Von Von Gerd Zitzelsberger

Die Internationale Energie-Agentur fordert eine Kurskorrektur in der weltweiten Politik: Mehr Atom-Meiler, aber auch mehr Wind- und Sonnenkraftwerke.

Der Welt geht das Erdöl noch lange nicht aus. Doch das bedeutet nach Ansicht der Internationalen Energie-Agentur (IEA) keine Entwarnung: "Die zentrale Botschaft ist, dass die Risiken zunehmen", heißt es bei der Organisation. Erforderlich sei eine andere Politik einschließlich einer Renaissance der Atom-Technik.

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Das Problem auf die nächsten 30 Jahre hinaus - und vermutlich noch länger - ist nicht, dass die weltweiten Öl-Reserven knapp werden. Das prognostiziert die Internationale Energie-Agentur (IEA) in ihrer Strategie-Publikation "Weltenergie-Ausblick", die sie am Dienstag in London vorgestellt hat.

Der Scheitelpunkt naht

Sie zeichnet ein erheblich optimistischeres Bild bezüglich neuer Öl- und Gasfunde als jüngst das renommierte Analyse-Unternehmen Wood Mackenzie.

Der so genannte Scheitelpunkt der konventionellen Öl-Förderung "wird unserer Analyse zufolge nicht vor dem Jahr 2030 erreicht, sofern die notwendigen Investitionen getätigt werden", heißt es in der IEA-Analyse.

Beim Erdgas und bei der Kohle liege der Zeitpunkt noch weiter in der Zukunft. Von diesem Scheitelpunkt an lässt sich nach Ansicht der Experten die weltweite Öl-Förderung auch mit höheren Investitionen nicht weiter steigern. Denn der Druck in den Lagerstätten sinkt und damit auch die Förderung.

Nicht die vollständige Erschöpfung der weltweiten Reserven, die noch überhaupt nicht absehbar ist, sondern der sehr viel näher liegende Scheitelpunkt ist das wirklich kritische Datum für die Energiepolitik, heißt es mittlerweile übereinstimmend.

Abhängigkeit von der Opec nimmt zu

Doch trotz aller Reserven müsse die weltweite Energiepolitik "nachdrücklich auf einen Weg umsteuern, der langfristig aufrecht erhalten werden kann", sagte IEA-Chef Claude Mandil vor Journalisten.

Ein solches Umsteuern bedeute, mehr Atom-Meiler, aber auch mehr Wind- und Sonnenkraftwerke für die Stromerzeugung einzusetzen als vorgesehen. Das Umsteuern bedeute auch, dass in Fahrzeugen oder Elektrogeräten Energie effizienter genutzt werde.

Nach Ansicht der IEA lassen sich so die Energie-Nachfrage um zehn Prozent und die Kohlenstoffdioxid-Emissionen um 16 Prozent niedriger halten als bei einem unveränderten Kurs. Aber die Energie-Importe der Verbraucher-Staaten sowie die Schadstoff-Emissionen im Jahr 2030 lägen selbst dabei noch höher als heute.

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