Der deutsche Tourismus-Konzern TUI übernimmt überraschend die britische First Choice. Das Reisegeschäft des Hannoveraner Unternehmens wird künftig von Großbritannien aus gesteuert. Arbeitsplätze sollen aber "nicht direkt" betroffen sein.
Der neue europäische Reiseriese aus der Fusion des TUI-Tourismusgeschäfts mit dem britischen Konkurrenten First Choice heißt TUI Travel.
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Das gab First Choice am Montag in London bekannt. Chef des neuen Unternehmens soll der bisherige First Choice-Chef Peter Long werden. Die neue Gruppe habe einen Umsatz von 17,6 Milliarden Euro pro Jahr und 27 Millionen Kunden auf mehr als 20 Märkten.
Die Zentrale soll in Großbritannien sitzen, das neue Unternehmen soll an der Londoner Börse notiert werden. Erwartet werden Synergien von 146 Millionen Euro.
Tiefrote Zahlen
Durch die Großfusion sind Arbeitsplätze bei der TUI in Deutschland nach Konzernangaben "nicht direkt" betroffen. Das betonte TUI am Montag. Ein Großteil der Synergien entfalle auf den britischen Markt. "Wie hoch der fusionsbedingte Verlust von Arbeitsplätzen sein wird, steht derzeit noch nicht fest," hieß es weiter.
Ziel sei es, TUI Travel zu einem der weltweit profitabelsten Reisekonzerne zu machen, hieß es. An dem neuen Unternehmen soll die TUI 51 Prozent halten, First Choice 49 Prozent. Die Fusion solle im dritten Quartal 2007 abgeschlossen werden.
Der Zusammenschluss des TUI-Reisegeschäfts mit First Choice ist die zweite große Fusion in der Branche innerhalb kurzer Zeit. Erst vor wenigen Wochen hatte die KarstadtQuelle-Tochter Thomas Cook den britischen Reiseveranstalter MyTravel übernommen. Die TUI- Schifffahrtssparte (Hapag-Lloyd) und die Hotels sollen bei der TUI AG bleiben.
Unterdessen meldete der TUI, dass der Konzern 2006 tiefrote Zahlen schrieb. Der Konzern machte nach Steuern einen Verlust von 846,6 Millionen Euro. Im Vorjahr hatten noch 496,3 Millionen Euro Gewinn in der Bilanz gestanden.
Die roten Zahlen waren erwartet worden, nachdem die Schifffahrt deutlich unter die Vorjahreswerte gerutscht war, unter anderem wegen geringerer Frachtraten und gestiegener Ölpreise .
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