Handelsstreit USA verhängen Strafzölle gegen China

Sollte Trump die neuen Zölle gegen China beschließen, könnte der Handelsstreit eskalieren.

(Foto: AFP)
  • US-Präsident Donald Trump hat Strafzölle auf chinesische Produkte im Wert von 50 Milliarden Dollar verhängt.
  • Damit droht der Handelsstreit mit China zu eskalieren. Das Land will umgehend Gegenmaßnahmen einleiten.

Der Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt eskaliert. US-Präsident Donald Trump kündigte am Freitag Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von 50 Milliarden Dollar an. Der Zollsatz soll 25 Prozent betragen. "Meine großartige Freundschaft mit dem chinesischen Präsidenten und die Beziehung unseres Landes zu China sind mir sehr wichtig", teilte Trump mit. "Jedoch ist der Handel zwischen unseren Ländern seit sehr langer Zeit unfair." China reagierte umgehend und kündigte wie erwartet Gegenzölle in gleichem Umfang an.

Die US-Regierung stützt sich bei ihren Maßnahmen auf eine Untersuchung nach Artikel 301 des US-Handelsgesetzes, die sie im Januar gegen China einleitete. Trump wirft dem Land unfaire Praktiken vor, darunter den Diebstahl geistigen Eigentums.

Bereits im April hatte die US-Regierung eine vorläufige Liste mit 1300 chinesischen Produkten im Wert von 50 Milliarden Dollar veröffentlicht, die mit Zöllen belegt werden sollen, darunter etwa Flugzeugteile und Fernsehgeräte. Nach der heutigen Entscheidung sollen insgesamt 1102 Produkte betroffen sein, die aus Bereichen wie der Luftfahrtindustrie, der IT oder dem Automobilbau kommen. In einem ersten Schritt sollen Zölle auf 818 Produkte im Wert von 34 Milliarden Dollar verhängt werden, teilte das Amt des US-Handelsbeauftragten, Robert Lighthizer, mit. Diese sollen bereits am 6. Juli in Kraft treten. In einem nächsten Schritt könnten 284 weitere Produkte im Wert von 14 Milliarden Dollar mit Zöllen belegt werden. Diese Maßnahmen müssten allerdings noch weiteren Prüfungen unterzogen werden.

Chinas Gegenzölle will Trump erneut kontern

Die US-Regierung wolle vor allem Zölle auf Produkte erheben, die eine wichtige Rolle in Chinas Wirtschaftsstrategie "Made in China 2025" spielen, teilt der US-Handelsbeauftragte mit. China definiert darin, wie es in Zukunftstechnologien, insbesondere in der Digitalisierung, schneller vorankommen will. Aus Sicht von US-Präsident Trump ist das Programm ein Angriff auf die technologische Vorherrschaft der USA.

Die Trump-Regierung hatte China bereits zuvor mit Strafzöllen belegt, etwa auf Solarzellen und Waschmaschinen sowie auf Stahl und Aluminium. Der Umfang der neuen Strafzölle ist nun allerdings wesentlich größer. Beobachter sehen die Gefahr, dass der Handelskonflikt sich nun endgültig hochschaukelt. Trump drohte am Freitag erneut damit, auf die Gegenzölle Chinas mit weiteren US-Zöllen zu reagieren: "Die Vereinigten Staaten werden mit weiteren Zöllen fortfahren, wenn China zu Vergeltungsmaßnahmen greift", sagte er.

Auch gegen die EU, Mexiko und Kanada hatte Trump zuletzt Strafzölle auf Stahl und Aluminium verhängt. Am Donnerstag hatte die EU daraufhin beschlossen, Zölle auf amerikanische Produkte, etwa Erdnussbutter und Jeans, zu verhängen. Diese Zölle könnten schon am 1. Juli in Kraft treten.

Die USA haben gar kein Defizit mit der EU

Donald Trump wirft Europa vor, weit mehr Waren in die USA zu verkaufen, als von den USA nach Europa fließen. Doch wer genauer rechnet, sieht eine andere Bilanz. Von Christian Endt und Claus Hulverscheidt, New York mehr...