Im Grunde sind sich Bahn und Gewerkschaften in den wichtigsten Fragen des Tarifstreits einig. Trotzdem wird am Donnerstag gestreikt - weil Transnet Schlagkraft beweisen muss.
Dieser Streik kommt ungefähr so überraschend wie Schnee im Januar. Die Gewerkschaften Transnet und GDBA verhandeln mit der Bahn nicht nur über Gehälter, sondern auch über die seit langem strittigen Arbeitszeiten. Schwer zu beurteilen, woran es hakt: daran, dass die Bahn keine substantiellen Zugeständnisse macht, oder daran, dass die Materie zu kompliziert ist, um schon nach wenigen Verhandlungstagen bewältigt zu sein.
Warnstreiks bei der Bahn: Am Donnerstag werden zahlreiche Großstädte von Arbeitsniederlegungen betroffen sein. (© Foto: ddp)
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Es geht nämlich nicht um ein vergleichsweise überschaubares Thema wie Wochenarbeitszeit - sondern darum, wie das Unternehmen Dienstpläne so organisieren kann, dass die Beschäftigten mit ihren Familien Wochenenden und freie Tage planen können. Allzu oft nämlich erfährt ein Schaffner erst bei Schichtende, wann seine nächste Schicht beginnt, und allzu oft ist dies nur neun Stunden später. Konzern und Gewerkschaften sind sich im Grunde einig, dass dies unhaltbare Zustände sind.
Fälliges Muskelspiel
Aber dieser Streik ist nur teilweise eine Folge des tatsächlichen Verhandlungsverlaufs. Jede Gewerkschaft muss von Zeit zu Zeit zeigen, dass sie nicht nur fordern, sondern auch kämpfen kann, und bei Transnet ist es gerade höchste Zeit dazu. Der Vorsitzende ist neu in dieser Funktion, sein Vorgänger hat vor einem Dreivierteljahr zum Schrecken aller die Seiten gewechselt und ist nun als Bahn-Vorstand der Kontrahent der Gewerkschaft.
Und was man durch Kämpfen herausschlagen kann, wurde der Transnet vor einem Jahr von der kleinen GDL demonstriert. Auch eine andere Bedeutung von Warnstreiks ist nicht zu unterschätzen: Erfahrungsgemäß fällt es einer Gewerkschaft nie so leicht wie in dieser Phase, Mitglieder zu gewinnen. Dieses Muskelspiel ist also einfach fällig.
(SZ vom 29.01.2009/tob)
Linke-Parteitag in Göttingen
der bahn-vorstand wird sich wohl einige gedanken zu diesem thema gemacht haben - gerade nach dem letzten streik mit der GDL.
daher werden sicherlich einige gegenmassnahmen von seiten der bahn für einen relativ reibungslosen ablauf der pendlerhorden sorgen.
die gewerkschaften haben den sprung ins 21. jahrhundert verschlafen.
j.
Recht viel schlimmer als die täglichen Viehtransporte der Pendler zu den Schlagzeiten kann es morgen auch nicht werden, immerhin bereitet sich die Bahn ja mit einem Notfallplan vor.
Achtung, wer die Ironie findet, darf sie behalten...
Den Streik wird kaum einer bemerken. Die Profilierungsversuche der Gewerkschaften Transnet und GDBA könnte in einer Lachnummer enden. In den vorangegangenden Streiks war die Wirkung der von den beiden organisierten Streiks gleich null.
Erst die GDL hat die Bahn in ernsthafte Schwierigkeiten gebracht.
... hat doch schon bei den Streiks der GDL jede Glaubwürdigkeit im Hinblick auf eine objektive Berichterstattung und eine faire Beurteilung der Bahnmitarbeiter verspielt. Wer einmal ...
(Bahnpendler und Viel-Bahnfahrer)
Netter Beitrag, leider völlig an der Realität vorbei.
Paging