Im Jahr 2006 ist Deutschland zum vierten Mal in Folge Exportweltmeister geworden. Im Dezember allerdings war der Überschuss in der Handelsbilanz niedriger als erwartet.
Die deutschen Ausfuhren erreichten zudem einen neuen Rekordstand. Sie stiegen um 13,7 Prozent zum Vorjahr auf 893 Milliarden Euro.
Container am Hamburger Hafen: Kein Land liefert so viele Waren in die ganze Welt wie Deutschland. (© Foto: ddp)
Anzeige
"Damit hat Deutschland ganz klar wieder den Weltmeistertitel geholt", sagte ein Statistiker des Statistischen Bundesamtes. Auf Platz zwei im Welthandel liegen die USA und China.
Die deutschen Einfuhren kletterten um 16,5 Prozent zum Vorjahr auf 731,7 Milliarden Euro.
Der deutsche Handelsbilanzüberschuss stieg im Jahr 2006 von 158,2 Milliarden Euro im Vorjahr auf einen Rekordwert von 161,9 Milliarden Euro. Der Überschuss der deutschen Leistungsbilanz stieg in 2006 auf 100,9 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte der Überschuss noch bei 90,3 Milliarden Euro gelegen.
Leichter Gegenwind
Die Aussichten für den deutschen Export sind nach Einschätzung der Commerzbank nach dem Rekordjahr 2006 wegen der Abkühlung der Weltwirtschaft weniger günstig. "Zudem ist aus dem Rückenwind von Seiten des Wechselkurses inzwischen ein leichter Gegenwind geworden", heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie.
Die Auftragseingänge aus dem Ausland spiegelten diese schlechteren Rahmenbedingungen bereits wider. Die Commerzbank erwartet im Jahr 2007 mit einem Anstieg der nominalen Exporte um rund 8,5 Prozent. "Dies wäre immer noch ein beachtliches Ergebnis, aber eben deutlich weniger als 2006", heißt es in der Studie.
Im Dezember fiel der deutsche Außenhandelsüberschuss belastet durch eine sich abkühlende Weltkonjunktur allerdings geringer aus als erwartet.
Der Überschuss sei von 18,3 Milliarden Euro im Vormonat auf 10,8 Milliarden Euro gefallen, teilte das Statistische Bundesamt weiter mit.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Berliner Zeitung
Mit dem Titel "Deutschland wieder Export-Welitmeister" habe ich so meine schwierigkeiten. Ich habe ein wenig Internetrecherche betrieben und für China und Deutschland die folgenden exportierten Warenwerte ermittelt (2006, in Mrd. US-Dollar): Deutschland 1.193,0, China 906,0 plus Hongkong 313,7 + Macao 4,7 ergibt 1.224,7. 1.224,7 ist zweifelsfrei grösser als 1.193,0.
Es spielt ja keine Rolle, ob der Weltmeistertitel in der Disziplin "Export" nun 2005, 2006, 2007 oder 2008 an China überging/übergeht/übergehen wird, aber bei Headlines wie "Deutschland wieder Weltmeister" (so bei heute.de zum gleichen Thema) werde ich grundsätzlich skeptisch und diese Skepsis ist, mal abgesehen vom Handball, auch meist begründet.
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Wieviel giftiges Gas zur Desinfizierung ist denn in den Containern Deutschen Export-Wahnsinns?
siehe auch Spiegelartikel diese Woche!
Die Meldung "Deutschland wieder Exportweltmeister" täuscht darüber hinweg, dass es sich dabei eigentlich "nur" um die positive Handelsbilanz handelt. Auch für Insider fällt die Unterscheidung schwer nach Zahlungs-, Dienstleistungs-, Handelsbilanz etc; zumal hier im politischen Diskurs nicht klar unterschieden wird, was Teilmenge und was Gesamtmenge im Sinne der VGR ist.
Würde die Dienstleistungsbilanz - vor allem wegen der Finanzdienstleistungen und der "Urlaubsleistungen", die Deutsche im Ausland einkaufen, einmal ebenso beleuchtet und journalistisch aufgearbeitet, müsste Ihre Meldung stark differenziert werden. Vielleicht könnte Ihre verdienstvolle Wirtschaftsredaktion zusammen mit der Buba zB eine solche Betrachtung anstellen und publizieren. Traut Euch einmal neue und richtige Wege zu gehen !!
UND - ist jemand der Exportweltmeister ist, nicht auch jemand, der im Sinne eines Nullsummenspiels ständig Leistungen ins Ausland "unter Wert" transferiert - oder anders gefragt: Wer ist Importweltmeister und wo ist dann der Unterschied im "Wohlstandsbefinden" zwischen diesen beiden Weltmeistern?