arbeitslosen, mit dem Hinweis auf die Zumutbarkeit und der Sanktion durch Leistungssperre, sich auf einen windigen Leiharbeitsvertrag einzulassen. Dabei wissen sie genau, dass ein solch unfair entstandenes Arbeitsverhältnis gar nicht von langer Dauer sein kann und der Betroffenen bald wieder als Arbeitloser im Amt auftaucht.
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