Umsätze bei Apple & Co. Große Gewinne, kleine Steuern

Wer sich in der IT-Branche eine Steuerabteilung leisten kann, schiebt seinen Gewinn rund um den Globus. Am Ende der Reise taucht das Geld in Ländern mit spärlichen Steuersätzen auf. Oder in Steueroasen ganz ohne Unternehmensteuer.

Ein Kommentar von Malte Conradi

Die wendigen Unternehmen nutzen die Schwachstellen eines auf industrielle - also ortsgebundene - Produktion zugeschnittenen Steuersystems aus.

(Foto: Getty Images)

Apple ist, das dürfte inzwischen bekannt sein, ein florierender Konzern, nicht nur daheim: Fast 29 Milliarden Euro Gewinn machte das Unternehmen 2011 außerhalb der USA. Überraschend ist dagegen, wie wenig die öffentlichen Haushalte weltweit davon hatten. Nur 1,9 Prozent Steuern entrichtete Apple auf seine Milliardengewinne.

Das Unternehmen steht damit nicht alleine da. Jeder amerikanische IT-Konzern, der sich eine Steuerabteilung leisten kann, schiebt seine Gewinne um den Globus. Am Ende der Reise taucht das Geld in Irland, den Niederlanden oder Luxemburg auf, Ländern mit spärlichen Steuersätzen. Oder in Steueroasen ganz ohne Unternehmensteuer.

Die wendigen Unternehmen nutzen die Schwachstellen eines auf industrielle - also ortsgebundene - Produktion zugeschnittenen Steuersystems aus. Es wäre wohl naiv, von ihnen zu erwarten, freiwillig mehr Steuern zu zahlen, als die Gesetze verlangen. Jedenfalls solange die Kunden ihnen die Knauserigkeit nicht übel nehmen.

Bis dahin hilft nur eins: Die EU sollte zwar weiterhin einen Steuerwettbewerb zwischen den Mitgliedern zulassen. So wie jeder Wettbewerb muss er aber reguliert werden. Etwa mit einer Mindeststeuer. Mag sein, dass der eine oder andere Konzern auf die Idee käme, sich in einer karibischen Steueroase anzusiedeln. Das wäre aber eine Knauserigkeit, welche die Kunden sicher nicht verzeihen würden.