Die Troika aus Internationalem Währungsfonds, Europäischer Union und Europäischer Zentralbank will Griechenland zum Handeln zwingen. Sie verlangt von der Regierung verbindliche Zusagen für Reformen. Andernfalls könnten das zweite Hilfspaket der Euro-Länder und der Schuldenerlass kippen. Auch wenn sich die Parteichefs in der Nacht auf wichtige Punkte geeinigt haben - ein konkreter Beschluss steht noch aus.
Die Kreditgeber für das hochverschuldete Griechenland haben der Regierung in Athen ein Ultimatum gestellt. "Das griechische Kabinett muss jetzt einige Beschlüsse fassen, bevor wir überhaupt weiterreden", sagte ein hoher Vertreter eines Euro-Landes der Süddeutschen Zeitung am Sonntag.
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Die Kreditgeber fordern von Athen, sofort eine Liste mit bisher unerledigten Reformen auf dem Arbeitsmarkt und in der Steuerpolitik abzuarbeiten sowie zusätzliche Verpflichtungen zu übernehmen - als Gegenleistung für weitere Finanzhilfen. Griechenland braucht am 20. März 14,5 Milliarden Euro, um alte Schulden abzulösen. Andernfalls droht dem Land die Pleite.
Am Abend gingen Premier Lukas Papadimos und die Vorsitzenden der drei Parteien seiner Regierungskoalition nach mehrstündigen Unterredungen auseinander. Sie hätten sich darauf geeignigt, im laufenden Jahr die Ausgaben um 1,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu senken. Die Details sind allerdings weiter strittig. Noch in der Nacht sollten die drei Parlamentsfraktionen darüber beraten. An diesem Montag will Papadimos sich von den Parteichefs die Unterstützung für seine Reformen schriftlich zusichern lassen.
Mitglieder aller drei Fraktionen hatten zuvor Vorbehalte gegen weitere Gehalts- und Rentenkürzungen geäußert. Andonis Samaras, der Chef der konservativen Nea Dimokratia, sagte nach dem Treffen, er werde zusätzliche Sparforderungen "mit allen Mitteln" bekämpfen. Auch Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände sperren sich. Für Montagabend kündigten linksgerichtete Oppositionsgruppen zwei Kundgebungen in Athen gegen die Sparvorschläge an.
Die Liste der unerledigten Reformen und zusätzlichen Forderungen stammt aus einem Bericht der sogenannten Troika, den Experten der Kreditgeber von Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds. Die Troika prüft seit mehr als drei Wochen, ob Athen die bisher vereinbarten Maßnahmen umgesetzt hat. Das Ergebnis liegt zwar noch unter Verschluss, klar ist aber, dass Athen wesentliche Ziele verfehlt hat. Bisher gelang es Troika und griechischer Regierung nicht, sich auf einen neuen Plan zu einigen.
Am späten Sonntagabend traf sich Papadimos mit Vertretern der Troika. Aus Athen hieß es, die Troika wolle die Hilfsgelder künftig bei der EZB deponieren und von dort vierteljährlich nach Griechenland überweisen, wenn die Regierung ihre Zusagen einhält.
Ergebnislos blieben bislang auch die Verhandlungen mit Vertretern des Internationalen Bankenverbandes über einen Schuldenerlass. Die privaten Banken sollen Athen mindestens 100 Milliarden Euro an Schulden erlassen. Das ist eine weitere Voraussetzung dafür, dass Griechenland ein zweites Hilfspaket bekommt. Schließlich muss Athen eine weitere Bedingung erfüllen: Die Parteien des Landes müssen verbindlich erklären, alle beschlossenen Reformen zu unterstützen.
Ursprünglich wollten sich die Finanzminister der 17 Euro-Länder an diesem Montag treffen, um das zweite Hilfspaket zu beschließen. Es soll etwa 130 Milliarden Euro umfassen. Weil aber weder die politischen Zusagen aus Athen vorliegen, noch der Schuldenerlass vereinbart ist, soll das Treffen nun "voraussichtlich" am Mittwoch nachgeholt werden. "Sicher ist das nicht", sagte der Vertreter eines Euro-Landes am Sonntag. Zuerst müsse Athen liefern. Einige Euro-Länder schlossen kategorisch aus, dass ein zweites Hilfspaket größer als 130 Milliarden Euro ausfallen könnte.
