Tui Der Strand ruft

Und ewig lockt das Meer: Die Deutschen haben Lust auf Urlaub, das beschert dem Reisekonzern Tui gute Zahlen. Starke Zuwächse gibt es vor allem bei Reisen in türkische Badeorte, die zuletzt von Touristen gemieden wurden.

Von Angelika Slavik, Hannover

Die deutschen Urlauber zieht es im kommenden Sommer offenbar wieder zum Baden in die Türkei. Derzeit lägen die Buchungszahlen für Türkei-Urlaube 50 Prozent höher als im vergangenen Jahr, sagte Tui-Vorstandschef Fritz Joussen am Dienstag. Das sei eine "starke Zahl" nach dem schmerzhaften Einbruch der Buchungszahlen vor zwei Jahren. Damals waren nach mehreren Terroranschlägen und infolge der unsicheren politischen Lage die Urlauber weggeblieben. Insgesamt liegen die Buchungen für den Sommer bei Tui derzeit sechs Prozent höher als 2017.

Im ersten Geschäftsquartal von Oktober bis Dezember verringerte sich der saisontypische Verlust im Vorjahresvergleich um 15 Prozent auf 99,6 Millionen Euro. Der Umsatz stieg acht Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Reiseveranstalter schreiben im Winter traditionell rote Zahlen, die Gewinne werden zur Hauptreisezeit im Sommer erwirtschaftet.

Der niedrigere Quartalsverlust lag zum einen am Sondererlös durch den Verkauf von drei Hotels, zum zweiten an den guten Einnahmen aus dem Kreuzfahrtgeschäft. Der Reisekonzern will seine Schiffsflotte deshalb weiter ausbauen. Für die Tochtergesellschaft Tui Cruises orderte das Unternehmen gerade die Mein Schiff 7, die Platz für fast 3000 Passagiere bieten und in fünf Jahren fertiggestellt sein soll. Die Quartalsbilanz wäre noch besser ausgefallen, hätte der Ferienflieger Tuifly nicht unter der Pleite der Air-Berlin-Tochter Niki gelitten - denn Tuifly hatte Flieger samt Besatzung an Niki verleast. Joussen will den operativen Gewinn von Tui im Lauf des Jahres um mindestens zehn Prozent steigern.