Übernahme von Nokia Microsoft kauft Chance auf das nächste iPhone

Jetzt in einer Hand: Nokia-Smartphone und Microsoft-Software

Anders als die Masse: Nokias Aktionäre stimmen für die Übernahme durch Microsoft. Mit Hard- und Software in derselben Hand kann dem US-Konzern gelingen, was Apple geschafft und Google nicht gewagt hat.

Von Varinia Bernau

Jetzt gehört Nokia also Microsoft. Die Aktionäre des finnischen Telekommunikationskonzerns haben den Verkauf der Handysparte an dem US-Softwarekonzern abgesegnet. Aber wie kann Microsoft Nokia zu neuem Erfolg verhelfen?

Bei Technik und Design können die Smartphones, die Nokia baut und Microsoft mit einem mobilen Betriebssystem ausstattet, locker mit all den anderen Geräte mithalten. Das Problem ist nur: Die meisten Kunden, die sich ein neues Smartphone kaufen, blättern nicht erst in Fachzeitschriften. Sie gehen in einen Laden, fragen einen Verkäufer. Und der empfiehlt: ein Smartphone von Samsung. Wodurch sich das von der Masse abhebt? "Durch den enormen Batzen an Geld, den Samsung ins Marketing pumpt", sagt der IDC-Analyst Francisco Jeronimo.

Für Microsoft heißt das: Sollen die Smartphones, die der Konzern nun nicht nur ausstattet, sondern auch fertigt, ein Erfolg werden, so muss das Unternehmen dafür wohl auch mehr werben. Immerhin, mit 60 Milliarden Dollar auf der hohen Kante kann sich Microsoft das eher leisten als Nokia selbst. Und der Konzern hat nun, da er Hard- und Software in der Hand hat, die Chance, Smartphones anzubieten, die sich wirklich von der Masse abheben - ähnlich wie Apple mit seinem iPhone. Damit könnte Microsoft auch gelingen, was Google nach der 12,5 Milliarden Dollar teuren Übernahme von Motorolas Handysparte gar nicht erst wagte.

Denn Google verdient sein Geld mit Werbung im Internet. Sein mobiles Betriebssystem Android ist der Versuch, die Gewohnheiten der Menschen auch dann zu verfolgen, wenn sie über ihr Smartphone statt ihren Computer ins Netz gehen. Dann erst kann Google passgenaue Werbung platzieren. Und deshalb braucht Google eine Vielzahl von Handyherstellern, die sein Betriebssystem nutzen. Microsoft aber verdient sein Geld mit Software. Und dieses Geschäft muss der Konzern ebenfalls in jene Zeit retten, in der die Menschen nicht mehr nur am PC hocken - sondern auch an anderen Geräten.

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Das Smartphone ist dabei so etwas wie die Pforte zu einem Universum, in dem sich Informationen ganz einfach von einem Gerät zum anderen schieben lassen: von der Konsole zum Fernseher, vom Fitnessarmband zum Tablet. "Dies ist genau der richtige Zeitpunkt, um Microsoft für die nächsten zwanzig Jahre zu rüsten", sagt Jeronimo, "Aber wenn sie das nicht packen, wird's schwierig."

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