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(SZ vom 06.02.2012/cag)
Großprojekte in Berlin
Die Rede vom 24.08.11 in Lindau von Bundespräsident Wulff brachte es auf den Punkt:
"Als die Krise ausbrach, bestand auf globaler Ebene schnell Einigkeit. Beschlossen wurden Konjunkturpakete in einem bislang nie dagewesenen Ausmaß. Dem Finanzsektor und den Banken eilte man zu Hilfe – mit Geld der Steuerzahler, Staatsgarantien und massiven monetären Transfusionen durch die Notenbanken. Im Jahr 2008 galt es, mit allen Mitteln den Kollaps zu verhindern und den Kreislauf des Patienten Weltwirtschaft zu stabilisieren. Ich möchte hier daran erinnern, dass das mit dem Vorsatz geschah, den Patienten Weltwirtschaft dann aber auch baldmöglichst zu therapieren. Doch immer noch ist der Bankensektor labil, sind die Staatsschulden in den größten Volkswirtschaften auf Rekordniveau und die fundamentalen Probleme für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit so präsent wie zuvor. Es wurde mehr Zeit gewonnen als Zeit genutzt, um den Patienten zu therapieren.
Auf dem Deutschen Bankentag hatte ich den Finanzsektor bereits gewarnt. Wir haben weder die Ursachen der Krise beseitigt, noch können wir heute sagen: Gefahr erkannt – Gefahr gebannt. Wir sehen tatsächlich weiter eine Entwicklung, die an ein Domino-Spiel erinnert: Erst haben einzelne Banken andere Banken gerettet, dann haben Staaten vor allem ihre Banken gerettet, jetzt rettet die Staatengemeinschaft einzelne Staaten. Da ist die Frage nicht unbillig: Wer rettet aber am Ende die Retter? Wann werden aufgelaufene Defizite auf wen verteilt beziehungsweise von wem getragen? "
Diese Worte sind auch der Grund weshalb sich die Bankenhörigen Systemmedien auf ihn eingeschossen haben.
Die Oberdeppen sind die Politiker die trotz vieler Warnungen
Griechenland in die € - Zone aufgenommen haben.
Man hat dann die ganzen Jahre so getan als wäre alles in Ordnung.
Hier fragt sich vieviel Blödheit der Politiker welchen Schaden verursacht hat ?
Die Bevölkerung muß nun für die Unfähigkeiten unser mehrfach überbezahlten Poltiker die Zeche zahlen.
Es ist auch nicht nachvollziehbar warum ausgerechnet der "kleine Mann" in Griechenland am schlimmsten leiden muß. Eins ist Fakt
die Griechnpolitiker sind nicht willens und nicht in der Lage das Ruder
zu bedienen.
Schöner bissiger Kommentar!
Ich sehe das Grundübel nicht im Euro, sondern im Zins.
Es gibt sehr viele Menschen die das verstanden haben und es werden immer mehr.
Viel schlimmer ist, daß Lösungen des Problems tabu sind, zumindest was die Medien und die Politik betrifft.
Nötig sind radikale Änderungen im Geldsystem aber wenn Lösungsansätze nicht mal diskutiert werden dürfen, wie soll sich dann was ändern?
Dass die Maßnahmen für Griechenland nicht funktionieren war vorhersehbar. Seit 2008 befindet sich Griechenland im permanenten Abschwung und durch Kürzungen und Steuererhöhungen kann in einer solchen Phase, wenn überhaupt, nur eingeschränkt Geld gespart werden. Gleichzeitig verschlimmert sich aber die Rezession, was dann sogar mit einer steigenden Staatsverschuldungen einhergehen kann. Das ist nichts Neues, sondern seit mindestens 70 Jahren unter der keynesianischen Theorie bekannt. Es gibt wenige oder gar keine Beispiel dafür, dass Länder sich aus einer rezessiven Krise "heraussparen" konnten. Der Schritt des Sparens erfolgt erst im Aufschwung. Ein Beleg im Beispiel Griechenland liefern solche Statistiken (Hinweis, das erste griechische Sparprogramm wurde 2010 durchgesetzt): http://baadernews.de/kapitalmarktmonitor/kw%2025%20-%20Griechische%20Staatsverschuldung%20und%20BIP.jpg
Wer abnehmen will, der kann sich nicht einfach die Arme und Beine abschneiden lassen! Zuerst verkrüpeln und dann ausbeuten.
Wenn das Geld regiert, dann zählt halt der Mensch nichts mehr.
Paging