Der Internetkonzern Yahoo überrascht mit guten Umsatzzahlen. Microsoft hält dennoch an seinem Angebot fest - jetzt droht eine feindliche Übernahme.

Im milliardenschweren Übernahmepoker mit Microsoft sieht sich der Internet-Konzern Yahoo durch ein Gewinnplus zum Jahresauftakt gestärkt. Yahoo-Chef Jerry Yang wertete die Zahlen als weiteren Beleg, dass Microsofts Offerte zu niedrig sei. Eine Übernahme schloss er aber nicht aus. Yahoo versuche, Microsoft als Reaktion auf die unerwartet guten Quartalszahlen zu einer Erhöhung des Angebots zu bewegen, glauben Beobachter.

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Gute Zahlen, die nicht weiterhelfen: Microsoft will sein Übernahmeangebot nicht erhöhen. (© Foto: dpa)

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Börsenkurs gibt nach

"Wir sind weiter für alles offen, auch für ein Geschäft mit Microsoft", sagte Yang. An der Wall Street rechnen nun viele mit dem Kauf. Ein Ultimatum von Microsoft läuft an diesem Wochenende aus. Der Überschuss stieg bei Yahoo im ersten Quartal dank eines einmaligen Beteiligungsgewinns deutlich von 142 auf 542 Millionen (342 Mio Euro) Dollar. Der einmalige Gewinn ergibt sich aus dem Börsengang des chinesischen Internet-Konzerns Alibaba, an dem Yahoo 39 Prozent hält. Der Umsatz legte zum Vorjahr um knapp neun Prozent auf 1,82 Milliarden Dollar zu. "Wir sind sehr stolz auf unsere Ergebnisse", sagte Yang. Sein Unternehmen werde daher keinem Geschäft zustimmen, das es zu niedrig bewerte.

Mit den Zahlen übertraf Yahoo zwar die Erwartungen der Analysten. Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel nach ersten Gewinnen aber letztlich mehr als 0,5 Prozent auf rund 28,30 Dollar. Grund dafür: Yahoo erhöhte seine Prognosen für das laufende Jahr nicht. Das Unternehmen rechnet weiter mit Erlösen von 7,2 bis acht Milliarden Dollar. Manche Experten hatten zuvor von "Schicksalszahlen" für Yahoo gesprochen, die über die Eigenständigkeit des Unternehmens entscheiden.

Suche nach alternativen Partnern

Microsoft zeigt sich derweil nicht bereit, sein Angebot zu erhöhen und sieht sich durch die Prognosen von Yahoo bestätigt. Die Zahlen zeigten, dass sich der Wert des Unternehmens nicht geändert habe, so Konzernchef Steve Ballmer.

Microsoft will Yahoo für ursprünglich knapp 45 Milliarden Dollar (28 Milliarden Euro) übernehmen und vereint die Dominanz des Rivalen Google bei Online-Suche und Internet-Werbung brechen. Yahoo ist der Preis zu gering. Der Konzern sucht seit Wochen nach alternativen Allianzen etwa mit Google und dem Online-Portal AOL des Time Warner-Konzerns. Auch der Medienmogul Rupert Murdoch sprach bereits mit beiden Seiten.

Sollte bis zum am Wochenende auslaufenden Ultimatum keine Einigung zwischen Microsoft und Yahoo gelingen, plant der Windows-Konzern laut Ballmer eine feindliche Übernahme gegen den Widerstand des Yahoo- Managements.

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(sueddeutsche.de/dpa/Reuters/jkf/mel)