Drei Jahre nach dem kläglichen Scheitern mit der deutschen UMTS-Lizenz hat die spanische Telefónica mit ihrer Übernahmeofferte für O2 das Tor zum wichtigsten Mobilfunkmarkt Europas doch noch weit aufgestoßen.

Mit der angekündigten Übernahme des britischen Anbieters O2 fällt auch dessen deutsche Tochter mit 8,5 Millionen Kunden in die Hände der Spanier.

Handy mit Telefonica-Logo vor einem O2-Laden in London (© Foto: AFP)

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Geht die Akquisition wie geplant über die Bühne, verdrängt Telefónica die Deutsche Telekom im europäischen Mobilfunkgeschäft vom zweiten Platz.

Für den rosa Riesen aus Bonn wäre ein Erfolg des Konkurrenten aus Spanien eine Schlappe und große Herausforderung zugleich. Schließlich hatten Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke und sein niederländischer Vorstandskollege von der KPN selbst die Übernahme von O2 in Erwägung gezogen.

Neben der Telekom müssen sich im Mobilfunk aber auch Vodafone und E-Plus auf eine härtere Gangart einstellen.

Wirtschaftlich besser als E-Plus

Denn die Spanier dürften in Deutschland mächtig aufdrehen, um O2 nach vorne zu bringen. Schon jetzt stehen die Münchner wirtschaftlich gesehen (nach Umsatz und EBITDA) besser da als E-Plus.

Die Bedeutung, die das Telefónica-Management dem deutschen Markt einräumt, lässt sich daran ablesen, dass O2-Chef Rudolf Gröger ins Führungsgremium des Konzerns aufrücken soll.

"Bei den Anlegern macht sich Angst breit, O2 könnte in Deutschland aggressiver auftreten", sagt der Analyst der Privatbank Merck Finck & Co. Theo Kitz zu den Kursabschlägen vom Montag bei der T-Aktie.

"Partnerschaften sinnvoller"

Ansonsten sieht Kitz den spanischen Angriff eher gelassen. Angesichts der hohen Preise, die man für Mobilfunkfirmen auf den Tisch blättern müsste, seien Partnerschaften auf den reifen Märkten in Europa viel sinnvoller.

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